„Eine Stunde Nachdenkens ist mehr wert als siebzig Jahre frommer Andacht. ..“

,,Meditation ist der Schlüssel zu den Toren der Geheimnisse. In diesem Zustand löst sich der Mensch von sich selbst; er zieht sich in diesem Zustand zurück von allen Dingen der Außenwelt. In dieser subjektiven Verfassung taucht er ein in das Meer geistigen Lebens und kann die Geheimnisse der Dinge an sich enthüllen. Um dies zu veranschaulichen, denke man sich den Menschen mit zweierlei Sehvermögen ausgestattet: Wenn die innere Sehkraft angewendet wird, sieht das äußere Auge nicht.“

⁠⁠⁠Vertraue auf die Gunst Deines Herrn, flehe zu Ihm und bitte Ihn um Mitternacht und am frühen Morgen, wie ein Bedürftiger und Gefangener bittet. Es ist deine Pflicht, dich dem Reiche Gottes zuzuwenden und immer zu beten, zu flehen und zu rufen. Auf diesem Wege wird deine Seele zum Gipfel der Gottesgaben emporsteigen. (TAB p.694f)

Flehen und Beten für andere wird sicherlich Wirkung haben. Wenn die Herzen vereint, die Antlitze dem Königreich Abhá zugewandt sind, werden sie sicherlich Erleuchtung finden. (Star of West VIII p.47)

„Bauet auf Gott, denn Seine Güte ist ewig, und auf Seine Segnungen, denn sie sind herrlich! O setzt euren Glauben in den Allmächtigen, denn Er irrt nicht und Seine Gunst währet ewiglich! Seine Sonne gibt dauernd Licht, und die Wolken Seines Erbarmens sind erfüllt vom Wasser des Mitleids, mit dem er die Herzen aller benetzt, die Ihm vertrauen. Die Schwingen Seines erfrischenden Windes tragen den verdorrten Seelen der Menschen ständig Heilung zu.“

„Vertraue auf die Hilfe deines Herrn und erbitte, was du von den Gaben deines Herrn des Unumschränkten, wünschst.“  Baha’u’llah

„Suchst du nach geistiger Ruhe, so wende dein Gesicht allezeit dem Königreich Abhá zu … Lasse weder deine Hände zittern noch dein Herz beunruhigt sein, sondern sei vertrauensvoll und standhaft in der Liebe deines Herrn, des Gnadenvollen, des Milden.“ Baha’u’llah

„Sieh nicht auf deine Schwäche, nein, vertraue auf die Kraft des Heiligen Geistes. Wahrlich, er macht den Schwachen stark, den Geringen mächtig, das Kind mündig … und den Kleinen gross. „Abdu’l-Baha

„Sei nicht betrübt, wenn die Dinge schwierig werden und die Sorgen von allen Seiten überhand nehmen. Wahrlich, dein Herr wandelt Not in Trost, Sorge in Ruhe und Kummer in größte Gelassenheit.“Abdu’l  Baha

„O Fremdling, dem Freundschaft erwiesen wird!
Die Kerze deines Herzens ist durch die Hand Meiner Macht entzündet. Lösche sie nicht durch die widrigen  Winde der Selbstsucht und der Leidenschaft. Meiner zu gedenken, ist dein Heil in allen Gebrechen; vergiss dies nicht. Mache Meine Liebe zu deinem Schatz und hege sie wie dein Augenlicht und dein Leben.“
Baha’u’llah

„Sein Antlitz Gott zuzuwenden bringt Heilung für den Leib, den Geist und die Seele.“
Abdu’l-Baha

„Verlasse dich nicht auf deine Schätze. Setze dein ganzes Vertrauen in die Gnade Gottes, deines Herrn. Laß  Ihn deine Zuversicht sein in allem, was du tust, und gehöre zu denen, die Seinem Willen ergeben sind. Laß Ihn dein Helfer sein und schmücke dich mit Seinen Schätzen, denn bei Ihm sind die Schatzkammern der Himmel und der Erde. “

„O Sohn des Geistes!
Mein Recht auf dich ist groß und nicht zu vergessen. Meine Gnade für dich ist überreich und nicht zu verschleiern. Meine Liebe wohnt dir inne und ist nicht zu verbergen. Mein Licht ist dir offenbar und nicht zu verdunkeln. “

Im Namen Gottes, des Heilers, des Genügenden, des Helfers! Preis sei Dir, o Gott! O mein Gott, mein Geliebter! Bei Deinem Namen, durch den Dein Erbarmen allem Erschaffenen voranging, und bei der sonnengleichen Schönheit Deines Verborgenen Namens, die vom Horizont Deines Erscheinens herniederstrahlt, Deine Gnade für alle auf Erden und im Himmel zu vollenden, gieße über diesen Kranken aus den Wolken Deiner Barmherzigkeit, was ihn von jeglicher Krankheit, Schwäche und Trübsal läutert, und tauche ihn ein in Deiner Heilung Meer – o Du, in Dessen Griff das Reich des Schicksals und die Macht zum Vollzug liegt. Wahrlich, Du tust, was Du willst, und wahrlich, Du bist der Vergebende, der Mitleidvolle.
Bahá’u’lláh

„O Wanderer auf dem Pfade Gottes! Nimm dir deinen Anteil aus dem Meer Seiner Gnade, und beraube dich nicht selbst der Dinge, die in dessen Tiefen verborgen liegen. Gehöre zu denen, die an Seinen Schätzen teilhaben. Ein Tropfen aus diesem Meer, über alle in den Himmeln und auf Erden vergossen, würde genügen, sie reich zu machen an der Großmut Gottes, des Allmächtigen, des Allwissenden, des Allweisen. Schöpfe mit den Händen des Verzichts aus seinen lebenspendenden Wassern und besprenge damit alles Erschaffene, damit es von allen menschlichen Begrenzungen reingewaschen werde und dem mächtigen Throne Gottes, diesem geheiligten, strahlenden Orte, nahe komme.“

Bahá’u’lláh, Ährenlese

„O Mensch mit zweierlei Sehvermögen!
Schließe ein Auge und öffne das andere. Schließe das eine vor der Welt und allem, was darinnen ist, und öffne das andere für die geheiligte Schönheit des Geliebten.“ Bahá’u’lláh, Die Verborgenen Worte

 

„O Freunde!
Gebt die ewige Schönheit nicht preis um vergänglicher Schönheit willen, und hängt euer Herz nicht an die sterbliche Welt des Staubes.“

Bahá’u’lláh, Die Verborgenen Worte

„O Sohn des Wortes!
Wende dein Antlitz Mir zu und entsage allem außer Mir, denn Mein Reich ist beständig und Meine Herrschaft vergeht nicht. Suchtest du einen anderen als Mich, dein Trachten wäre vergeblich, selbst wenn du das Weltall in Ewigkeit durchforschtest.“

Bahá’u’lláh, Die Verborgenen Worte

„O Fremdling, dem Freundschaft erwiesen wird!
Die Kerze deines Herzens ist durch die Hand Meiner Macht entzündet. Lösche sie nicht durch die widrigen Winde der Selbstsucht und der Leidenschaft. Meiner zu gedenken, ist dein Heil in allen Gebrechen; vergiss dies nicht. Mache Meine Liebe zu deinem Schatz und hege sie wie dein Augenlicht und dein Leben.“

Bahá’u’lláh, Die Verborgenen Worte

„Loslösung ist wie die Sonne; in welches Herz sie scheint, löscht sie das Feuer der Begierde und des Selbstes. Derjenige, dessen Sicht mit dem Lichte des Verstehens erleuchtet ist, wird sich sicherlich von der Welt und ihren Eitelkeiten loslösen. … lass nicht die Welt und ihre Schlechtigkeit dich bekümmern, glücklich ist jener, den Reichtum nicht mit Prahlerei erfüllt noch Armut mit Kummer.“

Bahá’u’lláh, in: Bahá’í-World, Bd. 1

„Wappne dich mit deinem Bemühen, damit du vielleicht deinen Nächsten zum Gesetze Gottes, des Barmherzigsten, führen mögest. Wahrlich, eine solche Tat übertrifft vor Gott, dem Allbesitzenden, dem Höchsten, alle anderen Taten.“

Bahá’u’lláh, Ährenlese

„Bei der Gerechtigkeit Gottes! Wer an diesem Tage seine Lippen öffnet und den Namen seines Herrn erwähnt, auf den werden die Scharen göttlicher Eingebung aus dem Himmel Meines Namens, der Allwissende, der Allweise, herabkommen“

Bahá’u’lláh, Ährenlese

„Wer sich erhebt, Unsere Sache zu lehren, muss sich unbedingt von allem Irdischen lösen und allezeit im Triumph Unseres Glaubens sein höchstes Ziel sehen.“

Bahá’u’lláh, Ährenlese

„Sei unbeschwert wie der Wind, wenn du die Botschaft Dessen trägst, Der den Morgen göttlicher Führung anbrechen ließ.“

Bahá’u’lláh, Ährenlese

„Wenn der Sieg naht, wird sich jeder als Gläubiger bekennen und unter den Schutz des Gottesglaubens eilen. Glücklich sind die, welche in den Tagen weltumfassender Prüfungen fest in der Sache Gottes stehen und sich weigern, von ihrer Wahrheit abzuweichen.“

Bahá’u’lláh, Ährenlese

„O Sohn des Seins!
Gedenke Meiner auf Meiner Erde, damit Ich deiner gedenke in Meinem Himmel. So werden Meine Augen und deine Augen erquickt.“

Bahá’u’lláh, Die Verborgenen Worte

„Wenn der Sieg naht, wird sich jeder als Gläubiger bekennen und unter den Schutz des Gottesglaubens eilen. Glücklich sind die, welche in den Tagen weltumfassender Prüfungen fest in der Sache Gottes stehen und sich weigern, von ihrer Wahrheit abzuweichen.“

Bahá’u’lláh, Ährenlese

„O Sohn des Seins!
Gedenke Meiner auf Meiner Erde, damit Ich deiner gedenke in Meinem Himmel. So werden Meine Augen und deine Augen erquickt.“

Bahá’u’lláh, Ährenlese

„Die Altehrwürdige Schönheit hat eingewilligt, in Ketten gelegt zu werden, damit die Menschheit aus ihrer Knechtschaft erlöst werde, und hat es hingenommen, zum Gefangenen in dieser mächtigsten Festung zu werden, damit die ganze Welt wahre Freiheit gewinne. Er hat den Kelch des Leidens bis zur Neige geleert, damit alle Völker der Welt immerwährende Freude gewinnen und von Fröhlichkeit erfüllt werden. Dies gehört zur Barmherzigkeit eures Herrn, des Mitleidvollen, des Barmherzigsten. Wir nehmen es hin, erniedrigt zu werden, o ihr, die ihr an die Einheit Gottes glaubt, damit ihr erhoben werdet, und dulden mannigfache Leiden, damit ihr blühet und gedeihet. Seht, wie jene, die Gott Gefährten zugesellt haben, Ihn, der gekommen ist, die ganze Welt neu zu bauen, gezwungen haben, in der trostlosesten aller Städte zu wohnen!“

Bahá’u’lláh, Ährenlese

„Wo immer die Geliebten Gottes sich versammeln und wem immer sie begegnen, sie müssen in ihrer Haltung vor Gott und in der Art, wie sie Seinen Ruhm und Seine Ehre preisen, solche Demut und Ergebenheit zeigen, dass jedes Staubatom unter ihren Füßen die Tiefe ihrer Ergebenheit bezeugt. Das Gespräch, das diese heiligen Seelen führen, sollte von solcher Kraft erfüllt sein, dass eben diese Staubatome unter seinem Einfluss erbeben. Sie sollten sich so verhalten, dass die Erde, auf die sie treten, niemals Worte zu ihnen sprechen kann wie diese: »Ich bin euch vorzuziehen, denn seht, wie geduldig ich die Bürde trage, die mir der Landmann auferlegt. Ich bin das Werkzeug, das unablässig allen Wesen die Segnungen vermittelt, mit denen Er, der Ursprung aller Gnade, mich betraut hat. Trotz der mir erwiesenen Ehre und der zahllosen Beweise meines Reichtums, eines Reichtums, der den Bedarf der ganzen Schöpfung deckt -, seht das Maß meiner Demut und bezeugt, wie ich mich in voller Ergebenheit von den Menschen mit Füßen treten lasse.«“

Bahá’u’lláh, Ährenlese

„Mein Name ist ‘Abdu’l-Bahá. Meine Auszeichnung ist ‘Abdu’l-Bahá. Meine Wirklichkeit ist ‘Abdu’l-Bahá. Mein Ruhm ist ‘Abdu’l-Bahá. Unterwerfung unter die Gesegnete Vollkommenheit ist meine köstliche und strahlende Krone und Dienst am ganzen Menschengeschlecht meine immerwährende Religion … Kein anderer Name, kein Titel, keine Erwähnung, keine Empfehlung ist mir eigen, noch will ich sie je zu eigen haben denn nur ‘Abdu’l-Bahá. Das ist mein Wunsch. Das ist meine größte Sehnsucht. Das ist mein ewiges Leben. Das ist meine nie vergehende Ehre!«“

‘Abdu’l-Bahá, zitiert in: Die Weltordnung Bahá’u’lláhs

„Alle Menschen wurden erschaffen, eine ständig fortschreitende Kultur voranzutragen.“

Bahá’u’lláh, Ährenlese

„Wenn der eine, wahre Gott – gepriesen sei Seine Herrlichkeit – sich den Menschen offenbart, verfolgt Er das Ziel, die Edelsteine ans Licht zu bringen, die in den Gesteinsadern ihres wahren inneren Selbstes verborgen liegen.“

Bahá’u’lláh, Ährenlese

„Wenn Gott Seine Propheten zu den Menschen sendet, ist Seine Absicht eine zweifache. Die erste ist, die Menschenkinder aus dem Dunkel der Unwissenheit zu befreien und sie zum Lichte wahren Verstehens zu führen, die zweite, den Frieden und die Ruhe der Menschheit zu sichern und alle Mittel bereitzustellen, durch die beides erreicht werden kann.“

Bahá’u’lláh, Ährenlese

„Zu allen Zeiten und in jeder Lebenslage brauchen die Menschen jemanden, der sie ermahnt, führt, lehrt und erzieht.“

Bahá’u’lláh, Botschaften aus ‘Akká

„Ohne Zweifel verdanken die Völker der Welt, welcher Rasse oder Religion sie auch angehören, ihre Erleuchtung derselben himmlischen Quelle und sind einem einzigen Gott untertan.“

Bahá’u’lláh, Ährenlese

„Verkehret mit den Anhängern aller Religionen im Geiste des Wohlwollens und der Brüderlichkeit.“

Bahá’u’lláh, Ährenlese

„Der Hauptzweck, der den Glauben Gottes und Seine Religion beseelt, ist, das Wohl des Menschengeschlechts zu sichern, seine Einheit zu fördern … “

Bahá’u’lláh, Ährenlese

„Die Religion Gottes ist für Liebe und Einheit da; macht sie nicht zum Grund für Streit und Feindschaft.“

Bahá’u’lláh, Botschaften aus ‘Akká

„Ihn, den Ursprung aller Dinge, zu erkennen und zu erreichen ist unmöglich, es sei denn dadurch, dass der Mensch diese leuchtenden Wesen, die aus der Sonne der Wahrheit hervorgehen, erkennt und erreicht.“

Bahá’u’lláh, Das Buch der Gewissheit

„Kein Mensch, wie genau seine Wahrnehmung auch sei, kann jemals hoffen, die Höhen der Weisheit und des Verständnisses zu erreichen, die der göttliche Arzt einnimmt.“

Bahá’u’lláh, Ährenlese

„Die Person der Manifestation war immer der Vertreter und das Sprachrohr Gottes. Er ist in Wahrheit der Tagesanbruch für Gottes trefflichste Namen, der Aufgangsort für Seine erhabenen Eigenschaften.“

Bahá’u’lláh, Ährenlese

„Seid überdies versichert, dass die Werke und Taten aller und jeder dieser Manifestationen Gottes, ja alles, was immer zu ihnen gehört und was immer sie in der Zukunft verkünden mögen, von Gott bestimmt und eine Widerspiegelung Seines Willens und Seiner Absicht sind.“

Bahá’u’lláh, Ährenlese

„Nun ist Er, die Ewige Wahrheit, gekommen. Er hat das Banner der Macht aufgerichtet und verströmt den ungetrübten Glanz Seiner Offenbarung über die Welt.“

Bahá’u’lláh, Ährenlese

„Er ist es, der die Manifestation des Unerkennbaren, des Unsichtbarsten alles Unsichtbaren ist, könntet ihr es doch begreifen.“

Bahá’u’lláh, Ährenlese

„Dies ist der Tag, da der Allbarmherzige in den Wolken des Wissens herabkam, bekleidet mit sichtbarer Herrschaft.“

Bahá’u’lláh, Ährenlese

„Jede Zeit hat ihr eigenes Problem, jede Seele ihre besondere Sehnsucht. Das Heilmittel, dessen die Welt in ihren gegenwärtigen Nöten bedarf, kann nicht das gleiche sein, das ein späteres Zeitalter erfordern mag.“

Bahá’u’lláh, Ährenlese

„Befasst euch gründlich mit den Nöten der Zeit, in der ihr lebt, und legt den Schwerpunkt eurer Überlegungen auf ihre Bedürfnisse und Forderungen.“

Bahá’u’lláh, Ährenlese

„Neues Leben durchpulst in dieser Zeit alle Völker der Erde, und doch hat keiner seine Ursache entdeckt und seine Triebfeder erkannt.“

Bahá’u’lláh, Ährenlese

„Der Fortschritt der Welt, die Entwicklung der Nationen, die Ruhe der Völker und der Frieden aller Erdenbewohner gehören zu den Grundsätzen und Geboten Gottes.“

Botschaften aus ‘Akká

„Religion ist wahrlich das vortrefflichste Mittel zur Errichtung der Ordnung in der Welt und für die Ruhe ihrer Völker.“

Botschaften aus ‘Akká

„Die Wohlfahrt der Menschheit, ihr Friede und ihre Sicherheit sind unerreichbar, wenn und ehe nicht ihre Einheit fest begründet ist.“

Bahá’u’lláh, Ährenlese

„Das Heiligtum der Einheit ist errichtet; betrachtet einander nicht als Fremde. Ihr seid die Früchte eines Baumes, die Blätter eines Zweiges.“

Bahá’u’lláh, Ährenlese

„So machtvoll ist das Licht der Einheit, dass es die ganze Erde erleuchten kann.“

Bahá’u’lláh, Ährenlese

„Wendet euer Angesicht der Einheit zu und lasst euch vom Glanz ihres Lichtes bescheinen. Versammelt euch, und beschließt um Gottes willen, alles auszurotten, was die Quelle des Streites unter euch ist.“

Bahá’u’lláh, Ährenlese

„Dem Menschen obliegt es, sich beharrlich an das zu halten, was Gemeinschaft, Wohlwollen und Einheit fördert.“

Bahá’u’lláh, Botschaften aus ‘Akká

„Der Menschen Licht ist die Gerechtigkeit. Löscht es nicht durch die Stürme der Unterdrückung und der Tyrannei. Der Zweck der Gerechtigkeit ist das Zustandekommen von Einheit unter den Menschen.“

Bahá’u’lláh, Botschaften aus ‘Akká

„Kein Leuchten, kann mit dem der Gerechtigkeit verglichen werden. Die Ordnung der Welt und die Ruhe der Menschheit hängen von ihr ab.“

Bahá’u’lláh , in: Das Kommen göttlicher Gerechtigkeit

„Was die Welt erzieht, ist die Gerechtigkeit, denn sie wird von zwei Säulen getragen: Lohn und Strafe. Diese beiden Säulen sind die Lebensquellen der Welt.“

Bahá’u’lláh, Botschaften aus ‘Akká

„Im Angesicht Gottes waren Frauen und Männer von jeher gleich und werden es immer sein.“

Bahá’u’lláh, in: Frauen

„Wisst ihr, warum Wir euch alle aus dem gleichen Staub erschufen? Damit sich keiner über den anderen erhebe.“

Bahá’u’lláh, Die Verborgenen Worte

„An diesem Tage hat die Hand göttlicher Gnade alle Unterschiede getilgt. Gottes Diener und seine Dienerinnen stehen auf derselben Stufe.“

Bahá’u’lláh, in: Frauen

„Es ist unerwünscht, dass ein Mensch ohne Kenntnisse oder Fertigkeiten gelassen wird, weil er dann nur ein unfruchtbarer Baum ist.“

Quelle: Geistiger Adel

„Widmet eueren Geist und Willen der Erziehung der Völker und Geschlechter auf Erden, … “

Bahá’u’lláh, Ährenlese

„Künste, Gewerbe und Wissenschaften erhöhen die Welt des Seins und tragen zu ihrer Vervollkommnung bei. Wissen gleicht den Flügeln im Leben des Menschen, es ist wie eine Leiter für seinen Aufstieg.“

Quelle: Brief an den Sohn des Wolfes

„In der Tat, Wissen ist ein wahrer Schatz für den Menschen, eine Quelle des Ruhmes, der Großmut, der Freude, der Erhabenheit, des Frohsinns und der Heiterkeit.“

Brief an den Sohn des Wolfes

110 Zitaten Buch 4 Ruhi

»Wahrlich, Ich sage, dies ist der Tag, an dem die Menschheit das Angesicht des Verheißenen schauen und Seine Stimme hören kann. Gottes Ruf ist erhoben, und das Licht Seines Antlitzes ist über den Menschen aufgegangen. Es geziemt einem jeden, die Spuren jedes eitlen Wortes von der Tafel seines Herzens zu löschen und mit offenem und unvoreingenommenem Sinn fest auf die Zeichen Seiner Offenbarung, die Beweise Seiner Sendung und die Zeichen Seiner Herrlichkeit zu schauen. «1
1 Bahá’ulláh, Ährenlese.

»Dies ist der Tag, da Gottes erhabenste Segnungen den Menschen zugeströmt sind, der Tag, da alles Erschaffene mit Seiner mächtigsten Gnade erfüllt wurde. Alle Völker der Welt haben die Pflicht, ihre Gegensätze auszugleichen und in vollkommener Einigkeit und in Frieden im Schatten des Baumes Seiner Obhut und Gnade zu wohnen. Es geziemt ihnen, sich an das zu halten, was an diesem Tage der Erhöhung ihrer Stufe und der Förderung ihres eigenen Besten dient. «2
2 Bahá’ulláh, Ährenlese.

»Dies ist der Tag, da das Meer göttlicher Gnade den Menschen offenbart ist, der Tag, da die Sonne Seiner Güte ihren Strahlenglanz über sie ergießt, der Tag, da die Wolken Seiner reichen Gaben die ganze Menschheit überschatten. Jetzt ist es Zeit, die Niedergeschlagenen mit dem belebenden Hauch der Liebe und Gemeinschaft und den lebendigen Wassern der Freundlichkeit und Güte aufzumuntern und zu erquicken. «3
3 Bahá’ulláh, Ährenlese.

»Groß fürwahr ist dieser Tag! Die Hinweise in allen Heiligen Schriften auf ihn als den, Tag Gottes‘ bezeugen seine Größe. Die Seele jedes Propheten Gottes und je des göttlichen Boten hat nach diesem wundersamen Tag gedürstet. Alle Geschlechter der Erde haben sich in gleicher Weise danach gesehnt, ihn zu erleben. Doch kaum hatte sich das Tagesgestirn Seiner Offenbarung am Himmel des Willens Gottes kundgetan, da wurden alle außer jenen, die der Allmächtige zu führen beliebte, als stumm und achtlos befunden. «4
4 Bahá’ulláh, Ährenlese.

»Die Welt ist aus dem Gleichgewicht geraten durch die Schwungkraft dieser größten, dieser neuen Weltordnung. Das geregelte Leben der Menschheit ist aufgewühlt durch das Wirken dieses einzigartigen, dieses wundersamen Systems, desgleichen kein sterbliches Auge gesehen hat. Versenkt euch in das Meer Meiner Worte, damit ihr seine Geheimnisse ergründen und alle Perlen der Weisheit entdecken möget , die in seinen Tiefen verborgen liegen. Hütet euch, dass ihr nicht wankend werdet in euerem Entschluss, die Wahrheit dieser Sache anzunehmen – einer Sache, durch welche Gott die Möglichkeiten Seiner Macht offenbart und Seine höchste Herrschaft errichtet hat. «5
5 Bahá’ulláh, Ährenlese.

»O ihr Geliebten des Herrn! Dies ist der Tag der Vereinigung, der Tag der Ernte für die ganze Menschheit. , Wahrlich, Gott hebt die, welche in geschlossener Front für Seine Sache kämpfen, als wären sie ein fester Wall.‘ – Beachtet, dass Er sagt:, in geschlossener Front‘. Das bedeutet dichtgedrängt, jeder dem anderen unter gehakt, jeder seinen Gefährten beistehend. Kämpfen, wie es in dem heiligen Vers heißt, bedeutet in dieser größten aller Sendungen nicht, mit Schwert und Speer, mit Lanzen und durchbohrenden Pfeilen voranzustürmen, sondern bewaffnet zu sein mit reiner Absicht, mit rechtschaffenen Motiven, mit hilfreichen, wirksamen Ratschlägen, mit göttlichen Eigenschaften, mit Taten, die dem Allmächtigen Wohlgefallen, mit den Tugenden des Himmels. Es bedeutet: die ganze Menschheit erziehen, alle Menschen führen, die süßen Düfte des Geistes weltweit verbreiten, die Beweise Gottes darlegen, schlüssige, göttliche Argumente vorbringen so wie barmherzige Taten verüben. «6
6 Bahá’ulláh, Ährenlese

»Es ist keine Zeit zu verlieren, kein Raum zum Zaudern. Unzählige hungern nach dem Brot des Lebens. Die Bühne ist errichtet. Die feste und unwiderrufliche Verheißung ist gegeben. Gottes eigener Plan ist in Bewegung gesetzt worden. Seine Schwungkraft wächst mit jedem vorübergehenden Tag. Die Mächte von Himmel und Erde stehen seiner Verwirklichung auf geheimnisvolle Weise bei. Eine solche Gelegenheit ist unwiederbringlich. Wer zweifelt, möge sich erheben und selbst die Wahrheit solcher Aussagen prüfen. Beharrliche Bemühungen werden schließlich Wahrheit solcher Aussagen prüfen. Beharrliche Bemühungen werden schließlich zum vollständigen Sieg führen. «7
7 Shoghi Effendi, Messages to America, Wilmette, 1947, S. 17*

„Eines Tages forderte ich den Báb auf, die einleitenden Worte des Qur’án aufzusagen. … Er zögerte und meinte, ohne dass Ihm gesagt würde, was diese Worte bedeuteten, wolle Er in keiner Weise wagen , sie auszusprechen. Ich gab vor, ihre Bedeutung nicht zu kennen. , Ich weiß, was diese Worte bedeuten‘, bemerkte mein Schüler, ,mit ihrer Erlaubnis will Ich sie erklären‘. Er sprach mit einem derartigen Wissen und so fließend, dass ich sprachlos war vor Staunen. … Die Lieblichkeit Seiner Worte klingt noch heute in meinem Gedächtnis nach. Ich sah mich veranlasst, Ihn Seinem Onkel zurückzubringen und das Pfand, das er meiner Fürsorge anvertraut hatte, in seine Hände zurückzulegen. Ich beschloss ihm zu sagen, wie unwürdig ich mich fühle, ein so außergewöhnliches Kind zu lehren. Ich traf Seinen Onkel allein in seinem Büro an. , Ich habe Ihn dir zurückgebracht‘, sagte ich, , und ich übergebe Ihn deiner wachsamen Obhut. Man darf Ihn nicht wie sonst ein Kind behandeln, denn in Ihm kann ich schon Anzeichen von jener geheimnisvollen Macht erkennen, die allein die Offenbarung des Qá’im aufweisen kann. Deine Aufgabe ist es, Ihn mit der liebevollsten Fürsorge zu umgeben. Behalte Ihn in deinem Hause, denn Er braucht wirklich keinen solchen Lehrer wie mich!‘ Der Onkel rügte den Báb streng. ,Hast du meine Anweisungen vergessen?‘ sagte er. , Habe ich dich nicht ermahnt, dem Beispiel deiner Mitschüler zu folgen und dich ruhig zu verhalten und aufmerksam auf jedes Wort zu hören, das dein Lehrer spricht?‘ Nachdem der Báb ihm versprochen hatte, seine Anordnungen getreulich zu befolgen, hieß er Ihn, in Seine Schule zurückzugehen. Aber die Seele dieses Kindes ließ sich durch die strengen Ermahnungen Seines Onkels nicht unter drücken. Nichts vermochte den Fluss Seines angeborenen Wissens zu hemmen. Tag um Tag führ Er fort, so außergewöhnliche Beweise einer übermenschlichen Weisheit zu erbringen, dass ich unfähig bin, sie wiederzugeben. »8
8 Nabils Bericht aus den frühen Tagen der Bahá’í-Offenharung.

»edlen, jugendlichen und unwiderstehlichen Persönlichkeit des Báb, des in Seiner Sanftmut Unvergleichlichen, in Seiner heiteren Gelassenheit Unerschütterlichen, mit Seinen Äußerungen magnetisch Anziehenden. «9
9 Shoghi Effendi, Gott geht vorüber.

„Es war etwa eine Stunde nach Sonnenuntergang, als mein jugendlicher Gastgeber mit mir zu sprechen begann. Er fragte mich: , Wen betrachtest du nach Siyyid Kázim als seinen Nachfolger und deinen Führer?‘ , In seiner Todesstunde‘, antwortete ich, ,hat unser verstorbener Lehrer uns inständig gebeten, unsere Heimstätten zu verlassen und in alle Welt zu ziehen, um den verheißenen Geliebten zu suchen. Ich bin deshalb nach Persien gezogen, habe mich aufgemacht, seinen Willen zu erfüllen, und bin immer noch auf der Suche.‘ ,Hat dein Lehrer‘, so fragte Er weiter, ,dir irgendwelche Einzelheiten über die kennzeichnenden Merkmale des Verheißenen genannt?‘ Ja‘, erwiderte ich, , Er ist von edler Abkunft, kommt aus einer berühmten Familie und stammt aus dem Geschlecht der Fátimih. Was Sein Alter betrifft, so ist er über zwanzig und nicht älter als dreißig Jahre alt. Er ist mit angeborenem Wissen begabt. Er ist von mittlerer Größe, raucht nicht und ist völlig frei von körperlichen Gebrechen.‘ Er schwieg eine Weile, dann erklärte Er mit bebender Stimme: , Siehe, alle diese Zeichen sind in Mir offenbar!‘ Er ging dann auf jedes der oben genannten Merkmale einzeln ein und legte schließlich dar, dass jedes von ihnen auf Seine Person zutrifft.“10
10 Nabils Bericht aus den frühen Tagen der Bahá’í-Offenbarung.

»O du, der du der erste bist, der an Mich glaubt! Wahrlich, Ich sage dir, Ich bin der Báb, das Tor Gottes, und du bist der Bábu’1-Báb, das Tor dieses Tores. Acht2ehn Seelen müssen zu Beginn von selbst und aus eigenem Antrieb Mich selbst und aus eigenem Antrieb Mich annehmen und die Wahrheit Meiner Offenbarung anerkennen. Ohne zuvor verständigt oder aufgefordert zu sein, muss jede von ihnen unabhängig Mich zu finden suchen. Und wenn ihre Zahl erfüllt ist, muss eine unter ihnen dazu auserwählt werden, Mich auf Meiner Pilgerfahrt nach Mekka und Medina zu begleiten. Dort werde ich die Botschaft Gottes dem Sharif von Mekka übermitteln. Dann werde Ich nach Kúfih zurückkehren, wo Ich in der Moschee jener heiligen Stadt Seine Sache wieder offenbaren werde. Dir ist auferlegt, weder deinen Gefährten noch irgend einer anderen Seele mitzuteilen, was du gesehen und gehört hast. «11
11 Nabils Bericht aus den frühen Tagen der Bahá’í-Offenbarung.

»Wie schwach und unfähig, wie niedergeschlagen und furchtsam war ich doch zuvor gewesen!“ sagte er später. „Ich konnte weder schreiben noch gehen, so zitterten meine Hände und Füße. Nun aber hatte das Wissen um Seine Offenbarung mein ganzes Sein wie elektrisiert. Ich fühlte mich von einem solchen Mut und einer solchen Kraft durchdrungen, dass, wenn die Welt und alle ihre Völker und Herrscher sich wider mich erhoben hätten, ich ganz allein unerschrocken ihrem Anschlag standgehalten hätte. Das Weltall erschien mir wie eine Handvoll Staub in meinem Griff. Ich kam mir vor wie die Stimme Gabriels, die der Menschheit zurief: , Wachet auf! Denn siehe, das Morgenlicht ist angebrochen! Erhebet euch, denn Seine Sache ist kundgetan worden! Das Tor Seiner Gnade ist weit geöffnet! Tretet ein, o Völker der Erde! Denn Er, der euch Verheißene, ist da! «12
12 Nabils Bericht aus den frühen Tagen der Bahá’í-Offenbarung.

»Heute ist der 23. Mai, der Gedenktag der Botschaft und der Erklärung des Báb. Es ist ein gesegneter Tag, das Heraufdämmern der Manifestation, denn das Kommen des Báb war das Frühlicht des wahren Morgens. … Darum ist es ein gesegneter Tag, der Beginn der himmlischen Großmut, der Anfang des göttlichen Strahlens. An diesem Tag im Jahre 1844 wurde der Báb ausgesandt, das König reich Gottes anzukündigen und auszurufen. Er verkündete die frohe Botschaft des Kommens Bahá’u’lláhs und widerstand der Feindseligkeit des ganzen persischen Volkes. «13
13 ‚Abdu’1-Bahá,The Promulgation of Universal Peace, Wilmette: Bahá’í Publishing Trust, 1995, S. 138*

»Die Tage unseres Zusammenseins gehen zu Ende. Mein Bund mit dir ist nun erfüllt. Lege die Rüstung des Diensteifers an und mache dich auf, Meine Sache zu verbreiten Lass dich nicht entmutigen, wenn du die Verderbtheit und Entartung dieses Geschlechts wahrnimmst, denn der Herr des Bundes wird dir sicherlich beistehen. Wahrlich Er wird dich mit Seinem liebevollen Schutz umgeben und wird dich von Sieg zu Sieg führen. Wie die Wolke die ihren Segen über die Erde ergießt, durchwandere du das Land von einem Ende zum anderen und gieße auf sein Volk die Segnungen, die der Allmächtige in Seiner Gnade dir verliehen hat. … Für die Pilgerfahrt, die Wir nun antreten, haben Wir Quddus zu Unserem Gefährten erwählt. Wir lassen dich zurück, damit du den Anschlagen eines bösartigen und erbarmungslosen Feindes ins Auge schauest. Doch sei dessen gewiss, dass eine unaussprechlich herrliche Gnade deiner harrt. Richte deinen Weg nach Norden und besuche auf dieser Reise Isfahán, Kashan, Qum und Tihrán. Flehe zur Allmächtigen Vorsehung, sie möge dir gnädiglich beistehen, in jener Hauptstadt zum Sitz der wahren Herrschaft zu gelangen und in die Wohnstatt des Geliebten einzutreten. Ein Geheimnis hegt verborgen in jener Stadt. Wenn es offenbart sein wird, dann wird es die Erde in ein Paradies verwandeln. Ich habe die Hoffnung, dass du an seiner Gnade teilhaben und seine Herrlichkeit erkennen mögest. «14
14 Nabils Bericht aus den frühen Tagen der Bahá’í-Offenbarung.

»Nachdem der Báb Mulla Husayn Anweisungen gegeben hatte, nach Tihrán zu gehen, berief Er die anderen Buchstaben des Lebendigen m Seine Gegenwart und erteilte jedem einen besonderen Auftrag. In Seinen Abschiedsworten rief Er sie auf, jeden irdischen Wunsch abzulegen und sich weit und breit zu verstreuen, um Seme Sache zu verkünden. „O Meine geliebten Freunde!“ sprach Er zu ihnen, „ihr seid die Träger des Namens Gottes an diesem Tag. …Es geziemt jedem von euch, die Eigenschaften Gottes zu offenbaren und durch eure Worte und Taten ein Beispiel zu sein für die Zeichen Seiner Macht und Herrlichkeit. „Achtet nicht eurer Schwachheit oder Furcht,“ ermutigte Er sie; „richtet euren Blick auf die unüberwindliche Macht des Herrn, eures Gottes, des Allmächtigen. … Erhebt euch m Semem Namen, setzteuer Vertrauen ganz auf Ihn und seid sicher, dass ihr letztlich siegen werdet. «15
15 Nabils Bericht aus den frühen Tagen der Bahá’í-Offenbarung.

»Die Tage deiner Gemeinschaft mit Mir gehen zu Ende. Die Stunde unserer Trennung hat geschlagen, einer Trennung, der keine Wiedervereinigung folgen wird außer jener im Königreich Gottes in der Gegenwart des Königs der Herrlichkeit. … In den Straßen von Shiráz wirst du mit Schmach überhäuft werden, und schlimmste Verletzung wird dein Körper erleiden. Du wirst das schändliche Verhalten deiner Feinde überstehen und wirst in die Gegenwart Dessen gelangen, der der einzige Gegenstand unserer Verehrung und Liebe ist. In Seiner Gegenwart wirst du allen Kummer und alle Schande, die man auf dich gehäuft hat, vergessen. Die Heerscharen des Unsichtbaren werden dir zu Hilfe eilen und werden aller Welt deinen Heldenmut und deinen Ruhm kundtun. Du wirst die unaussprechliche Freude haben, den Kelch des Martyriums für Seine Sache zu leeren. Auch Ich werde den Pfad des Opfers betreten und werde dich im Reiche der Ewigkeit wiedersehen. «16
16 Nabils Bericht aus den frühen Tagen der Bahá’í-Offenbarung.

»Flehe zur allmächtigen Vorsehung, sie möge dir gnädiglich beistehen, in jener Hauptstadt zum Sitz der wahren Herrschaft zu gelangen und in die Wohnstatt des Geliebten einzutreten. Ein Geheimnis liegt verborgen in jener Stadt. Wenn es offenbart sein wird, dann wird es die Erde in ein Paradies verwandeln. Ich habe die Hoffnung, dass du an seiner Gnade teilhaben und seine Herrlichkeit erkennen mögest. «17
17 Nabils Bericht aus den frühen Tagen der Bahá’í-Offenbarung.

»Das wird ein Lehrstück sein für das Volk von Shiráz.“ erklärte der daran erkennen, welche Strafe auf Ketzerei steht «18
18 Nabils Bericht aus den frühen Tagen der Bahá’í-Offenbarung.

 

»Sie erlitten dafür große Pein und schwere Heimsuchungen. Sie widerstanden den Prüfungen mit wunderbarer Kraft und erhabenem Heldenmut. Tausende wurden ins Gefängnis geworfen, gepeinigt, verfolgt und zu Tode gebracht. Ihre Häuser wurden geplündert und verheert, ihr Besitz enteignet. Bereitwillig opferten sie ihr Leben und blieben bis zum Ende unerschütterlich in ihrem Glauben. Diese wunderbaren Seelen sind die Lampen Gottes, die Sterne der Heiligkeit, die ruhmreich vom ewigen Horizont des Willens Gottes strahlen. «19
19 ‚Abdu’1-Bahá, The Promulgation of Universal Peace,Wilmette: Bahá’í- Publishing Trust, 1995, S. 138*

»Als wir ihm näher kamen, grüßte er uns und fragte, was unser Ziel sei. Ich hielt es für das beste, ihm nicht die Wahrheit zu sagen, und antwortete, dass wir vom Gouverneur von Fars in diese Gegend geschickt worden seien, um gewisse Erkundigungen einzuziehen. Er bemerkte lächelnd: ,Der Gouverneur hat euch ausgesandt, Mich gefangen zu nehmen. Hier bin Ich: Tut mit Mir, wie euch beliebt. Ich kam euch entgegen, um euch den Weg abzukürzen, und damit ihr Mich leichter findet.‘ Ich war sprachlos über diese Worte und wunderte mich über seine Aufrichtigkeit und Offenheit. Ich konnte mir seine Bereitwilligkeit, sich aus eigenem Antrieb der strengen Zucht der Regierungsbehörden auszuliefern und dabei sein Leben und seine Sicherheit aufs Spiel zu setzen, nicht erklären. Ich versuchte, ihn einfach nicht zu beachten, und machte Anstalten weiterzureiten. Da ging er auf mich zu und sagte: ,Ich schwöre bei der Gerechtigkeit Dessen, der den Menschen erschuf, ihn überall Seine übrigen Geschöpfe hinaushob und sein Herz zum Sitz Seiner Herrschaft und Erkenntnis gemacht hat, dass Ich Mein Leben lang kein unwahres Wort gesprochen habe und dass Ich nie einen anderen Wunsch gehabt habe als das Wohl und den Fortschritt Meiner Mitmenschen. Ich habe Mein eigenes Wohl verschmäht und habe stets vermieden, zur Ursache des Schmerzes oder des Kummers für irgend jemanden zu werden. Ich weiß, dass du Mich suchst. Und Heber will ich Mich selbst in deine Hand geben, als dass Ich dich und deine Gefährten unnötigen Unannehmlichkeiten um Meinetwillen aussetzte.‘ Diese Worte bewegten mich tief. Unwillkürlich stieg ich von meinem Pferd ab, küsste seine Steigbügel und sprach ihn an mit den Worten: ,O licht in den Augen des Propheten Gottes! Ich beschwöre dich bei Ihm, der dich erschaffen und mit solcher Erhabenheit und Kraft ausgestattet hat, erfülle meine Bitte und erhöre mein Flehen. Ich bitte dich inständig, verlasse diesen Ort und fliehe vor dem Angesicht des Gouverneurs dieser Provinz. Mir graut vor seinen Anschlägen wider dich; und ich bin empört bei dem Gedanken, dass ich zum Werkzeug für seine böswilligen Pläne gegen einen so unschuldigen und edlen Abkommen des Propheten Gottes gemacht werden soll.‘ Auf meine inständige Bitte gab er die Antwort: , Möge der Herr, dein Gott, dir deine Großmut und deine edle Absicht vergelten. Niemand weiß um das Geheimnis Meiner Sache; niemand vermag ihre Geheimnisse zu ergründen. Nie und nimmer werde Ich Mein Angesicht vom Willen Gottes abkehren. Er allein ist Meine sichere Feste, Meine Stütze und Meine Zuflucht. Bis Meine letzte Stunde da ist, wird niemand wagen, Mich anzugreifen, niemand kann den Plan des Allmächtigen vereiteln. Und wenn Meine Stunde gekommen ist, wie groß wird Meine Freude sein, wenn Ich dann den Kelch des Märtyrertums in Seinem Namen leeren darf! Hier bin Ich, gib Mich in die Hände deines Herrn! Fürchte dich nicht, denn niemand wird dich darum tadeln.‘ Ich beugte mich ihm und erfüllte seinen Wunsch. «20
20 Nabils Bericht aus den frühen Tagen der Bahá’í-Offenbarung Hofheim-Langenhain 1975, S. 182

»Ich werde dich wiedersehen in den Bergen von Ádhirbáyján, von wo Ich dich aussenden werde, die Krone des Märtyrertums zu erlangen. Ich selbst werde dir nachfolgen zusammen mit einem Meiner getreuen Jünger und werde dir wieder begegnen im Reiche der Ewigkeit. «21
21 Nabils Bericht aus den frühen Tagen der Bahá’í-Offenbarung.

»Der allmächtige Geber hat mich mit großem Reichtum bedacht. Ich weiß nicht, wie ich diesen am besten verwenden soll. Nun, da ich mit Gottes Hilfe diese Offenbarung erkennen durfte, ist es mein innigster Wunsch, all meinen Besitz Eurem Wohl und der Verbreitung Eures Ruhmes zu weihen. Ich habe die Absicht, mit Eurer Erlaubnis nach Tihrán zu gehen und mein Bestes zu tun, um Muhammad Shah, der zu mir ein festes, unerschütterliches Vertrauen hat, für diese Sache zu gewinnen. «22
22 Nabils Bericht aus den frühen Tagen der Bahá’í-Offenbarung.

»Möge Euch Gott Eure guten Absichten lohnen. Ein so erhabener Plan ist Mir teurer als die Tat selbst. Doch sind Eure und Meine Tage gezählt, sie sind zu kurz, als dass Euch erlaubt wäre, Eure Hoffnungen zu verwirklichen, und Ich es miterlebte. Nicht durch die Mittel, die Ihr Euch vorstellt, wird eine allmächtige Vorsehung den Sieg des Gottesglaubens herbeiführen. Durch die Armen und Niedrigen dieses Landes, durch das Blut, das sie auf Seinem Pfade vergießen, wird der allmächtige Herr Seine Sache bewahren und ihre Grundlagen festigen. Und dieser Gott wird Euch in der zukünftigen Welt die Krone ewiger Herrlichkeit aufs Haupt setzen und Seinen unermesslichen Segen über Euch ergießen. Von der Frist Eures irdischen Lebens bleiben Euch nur noch drei Monate und neun Tage; dann werdet Ihr voll Glauben und Gewissheit zu Eurer ewigen Wohnstatt eilen. «23
23 Nabils Bericht aus den frühen Tagen der Bahá’í-Offenbarung

»Wenn der Báb die Lehren und Grundsätze Seines Glaubens diktierte, konnte, wer am Fuß des Berges wohnte, Seine Stimme deutlich hören. Sein melodischer Gesang, der rhythmische Strom der Verse von Seinen Lippen nahm unsere Ohren gefangen und drang uns tief in die Seele. Berg und Tal hallten wider von Seiner majestätischen Stimme. Unsere Herzen erzitterten bis ins Innerste beim Hall Seiner Worte. «24
24 Nabils Bericht aus den frühen Tagen der Bahá’í-Offenbarung Hofheim-Langenhain 1975, S. 238f

»Ich bin, Ich bin, Ich bin der Verheißene! Ich bin Der, dessen Namen ihr seit tausend Jahren anruft, bei dessen Erwähnung ihr euch erhebt, dessen Kommen zu erleben ihr ersehnt und um dessen Offenbarung ihr Gott bittet, dass Er ihre Stunde beschleunige. Wahrlich, Ich sage, es obliegt den Völkern des Ostens wie des Westens, Meinem Wort zu gehorchen und Mir Treue zu geloben. «25
25 Nabils Bericht aus den frühen Tagen der Bahá’í-Offenbarung.

»Der Báb – möge Meine Seele ein Opfer für Ihn sein – erhob Sich bereits in jugendlichem Alter in Seiner Sache, im fünfundzwanzigsten Jahr Seines gesegneten Lebens. Ganz allein behauptete Er Seine Sache in einer unvorstellbaren Weise gegen die Perser, deren religiöser Fanatismus allgemein bekannt ist. Diese erhabene Seele erhob Sich mit solcher Kraft, dass sie die Stützen der Religion und Moral, die Zustände, Sitten und Gebräuche Persiens ins Wanken brachte, stattdessen ein neues Gesetz und neue Vorschriften einsetzte und eine neue Religion schuf. Obgleich die Spitzen der Regierung, beinahe die gesamte Geistlichkeit und die Leute der Öffentlichkeit sich erhoben, um Ihn zu vernichten und zu töten, hielt Er ihnen allein stand und brachte ganz Persien in Aufruhr. Viele ‚Ulamá und Leute der Öffentlichkeit wie auch andere opferten freudig ihr Leben für Seine Sache und eilten zur Stufe des Märtyrertums. Die Regierung, das Volk, die Religionsgelehrten und hochgestellten Persönlichkeiten versuchten vergeblich, Seine Fackel auszulöschen. Schließlich wurde Seine Bedeutung offenbar, Sein Stern begann zu leuchten, die von Ihm geschaffenen Grundlagen festigten sich, und Seine Morgenröte wurde zum strahlenden Licht. Er verlieh göttliche Erziehung und beeinflusste in wunderbarer Weise das Denken, die Moral und die Lebensart der Perser. Er verkündete Seinen Anhängern die frohe Botschaft vom baldigen Aufgang der Sonne Bahás und bereitete sie auf den neuen Glauben vor. Das Erscheinen so wunderbarer Zeichen und großer Taten, die Einflussnahme auf das allgemeine Denken und die herrschenden Meinungen, die Errichtung der Grundlage für Fortschritt und die Gestaltung der Voraussetzungen für Erfolg und Glück durch einen jungen Kaufmann sind die besten Beweise dafür, dass Er ein vollkommener Erzieher war. Kein gerechter Mensch wird zögern, dies zu glauben. «26
26 ‘Abdu’1-Bahá, Beantwortete Fragen,

«Stehe auf ,“ antwortete der Báb, »und sei gewiss, dass du bei Mir sein wirst. Morgen wirst du Zeuge dessen sein, was Gott beschlossen hat.«27

27 Nabils Bericht aus den frühen Tagen der Bahá’í-Offenbarung.

»Freue dich ,“ sagte der Báb zu ihm, »die Stunde naht, da Ich in dieser Stadt vor den Augen der Menge aufgehängt und dem Feuer des Feindes zum Opfer fallen werde. Niemanden außer dir werde Ich dazu ausersehen, den Kelch des Märtyrertums Mir zu teilen. Sei gewiss, dass die Verheißung, die Ich dir gebe, in Erfüllung geht. «28
28 Nabils Bericht aus den frühen Tagen der Bahá’í-Offenbarung

»Morgen,» sagte Er zu ihnen, „ist der Tag Meines Märtyrertodes. O dass doch einer von euch jetzt aufstünde und mit seinen Händen Mein Leben beendete. Ich möchte lieber von der Hand eines Freundes sterben als von der des Feindes.“ Niemand konnte daran denken, ein so kostbares Leben zu nehmen, und sie schwiegen mit Tränen in den Augen. Da sprang plötzlich Anis auf und sagte, er sei bereit zu allem, was der Bab befehle. „Dieser Jüngling,“ sagte der Bab, „der sich erhob, Meinem Wunsche zu willfahren, wird mit Mir den Märtyrertod erleiden. Ihn er wähle Ich, diese Krone mit Mir zu teilen. «29
29 Nabils Bericht aus den frühen Tagen der Bahá’í-Offenbarung.

»Nicht ehe Ich ihm alles sagte, was Ich ihm zu sagen wünsche, kann irdische Macht Mich zum Schweigen bringen. Wäre alle Welt in Waffen gegen Mich, hätten sie doch keine Macht, Mich daran zu hindern, Meine Absicht auszuführen bis zum letzten Wort. «30
30 Nabils Bericht aus den frühen Tagen der Bahá’í-Offenbarung.

»Ich bekenne mich zum christlichen Glauben, erklärte er dem Báb, „und hege keinen bösen Willen wider Euch Wenn Eure Sache die Sache der Wahrheit ist, dann befreit mich von der Pflicht, Euer Blut zu vergießen.“ „Folgen Sie Ihren Anweisungen,“ antwortete der Báb, „und wenn Ihre Absicht rein ist, so ist der Allmächtige gewiss in der Lage, Sie aus Ihrer Not zu erlösen.«31
31 Nabils Bericht aus den frühen Tagen der Bahá’í-Offenbarung.

»Ich habe Mein Gespräch zu Ende geführt,“ sagte der Báb, „jetzt können Sie weitermachen und Ihre Aufgabe erledigen. «32
32 Nabils Bericht aus den frühen Tagen der Bahá’í-Offenbarung.

»Hättet ihr an Mich geglaubt, o widerspenstiges Geschlecht, wäre jeder von euch dem Beispiel dieses Jungen gefolgt, der die meisten von euch überragt, und hätte sich willig auf Meinem Pfad geopfert. Es kommt der Tag, da ihr Mich erkennt; an jenem Tag werde Ich nicht mehr bei euch sein. «33
33 Nabils Bericht aus den frühen Tagen der Bahá’í-Offenbarung.

»Die Glaubensgrundlage des Volkes Bahá – möge ihm mein Leben geopfert sein – ist: , Seine Heiligkeit der Erhabene [der Báb] ist die Manifestation der Einheit und Einzigkeit Gottes und der Vorläufer der Altehrwürdigen Schönheit. Seine Heiligkeit die Schönheit Abhá möge mein Leben ein Opfer für Seine standhaften Freunde sein – ist die Höchste Manifestation Gottes und das Morgenlicht Seines Göttlichsten Wesens. Alle anderen sind Seine Diener und gehorchen Seinem Gebot. «34
34 Abdu’1-Bahá, in: Dokumente des Bündnisses.

«Der Báb, den Bahá’u’lláh als das Wesen der Wesen anruft, das Meer der Meere, den Punkt, den die Wirklichkeiten der Propheten und Boten umkreisen, von dem Gott die Erkenntnis ausgehen Heß von allem, was war und was sein wird, der im Rang alle Propheten überragt und dessen Offenbarung all ihrer Erwählten Fassungskraft und Verständnis übersteigt, hat Seine Botschaft ausgerichtet und Seinen Auftrag erfüllt. Der nach den Worten ‚Abdu’l-Bahás der Morgen der Wahrheit war, der Vorbote des Größten Lichtes, dessen Advent zugleich das Ende des prophetischen Zyklus und den Beginn des Zyklus der Erfüllung bezeichnet, hat mit einem Schlag durch Seine Offenbarung die auf Seinem Land ruhenden Schatten der Nacht gebannt und den bevorstehenden Aufstieg jenes unvergleichlichen Gestirns angekündigt, in dessen Glanz sich die ganze Menschheit sonnen werde.. »35
35 Shoghi Effendi, Gott geht vorüber.

»Dass eine so kurze Zeitspanne diese machtvolle, wunderbare Offenbarung von Meiner Mir vorausgegangenen Manifestation getrennt hat, ist ein Geheimnis, das kein Mensch enträtseln, und ein Mysterium, das kein Geist ergründen kann.«36
36 Bahá’u’lláh, in: Shoghi Effendi: Die Weltordnung Bahá’u’lláhs.

»Sein Wesen war von so seltener Vornehmheit und Schönheit, Seine Persönlichkeit von so edler Sanftmut und dabei doch so kraftvoll, Sein natürlicher Charme verband sich mit so viel Takt und Urteilskraft, dass Er bald nach Seiner Erklärung in Persien eine weithin bekannte Persönlichkeit war. Er gewann fast alle für Sich, die mit Ihm in persönliche Berührung kamen, und oft bekehrte Er Seine Kerkermeister zu Seinem Glauben und machte Menschen, die Ihm übel wollten, zu bewundernden Freunden. «37
37 Shoghi Effendi, in: Nabils Bericht.

»Die Erscheinung des Báb gleicht der Morgendämmerung, denn die Morgendämmerung enthält die Verheißung der Sonne. Das Dämmern des Báb verhieß den Aufgang der Sonne der Wahrheit, die die ganze Welt umhüllen sollte.«38
38 Abdu’1-Bahá, On Divine Philosophy, Boston 1918, S. 47-48*

»Gibt es einen Befreier von Schwierigkeiten außer Gott? Sprich: Gelobt sei Gott! Er ist Gott! Alle sind Seine Diener und alle unterstehen Seinem Befehl. »39
39 Báb, in: Gebete.

»Sprich: Gott genügt allen Dingen über alle Dinge hinaus, und nichts in den Himmeln, auf Erden oder dazwischen kann genügen außer Gott, deinem Herrn. Wahrlich, Er ist der Wissende, der Erhalter, der Allmächtige. »40
40 Báb, in: Gebete.

»O Meine geliebten Freunde! Ihr seid die Träger des Namens Gottes an diesem Tag. Ihr seid auserwählt worden als die Schatzkammern Seines Geheimnisses. Es geziemt jedem von euch, die Eigenschaften Gottes zu offenbaren und durch eure Worte und Taten ein Beispiel zu sein für die Zeichen Seiner Gerechtigkeit, Seiner Macht und Herrlichkeit. Jedes Glied eures Körpers muss Zeugnis ablegen für die Erhabenheit eurer Absichten, die Reinheit eures Lebens, die Wahrheit eures Glaubens und die Erhabenheit eurer Hingabe. Denn wahrlich, Ich sage euch, dies ist der Tag, von dem Gott in Seinem Buche spricht: ‚An jenem Tag wollen Wir ein Siegel auf ihren Mund drücken; ihre Hände aber werden von Uns reden und die Füße werden Zeugnis ablegen von dem, was sie getan haben.’ [Qur’án] Denkt an die Worte Jesu, die Er an Seine Jünger richtete, als Er sie aussandte, die Sache Gottes zu verkünden. Er hieß sie, sich zu erheben und ihre Aufgabe zu erfüllen, und sprach zu ihnen: ‚Ihr seid wie das Feuer, das im Dunkel der Nacht auf dem Gipfel des Berges angezündet worden ist. Lasst euer Licht leuchten vor den Augen der Menschen! Euer Wesen muss so rein und eure Entsagung so vollkommen sein, dass die Menschen auf Erden durch euch den himmlischen Vater, der die Quelle der Reinheit und der Gnade ist, erkennen und Ihm näher kommen können. Denn niemand hat den Vater gesehen, der im Himmel ist. Ihr, Seine geistigen Kinder, müsst durch eure Taten ein Beispiel sein Seiner Eigenschaften und Seinen Ruhm bezeugen. Ihr seid das Salz der Erde; wenn aber das Salz dumm wird, womit soll man salzen? Wenn ihr eine Stadt betretet, um die Sache Gottes zu verkünden und zu lehren, muss eure Loslösung so groß sein, dass ihr weder Speise noch Lohn von den Menschen dort erwartet. Vielmehr sollt ihr, wenn ihr jene Stadt verlasst, ihren Staub von euren Füßen schütteln. So rein und unbefleckt, wie ihr sie betreten habt, müsst ihr sie wieder verlassen. Denn wahrlich, Ich sage euch, der himmlische Vater ist immer bei euch und wacht über euch. So ihr an Ihn glaubt, wird Er gewisslich alle Schätze der Erde in eure Hände legen und wird euch erheben über alle Herrscher und Könige der Welt.’ O Meine Buchstaben! Wahrlich, Ich sage euch, unendlich erhaben ist dieser Tag über die Tage der früheren Apostel. Unermesslich ist der Unterschied! Ihr seid die Zeugen des Heraufdämmerns des Verheißenen Tages Gottes. Ihr habt teil an dem geheimnisvollen Kelch Seiner Offenbarung. Legt die Rüstung des Diensteifers an und seid eingedenk der Worte Gottes, wie sie in Seinem Buch [Qur’án] geoffenbart sind: ‚Siehe, der Herr, Dein Gott, ist gekommen und mit Ihm die Heerscharen Seiner Engel, die vor Ihm stehen!’ Reinigt eure Herzen von allen irdischen Begierden und lasst himmlische Tugenden eueren Schmuck sein! Strebt danach, dass eure Taten die Wahrheit dieser göttlichen Worte bezeugen, und hütet euch, dass nicht durch eure ‚Abkehr’ Er ‚ein anderes Volk an eure Stelle setze’, das ‚nicht euresgleichen sein wird’, und welches das Königreich Gottes von euch nehmen wird. Die Tage, da müßige Anbetung zu genügen schien, sind vorüber. Die Zeit ist gekommen, da nur die reinsten Beweggründe, getragen von fleckenloser Reinheit, zum Throne des Allerhöchsten aufsteigen und von Ihm angenommen werden können. ‚Das gute Wort steigt zu Ihm auf, und die gerechte Tat wird es vor Ihm erhöhen.’ Ihr seid die Geringen, von denen Gott so in Seinem Buch [Qur’án] gesprochen hat: ‚Und Wir wollen Unsere Gunst denen erweisen, welche die Geringen im Lande sind, und wollen sie zu geistigen Führern unter den Menschen machen und zu Unseren Erben.’ Zu dieser Stufe seid ihr berufen worden, ihr werdet sie aber nur dann erreichen, wenn ihr euch aufmacht, jedes irdische Begehren unter eure Füße zu treten, und euch bemüht, zu jenen ‚Seinen geehrten Dienern zu werden, die nicht sprechen, bevor Er nicht gesprochen hat, und die Seinen Willen tun.’ Ihr seid die ersten Buchstaben, die aus dem Ersten Punkt hervorgegangen sind, die ersten Wasserstrahlen, die aus der Quelle dieser Offenbarung geströmt sind. Bittet den Herrn, euren Gott darum, dass keine irdische Bindung, keine weltliche Leidenschaft, kein Verlangen nach Vergänglichem eure Reinheit trübe oder die Süßigkeit der Gnade, die euch durchströmt, verbittere. Ich bereite euch für das Kommen eines machtvollen Tages vor. Bemüht euch aufs äußerste, dass Ich, der Ich euch jetzt unterweise, in der künftigen Welt Mich vor dem Gnadenthron Gottes eurer Taten erfreuen und eure Erfolge rühmen kann. Das Geheimnis des kommenden Tages ist jetzt noch verhüllt. Noch kann es nicht enthüllt und darum auch noch nicht geschätzt werden. Das neugeborene Kind jenes Tages übertrifft die weisesten und geachtetsten Männer dieser Zeit, und der Niedrigste und Ungelehrteste jener Zeit wird an Verständnis die gelehrtesten und vollendetsten Geistlichen dieses Zeitalters übertreffen. Verbreitet euch über das ganze Land und bereitet festen Fußes und geheiligten Herzens den Weg für Sein Kommen. Achtet nicht eurer Schwachheit oder Furcht; richtet euren Blick auf die unüberwindliche Macht des Herrn, eures Gottes, des Allmächtigen. Hat Er nicht in vergangenen Zeiten bewirkt, dass Abraham trotz scheinbarer Hilflosigkeit über die Streitmächte Nimrods gesiegt hat? Hat Er nicht Moses, der nur einen Stab zum Gefährten hatte, dazu befähigt, Pharao und seine Heerscharen zu besiegen? Hat Er nicht Jesus, der in den Augen der Menschen klein und niedrig war, über die vereinigten Mächte des jüdischen Volkes aufsteigen lassen? Hat Er nicht die barbarischen und kriegerischen Stämme Arabiens der heiligen und verwandelnden Zucht Muhammads, Seines Propheten, unterworfen? Erhebt euch denn in Seinem Namen, setzt euer Vertrauen ganz auf Ihn und seid sicher, dass ihr letztlich siegen werdet. «41                                                        41 Nabils Bericht aus den frühen Tagen der Bahá’í-Offenbarung.

»Die Gesegnete Vollkommenheit, Bahá’u’lláh, gehörte dem Adel Persiens an. Von frühester Kindheit an war Er unter Seinen Verwandten und Freunden ausgezeichnet. Sie sagten: Dieses Kind hat außerordentliche Macht.‘ An Weisheit, Intelligenz und als eine Quelle neuer Erkenntnis war Er Seinem Alter voraus und Seiner Umgebung überlegen. Alle, die Ihn kannten, waren erstaunt über Seine Frühreife. Sie pflegten zu sagen:, So ein Kind wird nicht überleben,‘ denn man glaubt gemeinhin, dass frühreife Kinder das Reifealter nicht erreichen. «42
42 Abdu’1-Bahá, The Promulgation of Universal Peace, Wilmette: Bahá’í Publishing Trust, 1995, S. 25*

»Was ist in dieser Schachtel?“ fragte „und was bedeutete dieses Schauspiel?“ „All dieser aufgewandte Zierrat,“ antwortete er, „der König, die Prinzen und die Minister, ihr Pomp, ihr Glanz ihre Macht, alles, was du gesehen hast, befindet sich jetzt in dieser Schachtel «43
43 Bahá’u’lláh, From an unpublished translation of His Tablet to Ra ‚is*

»… seit jenem Tag schien aller Zierrat der Welt in den Augen dieses Jünglings gleich jenem Schauspiel. Er hat nie das geringste Gewicht gehabt und wird es auch nie haben, und wäre es auch nur das eines Senfkorns. … Bald wird dieser äußerliche Zierrat, diese angehäuften Schätze, diese irdischen Eitelkeiten, diese auf
gehäuften Bataillone, dieser glänzende Putz, diese stolzen und eingebildeten Seelen – all dies wird in die Grabesenge gehen wie in jener Schachtel. In den Augen der Einsichtigen war aller Konflikt, alle Uneinigkeit und alle Prahlerei nie mehr als ein Kinderspiel und wird nie mehr sein. «44
44 Bahá’u’lláh, From an unpublished translation of His Tablet to Ra ‚is*

»…in einem großen, grenzenlosen Meer schwimmend. Sein Leib leuchtete über den Wassern mit einem Glanz, der das Meer erhellte. Um Sein Haupt, das man deutlich über den Wassern sehen konnte, strahlten nach allen Richtungen Seine langen, schwarzen Locken, in reicher Fülle auf den Wogen flutend. (Es) sammelte sich eine Menge von Fischen um Ihn her, von denen sich jeder am Ende eines Haares festhielt. Vom Leuchten Seines Antlitzes verzaubert, folgten sie Ihm, in welcher Richtung Er auch schwamm. So groß ihre Zahl auch war und so fest sie sich auch immer an Seine Locken hängten, so schien sich doch kein einziges Haar von Seinem Haupte gelöst zu haben, noch geschah Ihm das geringste Leid. Frei und uneingeschränkt bewegte Er sich im Wasser, und alle folgten Ihm. «45
45 Nabils Bericht aus den frühen Tagen der Bahá’í-Offenbarung.

»Der grenzenlose Ozean, den Sie in Ihrem Traum gesehen haben, ist nichts anderes als die Welt des Seins. Ganz von sich aus und ohne äußere Hilfe wird Ihr Sohn höchste Macht über sie gewinnen. Was immer Ihm beliebt, wird Er ungehindert vollbringen. Keiner wird Seinen Gang aufhalten und niemand wird Seinen Erfolg verhindern. Die Menge der Fische bedeutet die Unruhe, die Er unter den Völkern und Geschlechtern der Erde hervorrufen wird. Um Ihn werden sie sich scharen und Ihm werden sie anhängen. In der Gewissheit des unfehlbaren Schutzes des Allmächtigen wird Ihm jedoch durch diesen Aufruhr kein Leid geschehen, noch wird Seine Einsamkeit auf dem Meer des Lebens Seine Sicherheit gefährden. «46
46 Nabils Bericht aus den frühen Tagen der Bahá’í-Offenbarung.

»Dieser Unterdrückte hat weder eine Schule besucht noch an dem Wortstreit der Gelehrten teilgenommen. Bei Meinem Leben! Nicht aus eigenem Antrieb habe Ich von Mir gekündet, sondern Gott hat Mich nach Seinem ureigenen Ratschluss geoffenbart. «47
47 Bahá’u’lláh, Brief an des Sohn des Wolfes.

»Niemand trat in Seine Gegenwart, ohne durch Seine Macht von Ehrfurcht ergriffen zu werden. Die Gelehrten, die Ihm nahten, waren erstaunt über Sein Wissen, hatte Er doch nie eine Schule besucht noch von Menschen Unterricht empfangen. Seine Freunde und Seine Familie bezeugen dies; und doch sind Seine Lehren die Seele dieses Zeitalters. Die Sonne strahlt aus sich selbst und bezieht ihr Licht nicht von anderen Quellen. Die göttlichen Lehrer besitzen das angeborene Licht; Sie haben ein Wissen und Verstehen aller Dinge im Universum; die übrige Welt empfängt ihr Licht von Ihnen und durch Sie werden die Künste und Wissenschaften in jedem Zeitalter belebt. «48
48 Abdu’1-Bahá, On Divine Philosophy, Boston 1918, S. 49*

»Gräme dich nicht, dass du nicht auserwählt worden bist, Mich auf Meiner Pilgerfahrt nach Hijáz zu begleiten. Ich werde dafür deine Schritte nach jener Stadt lenken, die ein Geheimnis von so unbeschreiblicher Heiligkeit birgt, dass weder Hijáz noch Shiráz je hoffen können, ihr gleichzukommen. «49
49 Nabils Bericht aus den frühen Tagen der Bahá’í-Offenbarung.

»Ich hoffe,“ sagte er, „dass sein Schüler, anders als der Lehrer, ihre Wahrheiterkennen möge. «50
50 Nabils Bericht aus den frühen Tagen der Bahá’í-Offenbarung.

»Sage mir,“ forschte Mulla Husayn weiter, „gibt es in der Familie des verstorbenen Mirzá Buzurg-i-Núri, der für seinen vornehmen Charakter, seine Liebenswürdigkeit und seine künstlerischen und wissenschaftlichen Fähigkeiten so berühmt war, heute noch jemanden, der sich als fähig erwiesen hat, die hohe Tradition jenes berühmten Hauses weiterzuführen? «51
51 Nabils Bericht aus den frühen Tagen der Bahá’í-Offenbarung.

» Was ist sein Beruf?“ fragte Mulla Husayn. „Er tröstet die Verzweifelten und nährt die Hungrigen.“ „Wie ist sein Rang, seine Stellung?“ „Er hat nichts dergleichen, er tut nur den Armen und Fremden Gutes.“ „Wie ist sein Name?“ „Husayn-`Ali «52
52 Nabils Bericht aus den frühen Tagen der Bahá’í-Offenbarung Hofheim-Langenhain 1975, S. 138f

»Wie verbringt Er Seine Zeit?“ fragte er weiter. „Er streift in den Wäldern umher und freut sich an den Schönheiten der Natur.“ „Wie alt ist Er?“ „Achtundzwanzig Jahre.“ Mulla Husayns Gesicht strahlte vor Zufriedenheit und Freude, als er den jungen Mann fragte: „Ich nehme an, du triffst Ihn öfter?“ „Ich besuche Sein Heim oft,“ antwortete er. „Willst du Seinen Händen ein Pfand von mir übergeben?“ „Ganz gewiss,“ war seine Antwort. Mulla Husayn übergab ihm dann die in ein Tuch eingewickelte Schriftrolle und bat ihn, sie Baha’u’lläh am anderen Tag zur Zeit der Dämmerung zu übergeben. Mulla Husayn fügte hinzu: „Würdest du so freundlich sein, mir Seine Antwort zu übermitteln? «53
53 Nabils Bericht aus den frühen Tagen der Bahá’í-Offenbarung Hofheim-Langenhain 1975, S. 139

»Músá, was hast du dazu zu sagen? Wahrlich, Ich sage, wer an den Qur’án glaubt und seinen göttlichen Ursprung anerkennt und dann auch nur für einen Augenblick zögert, zuzugeben, dass diese herzbewegenden Worte von derselben schöpferischen Kraft getragen sind, der hat gewisslich in seinem Urteil geirrt und ist weit abgeirrt vom Pfad der Gerechtigkeit «54
54 Nabils Bericht aus den frühen Tagen der Bahá’í-Offenbarung.

»Mein innig geliebter Freund! Ich bete darum, dass Gott so, wie du mein Herz erquickt hast, dir ewige Glückseligkeit schenken und dein Herz mit unvergänglicher Freude erfüllen möge. «55
55 Nabils Bericht aus den frühen Tagen der Bahá’í-Offenbarung.

»Sprich zu niemandem darüber, was du gehört und erlebt hast. Lass dies ein Geheimnis sein, verborgen in deiner Brust. Gib Seinen Namen nicht preis; denn die Ihm Seine Stellung neiden, werden sich erheben, Ihm zu schaden. Wenn du meditierst, so bete, dass der Allmächtige Ihn beschütze, dass Er durch Ihn die Niedergetretenen erhöhe, die Armen reich mache und die Gefallenen erlöse. Das Geheimnis der Zusammenhänge ist vor unseren Augen verborgen. Unser ist die Pflicht, den Ruf vom Neuen Tag erschallen zu lassen und allen Menschen diese göttliche Botschaft zu verkünden. Manch einer wird in dieser Stadt sein Blut auf diesem Pfad vergießen. Und dieses Blut wird den Baum Gottes tränken und wird ihn erblühen lassen, da mit er die ganze Menschheit überschatte. «56
56 Nabils Bericht aus den frühen Tagen der Bahá’í-Offenbarung.

»Und wisse mit Gewissheit, dass Paradies die Erkenntnis Dessen und die Hingabe an Ihn, den Gott offenbaren wird, bedeutet, und Feuer die Gemeinschaft solcher Seelen, die es versäumen, sich Ihm zu unterwerfen oder Seinem Wohlgefallen zu fügen. «57
57 Bab, Eine Auswahl aus Seinen Schriften.

»So läutere dein Ohr, dass du nichts hörst außer der Erwähnung Gottes, und läutere dein Auge, dass es nichts sehe außer Gott, und dein Bewusstsein, dass es nichts begreife außer Gott, und deine Zunge, dass sie nichts künde außer Gott und deine Hand, dass sie nichts schreibe denn die Worte Gottes, und dein Wissen, dass es nichts außer Gott erfasse, und dein Herz, dass es keinen Wunsch hege neben Gott, und läutere desgleichen all dein Tun und Trachten, dass du im Paradies reiner Liebe gehegt werdest und dass du im Schmucke einer Reinheit, wie Er sie hochschätzt, die Gegenwart Dessen erlangest, den Gott offenbaren wird, geheiligt von allen, die sich von Ihm abgewandt und Ihm ihre Hilfe versagt haben. «58
58 Báb, Eine Auswahl aus Seinen Schriften.

»Sprich: Wahrlich, das Wohlgefallen Dessen, den Gott offenbaren wird, ist das Wohlgefallen Gottes, und das Missfallen Dessen, den Gott offenbaren wird, ist nichts anderes als das Missfallen Gottes. «59
59 Báb, Eine Auswahl aus Seinen Schriften.

»Ich weiß nicht, ob er ein Zauberer ist, oder ob er in seinen Tee irgendwelche geheimnisvollen Substanzen mischt, die jeden, der von diesem Tee trinkt, seinem Charme zum Opfer fallen lässt. «60
60 Nabils Bericht aus den frühen Tagen der Bahá’í-Offenbarung.

»Ich habe aufgehört, meinen Lehrer anzuerkennen, “ war seine Antwort. „Eben in diesem Augenblick habe ich Gott gelobt, den Rest meines Lebens in den Dienst für Bahá’u’lláh zu stellen, meinen wahren und einzigen Meister. «61
61 Nabils Bericht aus den frühen Tagen der Bahá’í-Offenbarung.

»O Wanderer auf dem Pfade Gottes! Nimm dir deinen Anteil aus dem Meer Seiner Gnade, und beraube dich nicht selbst der Dinge, die in dessen Tiefen verborgen liegen. Gehöre zu denen, die an seinen Schätzen teilhaben. Ein Tropfen aus diesem Meer, über alle in den Himmeln und auf Erden vergossen, würde genügen, sie reich zu machen an der Großmut Gottes, des Allmächtigen, des Allwissenden, des Allweisen. Schöpfe mit den Händen des Verzichts aus seinen lebenspendenden Wassern und besprenge damit alles Erschaffene, damit es von allen menschlichen Begrenzungen reingewaschen werde und dem mächtigen Throne Gottes, diesem geheiligten, strahlenden Orte, nahe komme.“ „Sei nicht bekümmert, wenn du dies allein vollbringst. Lasse dir Gott allgenügend sein. Halte innige Zwiesprache mit Seinem Geiste und gehöre zu den Dankbaren. Verkünde die Sache deines Herrn allen, die in den Himmeln und auf Erden sind. Antwortet jemand deinem Ruf, so breite die Perlen der Weisheit des Herrn, deines Gottes, die Sein Geist auf dich herabgesandt hat, offen vor ihm aus und gehöre zu denen, die wahrhaft glauben. Und sollte jemand deine Gabe zurückweisen, so wende dich von ihm ab und setze dein Vertrauen und deine Zuversicht auf den Herrn, deinen Gott, den Herrn aller Welten. «62
62 Bahá’u’lláh, Ährenlese.

»Aus der Saat der Wirklichkeit ist die Religion zu einem Baum emporgewachsen, der Blätter und Zweige, Blüten und Früchte hervorbrachte. Nach einer gewissen Zeit verschlechterte sich der Zustand des Baums. Blätter und Blüten welkten und fielen ab. Der Baum wurde krank und trug keine Früchte mehr. Es wäre unvernünftig, wollte sich der Mensch an diesen alten Baum klammern und behaupten, seine Lebenskräfte seien unvermindert, seine Früchte unübertroffen, sein Dasein ewig. Die Saat der Wirklichkeit muss erneut in die Herzen der Menschen gelegt werden, damit ein neuer Baum daraus erwachse und frische göttliche Früchte die Welt laben. Auf diese Weise werden die Nationen und Völker, die heute noch in der Religion widerstreiten, zur Einheit geführt; Nachahmungen werden aufgegeben, und eine weltumspannende Bruderschaft in der Wirklichkeit selbst wird gegründet werden. Krieg und Streit werden unter den Menschen verschwinden; alle werden als Gottes Diener miteinander ausgesöhnt werden. Denn alle finden Obdach unter dem Baum Seiner Vorsehung und Gnade. Gott ist gütig zu allen. Er schenkt allen gleichermaßen Seine Gnadengaben, wie Jesus Christus sagte: Gott ,lässt regnen über Gerechte und Ungerechte‘; das will sagen, die Barmherzigkeit Gottes ist allumfassend. Die ganze Menschheit steht unter dem Schutz Seiner Liebe und Gunst, und allen hat Er den Weg der Führung und des Fortschritts gewiesen. «63
63 Abdu’1-Bahá, The Promulgation of Universal Peace, Wilmette: Bahá’í- Publishing Trust, 1995, S. 141*

»Folge mir, Freund, der du Herz und europäische Sitte Dein nennst, folge mir zu den Beklagenswerten, die mit ausgestochenen Augen die eigenen abgeschnittenen Ohren am Orte der Tat und ohne Bereitung verzehren müssen; oder zu denen, deren Zähne von der Hand des Schergen mit entmenschter Gewalt ausgebrochen wurden, und denen nur der kahle Schädel durch die Kraft der Hammerschläge zermalmt wird; – oder dorthin, wo man den Bazar mit Unglücklichen beleuchtet, indem man recht- und linkseitig tiefe Löcher in die Brust und Schulter gräbt, und brennende Kerzen in die Wunden birgt. Ich sah deren, die an Ketten durch den Bazar – eine Militärmusik an der Spitze – gezerrt wurden, deren Kerzen tief abgebrannt waren und nun Unschlitt gleich einer verlöschenden Lampe in der Wunde zuckend flammte. Nicht selten begibt sich, dass die nie ermattende Fantasie der Orientalen zu neuen Erscheinungen schreitet. Man zieht den Bábis die Haut der Sohlen ab, labt die blutende Wunde mit siedendem Öl, beschlägt den Fuß gleich dem Hufe des Pferdes, und zwingt das Opfer nun zum Laufe. Kein Laut war der Brust entstiegen, finster schweigend war die Qual an dem Eis erstarrten Gefühle des Fanatikers vorübergezogen, – nun soll er laufen — der Körper kann nicht ertragen, was die Seele ertrug — er sinkt; Gebt ihm den erlösenden Stoß, endet seine Pein! Nein, der Scherge schwingt die Peitsche, und — ich musste es selbst sehen — der hundertfach Gequälte läuft. Das ist der Anfang vom Ende. Das Ende selbst. Man hängt den durchbohrten, versengten Körper bei Hand und Fuß an einen Baum, den Kopf der Erde zugeneigt, und nun mag jeder Perser von einer bestimmten nicht allzu nahen Distanz aus das Vergnügen haben, auf das edle, gelieferte Wild die Schuss Fertigkeit zu erproben. Ich sah Leichname, zerfetzt von nahe hundertfünfzig Kugeln. … Wenn ich das Geschriebene wieder lese, überkommt mich der Gedanke, dass man bei euch im lieben teuren Österreich an der vollen Wahrheit des Geschilderten zweifeln, mir eine Übertreibung zu Last legen könnte. – Gäbe es Gott, dass ich es nicht erlebt hätte, nicht erlebte. Aber durch das Gebot meines Berufes war ich leider oft, sehr oft, Zeuge der Gräuel. Zur Stunde verlasse ich gar nicht mehr mein Haus, um nicht erneuten Schreckens- Scene zu begegnen. … Da sich mein Inneres gegen solche Abscheulichkeit … empört, will ich nicht länger dem Schauplatze dieser Frevel angehören. «64
64 Shoghi Effendi, Gott geht vorüber.

»Ich beschwöre euch“, rief sie den Männern zu, die Bahá’u’lláh Gefängnis führten, gebt mir eine Gelegenheit, ihm meinen Sohn ins Gesicht zu werfen!“ „Enttäuscht diese Frau nicht waren die Worte Bahá’u’lláh zu seinen Wächtern, als Er sah, wie sie auf Ihn zustürzte. „Verwehrt ihr nicht, was sie für eine verdienstvolle Tat in den Augen Gottes hält. «65
65 Nabils Bericht aus den frühen Tagen der Bahá’í-Offenbarung.

»Keinen einzigen Augenblick lang hat sich dieser Unterdrückte je verborgen; vielmehr blieb Er allezeit standhaft und allen Augen sichtbar. Niemals sind Wir geflohen noch werden Wir je die Flucht ergreifen. In Wahrheit ist es das törichte Volk, das Unsere Gegenwart flieht. … Preis sei Gott! Die Sache, deren Träger dieser Unterdrückte ist, steht himmelhoch und strahlt sonnenklar. Verheimlichung hat keinen Zutritt zu dieser Stufe, für Furcht und Schweigen gibt es keine Gelegenheit. «66
66 Bahá’u’lláh, Botschaften aus Akká.

»Unverhüllt und offen hat dieser Unterdrückte allezeit vor dem Angesicht aller Völker der Welt verkündet, was als Schlüssel zu den Toren der Wissenschaften, der Künste, der geistigen Erkenntnis, des Wohlbefindens, der Wohlfahrt und des Wohlstandes dienen wird. Weder konnte das Unrecht der Unterdrücker den durchdringenden Ton der Erhabenen Feder zum Schweigen bringen, noch vermochten Ihn die Eigensinnigen und die Aufrührer mit ihren Zweifeln daran zu hindern, das Höchste Wort zu offenbaren. »67
67 Bahá’u’lláh, Botschaften aus Akká.

» Auf Ihn lasst den Vertrauenden vertrauen. Bis in ehe frühen Morgenstunden konnte der Chor dieser freudigen Stimmen gehört werden. So kräftig war dieser Gesang dass er zu den Ohren des Sháhs drang, dessen Palast nicht weit vom Siyáh-Chál lag. „Was sind das für Töne ? soll er gerufen haben Das ist die Hymne der Bábi, die im Gefängnis singen «68                                                                                                           68 Nabils Bericht aus den frühen Tagen der Bahá’í-Offenbarung.

»Bei Unserer Einlieferung wurden Wir zuerst einen pechschwarzen Gang entlang geführt, von dort stiegen Wir drei steile Treppen zu dem Verlies hinab, das Uns bestimmt war. Dieser Kerker war in dichtes Dunkel gehüllt; Unsere Mitgefangenen zählten nahezu einhundertfünfzig Menschen: Diebe, Mörder und Straßenräuber. Trotz seiner Überfüllung hatte das Verlies keinen anderen Auslass als den Gang, durch den Wir gekommen waren. Keine Feder kann diesen Ort beschreiben, keine Zunge seinen widerlichen Gestank schildern. Die meisten dieser Menschen hatten weder Kleider noch Stroh, darauf zu liegen. Nur Gott weiß, was Wir in diesem übelriechenden, finsteren Raum zu leiden hatten! »69
69 Bahá’u’lláh, Brief an des Sohn des Wolfes.

»Alle, die der Sturm, der in jenem denkwürdigen Jahr durch Tihrán tobte, zu Boden schlug, waren Unsere Mithäftlinge im Siyáh-Chál, wo Wir gefangen lagen. Wir waren alle zusammengedrängt in einer Zelle, die Füße im Stock, um die Hälse die quälendsten Ketten. Unsere Atemluft war von übelster Fäulnis verseucht, der Boden, auf dem wir saßen, von Schmutz und Ungeziefer bedeckt. Kein Licht strahl drang in dieses ekelhafte Loch, nichts milderte seine Eiseskälte. Wir saßen in zwei Reihen einander gegenüber. Wir hatten sie einige Verse gelehrt, die sie jede Nacht mit größter Innigkeit sangen. Die eine Reihe fing an: ,Gott genügt mir, Er ist wahrlich der Allgenügende!‘ Und die andere antwortete: ,Auf Ihn lasst den Vertrauenden vertrauen.‘ Der Chor dieser freudigen Stimmen erklang fort bis in die frühen Morgenstunden… Jeden Tag kamen die Kerkermeister in unsere Zelle, riefen den Namen eines Unserer Gefährten auf, geboten ihm aufzustehen und zum Galgen mitzukommen. Wie eifrig pflegte da der Genannte dem festlichen Ruf zu folgen! Von seinen Ketten befreit, sprang er auf, kam und umarmte Uns mit unbändigem Entzücken. Wir sprachen ihm Trost zu und versicherten ihn des ewigen Lebens in der jenseitigen Welt, füllten sein Herz mit Hoffnung und Freude und sandten ihn hin, die Krone des Ruhmes zu gewinnen. Darauf umarmte er die anderen Mitgefangenen und ging dann, so furchtlos zu sterben, wie er gelebt hatte. Nach dem Martyrium eines jeden dieser Gefährten berichtete Uns der Scharfrichter, der Uns allmählich freundlicher gesonnen wurde, wie sein Opfer starb und mit welcher Freude es seine Leiden bis zum Ende ertrug. «70
70 Nabils Bericht aus den frühen Tagen der Bahá’í-Offenbarung.

»Eines Nachts im Traum waren von allen Seiten diese erhabenen Worte zu hören: Wahrlich, Wir werden Dich durch Dich selbst und durch Deine Feder siegreich machen. Sei nicht traurig über das, was Dir widerfahren ist, und fürchte Dich nicht, denn Du bist in Sicherheit. Binnen kurzem wird Gott die Schätze der Erde offenkundig machen – Menschen, die Dir beistehen werden durch Dich selbst und durch Deinen Namen, durch welchen Gott die Herzen derer belebt, die Ihn erkannt haben. »71
71 Bahá’u’lláh, Brief an des Sohn des Wolfes.

»In den Tagen, da Ich im Kerker in Tihrán lag, vergönnten Mir die schweren Ketten, die Mich wund rieben, und die üble Luft nur wenig Schlaf; dennoch hatte Ich in den seltenen Augenblicken des Schlummers ein Gefühl, wie wenn etwas vom Scheitel Meines Hauptes über Meine Brust strömte, einem mächtigen Sturzbach gleich, der sich vom Gipfel eines hohen Berges zu Tal ergießt. Jedes Glied Meines Körpers wurde so in Flammen gesetzt, und Meine Zunge sprach in solchen Augenblicken Worte, die zu hören kein Mensch hätte ertragen können. «72
72 Bahá’u’lláh, Brief an des Sohn des Wolfes.

»Versunken in Trübsal, hörte Ich über meinem Haupt eine höchst wundersame, süße Stimme rufen. Mein Gesicht wendend, sah ich eine Jungfrau – das leibhaftige Gedenken des Namens Meines Herrn – in der Luft vor mir schwebend. So von ganzer Seele erfreut war sie, dass ihr Antlitz im Schmuck des Wohlgefallens Gottes leuchtete und ihre Wangen in der Klarheit des Allbarmherzigen glühten. Zwischen Erde und Himmel stimmte sie einen Ruf an, der der Menschen Herz und Verstand fesselte. Sie tat Meinem inneren wie Meinem äußeren Wesen Botschaften kund zur Freude Meiner Seele und der Seelen der geehrten Diener Gottes. Ihr Finger deutete auf Mein Haupt und sie sprach, an alle im Himmel und auf Erden gewandt: ‚Bei Gott! Dies ist der Meistgeliebte der Welten, und doch versteht ihr es nicht. Dies ist die Schönheit Gottes unter euch und die Macht Seiner Herrschaft in euch – verstündet ihr es doch! Dies ist das Mysterium Gottes und Sein Schatz, die Sache Gottes und Seine Herrlichkeit für alle, die in den Reichen der Offenbarung und der Schöpfung wohnen – gehörtet ihr doch zu denen, die begreife. »73
73 Shoghi Effendi, Gott geht vorüber.

»Sieh, wie in dieser Sendung die Unwürdigen und Toren sich in ihrer Narrheit eingebildet haben, sie könnten durch Mittel wie Massenmord, Plünderung und Verbannung die Lampe löschen, die die Hand göttlicher Macht entzündet hat, oder die Sonne ewiger Herrlichkeit verdunkeln. Die Wahrheit, dass solche Trübsal das Öl ist, das die Flamme dieser Lampe nährt, scheinen sie nicht zu kennen. Dies ist Gottes umgestaltende Kraft. Er wandelt, was Er will. Wahrlich, Er hat Macht über alle Dinge. «74
74 Bahá’u’lláh, Ährenlese.

»Wie jeder göttliche Glaube kann auch dieser Glaube nur begründet werden, wenn er Angriffen gegnerischer Kräfte begegnet und diese heldenhaft besiegt. Die Geschichte des Glaubens selbst beweist dies zur Genüge. Prüfungen und Verfolgungen waren immer und werden weiterhin das Los der Auserwählten Gottes
sein. Sie sollten sie jedoch als verhüllte Segnungen ansehen, da durch sie ihr glaube belebt, geläutert und gestärkt wird. Bahá’u’lláh vergleicht solch leidvolle Prüfungen mit dem Öl, das die Lampe der Sache Gottes nährt. »75
75 Shoghi Effendi, in: Krise und Sieg.

»Mit Bahá’u’lláhs Grenzübertritt ging ein Zeitabschnitt zu Ende. Waren sich die Menschen im Iran des Verlustes bewusst, den sie erlitten? Erfüllt von Unwissenheit, versunken in blinden Fanatismus, geblendet von Vorurteilen, angeführt von selbstsüchtigen Männern und getäuscht von Unwahrheiten, waren sie nicht in der Lage zu sehen und zu verstehen. So ging der Erlöser der Welt aus ihrer Mitte hinweg. Er, den zuvor reich und arm, hoch und niedrig, Prinz und Bauer gleichermaßen geliebt und geachtet hatten, wurde jetzt von demselben Volk, das Er allezeit mit Barmherzigkeit, liebe, Gerechtigkeit und Güte überhäuft hatte, im Stich gelassen. Iran verlor Bahá’u’lláhs Gegenwart, aber konnte Sein Geist diesem Land oder überhaupt einem Land jemals ferne sein? «76
76 Balyuzi, Hasan M., Bahá’u’lláh, der Herr der Herrlichkeit.

»Mein Gott, Mein Meister, Mein Verlangen! … Du hast dieses Staubatom durch die vollendete Kraft Deiner Macht erschaffen und Ihn ernährt mit Deinen Händen, die keiner fesseln kann. … Du hast Ihm Prüfungen und Trübsale bestimmt, die keine Zunge beschreiben und keine Deiner Tafeln gebührend schildern kann. Den Hals, den Du an schmeichelnde Seide gewöhntest, umschlössest Du schließlich mit schweren Ketten, und den Leib, den Du mit Brokat und Samt verwöhntest, unterwarfst Du zuletzt noch demütigender Kerkerhaft. Dein Gebot schlug Mich in ungezählte Fesseln und warf Mir Ketten über den Nacken, die keiner sprengen kann. Jahrelang strömten Trübsale wie Regenschauer der Gnade auf Mich nieder … Wie viele Nächte raubte Mir die Last der Ketten den Schlaf, und wie viele Tage waren Mir Ruhe und Friede versagt um dessentwillen, was die Hände und Zungen der Menschen Mir angetan! Selbst Brot und Wasser, das Du in Deiner allumfassenden Gnade auch den Tieren auf dem Felde gewährst, verweigerten sie eine Zeit lang diesem Diener, und alles ließen sie Mich erdulden, wovon sie jene verschonten, die sich von Deiner Sache lossagten, bis endlich Dein Gebot unwiderruflich feststand und Dein Befehl an diesen Diener erging, Persien zu verlassen, begleitet von wenigen gebrechlichen Menschen und kleinen Kindern, zu einer Jahreszeit, da die Kälte so beißend ist, dass man nicht einmal sprechen, und Eis und Schnee so tief, dass man nicht gehen kann. »77
77 Bahá’u’lláh, in: Shoghi Effendi, Gott geht vorüber.

»Der einzige Zweck Unserer Abgeschiedenheit“, sagte Er später, „war, nicht zum Gegenstand der Zwietracht unter den Gläubigen zu werden, noch zur Quelle der Empörung für die Gefährten oder zum Mittel der Kränkung irgendeiner Seele oder zur Ursache des Kummers irgendeines Herzens. «78
78 Bahá’u’lláh, Das Buch der Gewissheit.

»Die Tage der Prüfungen sind nun gekommen. Meere von Zwist und Trübsal wogen, und die Banner des Zweifels sind in allen Ecken und Enden dabei, Unheil zu schüren und die Menschen ins Verderben zu führen … Lasst es nicht zu, dass die Stimme der Söldner der Verneinung Zweifel in eure Mitte streut, und gestattet euch nicht, Ihn zu missachten, der die Wahrheit ist, zumal sich in jeder Sendung derartiger Streit erhob. Gott aber wird Seinen Glauben errichten und Sein Licht ofenbaren, wenngleich die Aufruhrstifter es verabscheuen. … Wachet alle Zeit über die Sache Gottes … Alle sind gefangen in Seinem Griff. Es gibt keinen Ort, dahin man fliehen könnte. Glaubt nicht, die Sache Gottes sei etwas, das man auf die leichte Schulter nehmen und in der man seine Launen pflegen könnte. Einige Seelen haben an verschiedenen Orten gegenwärtig den gleichen Anspruch erhoben. Es naht die Zeit, da … sie alle umkommen und verloren sein werden – nein, völlig zunichte werden sie, zu Staub, dass keiner mehr ihrer gedenkt.“79
79 Bahá’u’lláh, in: Shoghi Effendi, Gottgeht vorüber.

»An manchem Abend ernährten sich zehn Personen von Datteln für einen Pfennig. Niemand wusste, wem gerade die Schuhe, Mäntel oder Kleider gehörten, die an ihren Wohnplätzen herumlagen. Wer eben zum Bazar ging, konnte die Schuhe, die er an den Füßen hatte, sein eigen nennen, und wer zu Bahá’u’lláh ging, konnte sagen, dass das Hemd und der Mantel, die er dann trug, ihm gehörten. Sie hatten selbst ihrer eigenen Namen vergessen; ihre Herzen waren losgelöst von allem außer der Verehrung für ihren Geliebten … O welche Freude in jenen Tagen, welch wundersames Glück in diesen Stunden »80
80 Shoghi Effendi, Gott geht vorüber.

»Nach Unserer Ankunft [im Iraq] offenbarten Wir mit der Hilfe Gottes und Seiner Gnade und Barmherzigkeit, einer Regenflut gleich, Unsere Verse und sandten diese in verschiedene Teile der Welt. Alle Menschen, besonders aber dieses Volk, ermahnten Wir mit weisem Rat und liebendem Verweis und verboten ihm, sich in Aufruhr, Zank, Wortstreit oder Kampf einzulassen. Durch Gottes Gnade wandelte sich auf diese Weise törichter Eigensinn in fromme Verständigkeit, und aus Waffen wurden Werkzeuge des Friedens. «81
81 Bahá’u’lláh, Brief an des Sohn des Wolfes.

»Wenn du auch kein Recht hast, darum zu bitten,“ erwiderte Bahá’u’lláh, „denn Gott prüft Seine Geschöpfe, sie aber dürfen nicht Gott prüfen – erlaube Ich dir diese Bitte und nehme sie an. «82
82 Bahá’u’lláh, in: Shoghi Effendi, Gott geht vorüber, Hofheim-Langenhain 2001, 8:33

»Kein Mensch vermag die Küsten des Ozeans wahren Erkennens zu erreichen, ehe er nicht frei geworden ist von allem im Himmel und auf Erden. Heiligt eure Seelen, o Völker der Welt, auf dass ihr die Stufe erlangt, die Gott euch bestimmt hat, und in das Heiligtum eintretet, das nach dem Walten der Vorsehung am Himmel des Bayán errichtet ward. »83
83 Bahá’u’lláh, Das Buch der Gewissheit, Hofheim-Langenhain 1978, S. 13

»Dies ist aus dem Reich der Herrlichkeit herabgekommen; es wurde in der Sprache der Kraft und Macht geäußert und den früheren göttlichen Boten offenbart. Als ein Zeichen der Gnade für die Gerechten haben Wir das Wesentliche daraus entnommen und in das Gewand der Kürze gekleidet, damit sie dem Bunde Gottes die Treue halten, sich in ihrem Leben Seines Vertrauens würdig erweisen und im Reich des Geistes den Edelstein der göttlichen Tugend erlangen mögen.“84
84 Bahá’u’lláh, Die Verborgenen Worte.

»Ich sah die Propheten und Gottesboten versammelt rings um Mich sitzen, stöhnend, weinend und laut klagend. Verwundert fragte Ich sie nach dem Grund, worauf sie lauter klagten und weinten und Mir sagten: `Wir weinen um Dich, o Größtes Geheimnis, o Heiligtum der Unsterblichkeit!` Sie weinten so sehr, daß auch Ich mit ihnen weinte. Darauf sprachen Mich die himmlischen Heerscharen an und sagten: `…Binnen kurzem wirst Du mit eigenen Augen schauen, was noch kein Prophet geschaut … Sei geduldig, sei geduldig!` …Die ganze Nacht sprachen sie zu Mir bis der Morgen dämmerte.«85                                                              85 Bahá’u’lláh, in: Shoghi Effendi, Gott geht vorüber.

»Alles Erschaffene ward an jenem ersten Tag des Ridván in das Meer der Reinigung getaucht. «86
86 Bahá’u’lláh, Kitáb-i-Aqdas.

Seht diese Nachtigallen! So groß ist ihre Liebe zu den Rosen, dass sie unermüdlich, ohne zu schlafen, von der Abenddämmerung bis zum frühen Morgen ihre Melodien schlagen und sich voll brennender Leidenschaft dem Gegenstand ihrer Anbetung zuwenden. Wie können dann die schlafen, die behaupten, von der rosengleichen Schönheit des Geliebten entflammt zu sein?‘ Drei Nächte hintereinander wachte ich und umkreiste Sein gesegnetes Zelt. Sooft ich an dem Ruhebett vorüberkam, auf dem Er lag, fand ich Ihn wachend; und alle Tage sah ich Ihn doch vom Morgen bis zum Abend pausenlos damit beschäftigt, sich mit dem Strom der Besucher, die von Baghdád hereinfluteten, zu unterhalten. Und nicht ein einziges Mal konnte ich in den Worten, die Er sprach, auch nur eine Spur davon finden, dass Er anders sein könnte, als Er sich gab. »87
87 Shoghi Effendi, Gott geht vorüber.

»Die göttliche Frühlingszeit ist angebrochen, o Erhabenste Feder, denn das Fest des Allbarmherzigen naht mit Eile. Rühre dich und verherrliche vor der ganzen Schöpfung den Namen Gottes und preise Seinen Ruhm solchermaßen, dass alles Erschaffene wiederbelebt und erneuert werde. Sprich und schweige nicht! Die Sonne der Seligkeit leuchtet über dem Horizont Unseres Namens, der Selige, da das Reich des Namens Gottes geschmückt winde mit der Zier des Namens deines Herrn, der Schöpfer der Himmel. Erhebe dich vor den Völkern der Erde, wappne dich mit der Macht dieses Größten Namens und gehöre nicht zu den Zaudern den…Kannst du, o Feder, an diesem Tage einen anderen außer Mir entdecken? Was ist aus der Schöpfung und ihren Offenbarungen geworden? Was aus den Namen und ihrem Reich? Wohin ist alles Erschaffene – Sichtbares oder Unsichtbares – entschwunden? Was ist mit den verborgenen Geheimnissen des Alls und seinen Offenbarungen geschehen? Siehe, die ganze Schöpfung ist vergangen! Nichts ist geblieben außer Meinem Antlitz, dem Ewigbleibenden, dem Strahlenden, dem Allherrlichen. Dies ist der Tag, da nichts außer dem Glanz des Lichtes wahrgenommen werden kann, das vom Angesicht Deines Herrn ausstrahlt, des Gnädigen, des Gütigen. Wahrlich, Wir haben kraft Unserer unwiderstehlichen, allunterwerfenden Herrschaft jede Seele verhauchen lassen. Dann haben Wir eine neue Schöpfung ins Leben gerufen als Zeichen Unserer Gnade für die Menschen. Ich bin wahrlich der Allgütige, der Altehrwürdige der Tage… Sprich: Dies ist das Paradies, auf dessen Blattwerk der Wein der Äußerung das Zeugnis ätzte: ,Er, der den Augen der Menschen verborgen war, ist enthüllt, gegürtet mit Herrschaft und Macht!‘ Dies ist das Paradies, dessen rauschende Blätter künden: ,O ihr, die ihr die Himmel und die Erde bewohnt! Erschienen ist, was nie zuvor erschien. Er, der Sein Antlitz seit Ewigkeit vor den Blicken der Schöpfung verborgen hielt, ist nun da!‘ Aus dem raunenden Wind, der durch des Paradieses Zweige weht, dringt der Ruf: ,Er, der höchste Herr aller, ist offenbart. Das Reich ist Gottes‘, während aus seinen strömenden Wassern das Murmeln klingt: ,Alle Augen sind erfreut, denn Er, den keiner schaute, dessen Geheimnis niemand entdeckte, hat den Schleier der Herrlichkeit gelüftet und das Antlitz der Schönheit enthüllt.‘ In diesem Paradies und aus den Höhen seiner erhabensten Gemächer rufen die Himmelsdienerinnen jubelnd: ,Freut euch, ihr Bewohner der Reiche der Höhe, denn die Finger Dessen, der der Altehrwürdige der Tage ist, läuten im Namen des Allherrlichen die Größte Glocke mitten im Herzen der Himmel. Die Hände der Güte reichen den Becher des ewigen Lebens dar. Kommt näher und trinkt euch satt! Trinkt mit gesundem Behagen, o ihr, die ihr die fleischgewordene Sehnsucht seid, die ihr das leidenschaftliche Verlangen verkörpert! «88
88 Bahá’u’lláh, Ährenlese.

»Es klingt, als ob der König aller Könige seinem niedersten Vasall Befehle erteile und ihn zur Rechenschaft ziehe.»89
89 Shoghi Effendi, Gott geht vorüber.

»Wisse, bei Unserer Ankunft an diesem Ort beliebten Wir, ihn als das, Größte Gefängnis‘ zu bezeichnen. Obwohl Wir früher in einem anderen Land in Fesseln und Ketten lagen, weigerten Wir Uns doch, es mit diesem Namen zu nennen. Sprich: Sinnt darüber nach, o ihr, die ihr mit Verständnis begabt seid! «90
90 Bahá’u’lláh, in: Shoghi Effendi, Gott geht vorüber.

«Ich wünsche, dass das Volk Bahás befähigt wird, Deine Gegenwart zu erreichen.“ „Und so soll es geschehen,“ sagte Bahá’u’lláh,; Gott wird deinen Wunsch erfüllen. »91
91 Balyuzi, Hasan M., Bahá’u’lláh, der Herr der Herrlichkeit.

»Bei Unserer Ankunft wurden Wir durch Lichtbanner willkommen geheißen, und laut rief die Stimme des Geistes: ,Bald werden alle Erdenbewohner unter diesem Bannern vereinigt sein. »92
92 Bahá’u’lláh, in: Shoghi Effendi, Gott geht vorüber.

»O König in Paris! Sage den Priestern, sie sollen nicht länger die Glocken läuten. Bei Gott, dem Wahren! Die Mächtigste Glocke ist erschienen in der Gestalt Dessen, welcher der Größte Name ist. «93
93 Bahá’u’lláh, Die Verkündigung Bahá’u’lláhs.

»Erhebe dich inmitten der Menschen im Namen dieser allbezwingenden Sache und rufe sodann die Nationen zu Gott, dem Erhabenen, dem Großen.»94
94 Bahá’u’lláh, Die Verkündigung Bahá’u’lláhs.

»Gib dein Begehren auf und wende sodann dein Herz deinem Herrn, dem Altehrwürdigen der Tage, zu. Wir erwähnen dich um der Sache Gottes willen und wünschen, dass dein Name erhöht werde durch dein Gedenken an Gott, den Schöpfer von Erde und Himmel. «95
95 Bahá’u’lláh, Die Verkündigung Bahá’u’lláhs.

»Hüte dich, dass dich nicht Stolz hindere, den Tagesanbruch göttlicher Offenbarung zu erkennen, dass irdische Wünsche dich nicht wie durch einen Schleier trennen von dem Herrn des Thrones im Himmel und hienieden auf Erden.»96
96 Bahá’u’lláh, Die Verkündigung Bahá’u’lláhs.

«Öffne deine Augen, diese herrliche Erscheinung zu betrachten und Ihn, den du des Tages und zur Nachtzeit anrufst, zu erkennen und das Licht zu erschauen, das von diesem Horizont ausstrahlt. »97
97 Bahá’u’lláh, Die Verkündigung Bahá’u’lláhs.

»Vergiss nicht die Gottesfurcht und zähle zu den rechtschaffen Handelnden. Sammle Minister um dich, bei denen du den Wohlgeruch des Glaubens und der Gerechtigkeit verspürst, pflege Rat mit ihnen, wähle immer, was in deinen Augen das beste ist, und sei unter denen, die edelmütig handeln. «98
98 Bahá’u’lláh, Die Verkündigung Bahá’u’lláhs.

»Wir bitten, Er möge in Seiner Güte – gepriesen sei Er – durch diese Kerkerhaft den Menschen die Nacken von Ketten und Fesseln befreien und sie mit aufrichtigem Angesicht sich Seinem Antlitz zuwenden lassen, Ihm, dem Mächtigen, dem Freigebigen. Er ist bereit, jedem zu antworten, der Ihn anruft, und Er ist denen nahe, die mit Ihm Umgang pflegen. »99
99 Bahá’u’lláh, Die Verkündigung Bahá’u’lláhs.

»Verbindet den Verletzten mit den Händen der Gerechtigkeit und zermalmet den Unterdrücker auf der Höhe seiner Macht mit der Rute der Gebote eures Herrn, des Gesetzgebers, des Allweisen. «100
100 Bahá’u’lláh, Kitáb-i-Aqdas.

»Das Wort, das der Sohn verbarg, ist offenbar geworden. Es wurde in Gestalt des menschlichen Tempels am heutigen Tage herabgesandt. Gesegnet sei der Herr, der der Vater ist! Wahrlich, Er ist zu den Völkern in Seiner größten Majestät gekommen.»101
101 Bahá’u’lláh, Die Verkündigung Bahá’u’lláhs.

»O Schar der Mönche! Schließt euch nicht ab in Kirchen und Klöstern. Kommt hervor mit Meiner Erlaubnis und befasst euch mit dem, was euren Seelen und den Seelen der Menschen nützen wird. «102
102 Bahá’u’lláh, Die Verkündigung Bahá’u’lláhs.

»Wenn wir das weite Feld der Schriften Bahá’u’lláhs aus dieser Zeit Überblicken zeichnen sich drei verschiedene Gruppen ab. Die erste umfasst Schriften, welche die Folgen der Verkündigung Seiner Sendung in Adrianopel darstellen. Zur zweite gehören die Gesetze und Gebote Seiner Sendung, die zum größten Teil im Kitábi-Aqdas, Seinem Heiligsten Buch, aufgeszeichnet sind. Der dritten Gruppe sind die Sendschreiben zuzuordnen, die die grundlegenden Aussagen und Lehrsätze dieser Sendung entweder erstmals formulieren oder erneut bekräftigen. «103
103 Shoghi Effendi, Gott geht vorüber.

»Mein Führer stand einen Augenblick stille, während ich meine Schuhe ablegte. Mit einem raschen Griff zog er den Vorhang zurück und, nachdem ich eingetreten war, wieder vor. Ich befand mich in einem großen Zimmer, an dessen oberem Ende ein Diwan und der Türe gegenüber zwei oder drei Stühle standen. Obschon ich dunkel ahnte, wohin ich jetzt ging und wen ich sehen sollte (eine bestimmte Andeutung war mir nicht gemacht worden), stand ich doch einige Sekunden mit Herzklopfen und voll Ehrfurcht da, bevor ich mir endlich bewusst wurde, dass der Raum nicht leer war. In der Ecke, wo der Diwan an die Wand stieß, saß eine hoheitsvolle, ehrwürdige Gestalt mit jener Kopfbedeckung, wie sie bei den Derwischen Táj genannt wird (aber von ungewöhnlicher Höhe und Form), und um deren unteren Teil ein kleiner weißer Turban gewunden war. Das Antlitz, in das ich nun blickte, kann ich nie vergessen, obgleich ich nicht imstande bin, es zu beschreiben. Diese durchdringenden Augen schienen auf dem Grund der Seele zu lesen; Macht und Würde lagen über diesen breiten Augenbrauen; die tiefen Falten auf Seiner Stirne und Seinem Gesicht verrieten ein Alter, das Sein tiefschwarzes Haar und der in üppiger Fülle bis zur Leibesmitte herabwallende Bart Lügen zu strafen schien. Unnötig zu fragen, in wessen Gegenwart ich stand, als ich mich vor Dem verneigte, Der das Ziel einer Verehrung und liebe ist, um die Ihn Könige beneiden könnten und nach der sich Kaiser vergeblich sehnen. »104
104 Esslemont, Bahá’u’lláh und das neue Zeitalter.

»sei Gott, dass du es erreicht hast! … Du bist gekommen, um einen Gefangen, und Verbannten zu sehen. … Wir wünschen nur das Wohl der Welt und das Glück der Völker; dennoch hält man Uns für einen Anstifter von Streit und Aufruhr, der Gefangenschaft und Verbannung verdient. … Wir wünschen, dass alle Völker in einem Glauben vereint und alle Menschen Brüder werden; dass das Band der Liebe und Einigkeit zwischen den Menschenkindern gestärkt werde; dass Religionsverschiedenheit aufhöre und die Unterschiede zwischen den Rassen verschwinden- was ist nun Schlimmes hieran? … Doch so wird es kommen. Diese fruchtlosen Kämpfe, diese zerstörerischen Kriege werden aufhören, und der, Größte Friede‘ wird kommen. … Habt ihr dies in Europa nicht auch nötig? Ist dies nicht, was Christus verheißen hat? … Aber dennoch sehen Wir eure Könige und Herrscher die Schätze ihrer Länder mehr auf die Zerstörung der menschlichen Rasse verschwenden als auf das, was zum Glück der Menschheit führen würde. … Diese Kämpfe, dieses Blutvergießen und diese Zwietracht müssen aufhören, und alle Menschen müssen wie die Glieder eines Geschlechts und einer Familie sein. … Es rühme sich keiner, dass er sein Vaterland liebt; er rühme sich vielmehr dessen, dass er die ganze Menschheit liebt. »105
105 Bahá’u’lláh – Der Herr der Herrlichkeit.

»Die erste Pflicht, die Gott Seinen Dienern auferlegt, ist die Anerkennung Dessen, der der Tagesanbruch Seiner Offenbarung, der Urquell Seiner Gesetze ist und Gott im Reiche Seiner Sache und in der Welt der Schöpfung vertritt. Wer diese Pflicht erfüllt, hat alles Gute erreicht, und wer dessen beraubt ist, geht in die Irre hatte er auch alle gerechten Werke vollbracht. Wer diese höchst erhabene Stufe‘ diesen Gipfel überragender Herrlichkeit erreicht, muss jedem Gebot Dessen folgen der der Ersehnte der Welt ist. Beide Pflichten sind untrennbar, und nur die Erfüllung beider wird angenommen. So wurde es von Ihm, dem Quell göttlicher Eingebung, verfügt. Wem Gott Einsicht gegeben, der wird leicht erkennen, dass Gottes Gesetz das beste Mittel ist, die Ordnung in der Welt zu erhalten und die Sicherheit ihrer Völker zu bewahren. Wer sich von ihm abwendet, zählt zu den Niedriggesinnten und Toren. Wir haben euch wahrlich geboten, euren üblen Leidenschaften und verderbten Neigungen den Befehl zu verweigern und nicht die Grenzen zu über schreiten die die Feder des Höchsten gesetzt hat, denn diese Grenzen sind der Lebensodem für alles Erschaffene. Die Meere göttlicher Weisheit und göttlicher Rede wogen hoch im Windhauch des Allbarmherzigen. Eilt, euch satt zu trinken, o ihr Verständigen! Wer Gottes Bund verletzt, indem er Seine Gebote übertritt, wer auf dem Absatz kehrtmacht, hat sich vor Gott, dem Allbesitzenden, dem Höchsten, schmerzlich geirrt. O ihr Völker der Welt! Wisset mit Gewissheit, dass Meine Gebote die Lampen Meiner liebevollen Vorsehung unter Meinen Dienern und die Schlüssel Meiner Gnade für Meine Geschöpfe sind. So ist es aus dem Himmel des Willens eures Herrn, des Herrn der Offenbarung, herabgesandt. Sollte ein Mensch die Süße der Worte kosten, welche die Lippen des Allbarmherzigen zu äußern beliebten, und wären die Schätze der Erde in seinem Besitz, so würde er sie allesamt aufgeben, um die Wahrheit auch nur eines Seiner Gebote zu verteidigen, die über dem Morgen Seiner gnädigen Fürsorge und Güte leuchten. Sprich: Aus Meinen Gesetzen strömt der süße Duft Meines Gewandes, und mit ihrer Hilfe werden die Banner des Sieges auf den höchsten Höhen gehisst. Die Zunge Meiner Macht hat aus dem Himmel Meiner allmächtigen Herrlichkeit diese Worte an Meine Schöpfung gerichtet: , Haltet Meine Gebote aus Liebe zu Meiner Schönheit!‘ Glücklich der Liebende, der den göttlichen Duft seines Höchstgeliebten einatmet aus diesen Worten, erfüllt mit dem Wohlgeruch einer Gnade, die keine Zunge beschreiben kann. Bei Meinem Leben! Wer den erlesenen Wein der Gerechtigkeit aus den Händen Meiner großmütigen Gunst trinkt, wird Meine Gebote, die vom Morgen Meiner Schöpfung leuchten, umkreisen. Wähnt nicht, Wir hätten euch nur ein Gesetzbuch offenbart. Nein, Wir haben den erlesenen Wein mit den Fingern der Macht und Kraft entsiegelt. Dafür zeugt, was die Feder der Offenbarung enthüllt hat. Denkt darüber nach, o ihr Einsichtsvollen!«106
106 Bahá’u’lláh, Kitáb-i-Aqdas.

»Ihr habt viele Dienste geleistet und wart sehr eifrig in eurem Werk. Jeden Morgen und jeden Abend seid ihr hierher gekommen. Gott euch stehe bei, dass ihr einig bleibt. Möge Er euch helfen, die Sache des Herrn des Seins zu erheben.“107                                                                                                                                           107 Shoghi Effendi, Gott geht vorüber.

»Die Sonne Bahas ist untergegangen“ und informierte dann den Sultan über die Pläne, die heiligen Überreste bei dem Landhaus zu bestatten. Ein kleiner Raum im Haus genau westlich des Landhauses wurde ausgewählt, und kurz nach Sonnenuntergang am Tage Seines Hinscheidens wurde Sein Leib zur Ruhe gelegt. Die Qiblih des Volkes Bahás war nun an dieser heiligen Stätte begründet. Nabil beschreibt den abgrundtiefen Schmerz jener Tage folgendermaßen: „Mir scheint, die geistige Erregung, die in der Welt des Staubes ausgelöst wurde, ließ alle Welten Gottes erzittern … Meine innere und äußere Zunge sind außerstande, die Verfassung wiederzugeben, in der wir uns befanden … Inmitten der überall herrschenden Verwirrung sah man, wie sich viele Einwohner ‚Akkás und der umliegenden Dörfer auf den Feldern rings um das Landhaus drängten. Sie weinten, schlugen sich gegen den Kopf und schrieen laut vor Jammer.»108 108 Shoghi Effendi, Gott geht vorüber.

»nur ein Tropfen, verglichen mit dem Ozean des Schmerzes und den zahllosen Beweisen grenzenloser Liebe und Ergebenheit, die in der Stunde des Untergangs der Sonne der Wahrheit aus den Herzen der ungezählten Tausende hervorbrach, die sich Seiner Sache geweiht hatten, und entschlossen waren, ihr Banner in Persien, Indien, Russland, im ‚Iráq, in der Türkei, in Palästina, Ägypten und Syrien aufzurichten und hoch zu halten.«109                                                                                                                                                109 Shoghi Effendi, Gott geht vorüber.

» Der Ruhm, der aus Deinem höchsterhabenen Selbst dämmert, und die Herrlichkeit, die aus Deiner strahlenden Schönheit hervorscheint, seien mit Dir, der Du die Offenbarung überragender Größe bist, der König der Ewigkeit, Herr über alle Himmel und auf Erden! Ich bezeuge, daß durch Dich Gottes Herrschaft und Hoheit, Gottes Erhabenheit und Größe offenbart sind, die Sonnen urewiger Pracht ihren Glanz auf den Himmel Deines unwiderruflichen Ratschlusses ergießen und die Schönheit des Unsichtbaren über dem Horizont der Schöpfung erstrahlt. Ich bezeuge ferner, daß durch eine einzige Bewegung Deiner Feder Dein Gebot »Sei!« vollzogen, Gottes Verborgenes Geheimnis enthüllt, alles Erschaffene ins Sein gerufen und alle Offenbarungen herabgesandt sind. Weiter bezeuge ich, daß durch Deine Schönheit die Schönheit des Angebeteten entschleiert ward, daß aus Deinem Antlitz das Antlitz des Ersehnten hervorleuchtet, daß Du durch ein Wort von Dir zwischen allem Erschaffenen entscheidest, was die Dir Ergebenen zum Gipfel der Herrlichkeit aufsteigen, die Ungläubigen aber in den tiefsten Abgrund stürzen läßt. Ich bezeuge: Wer Dich erkennt, erkennt Gott, wer in Deine Gegenwart gelangt, erreicht Gottes Gegenwart. Groß ist darum die Seligkeit dessen, der an Dich und Deine Zeichen glaubt, der sich demütig vor Deiner Herrschaft beugt, dem die Ehre zuteil wird, Dir zu begegnen, der das Wohlgefallen Deines Willens erreicht, der Dich umkreist und vor Deinem Throne steht. Wehe dem, der sich gegen Dich vergeht, Dich leugnet und Deine Zeichen verwirft, Deine Herrschaft bestreitet, sich gegen Dich erhebt und stolz wird vor Deinem Angesicht, der vor Deiner Ordnung und Herrschaft flieht und zu den Ungläubigen gehört, deren Namen von den Fingern Deines Befehls auf Deine heiligen Tafeln geschrieben sind. So laß denn, o mein Gott und mein Geliebter, von der rechten Hand Deines Erbarmens und Deiner Gnade die heiligen Winde Deiner Gunst wehen, damit sie mich von meinem Selbst und der Welt fortziehen, hin zu den Höfen Deiner Nähe und Deiner Gegenwart. Mächtig bist Du zu tun, was Dir gefällt. Du bist wahrlich erhaben über alle Dinge. Das Gedenken Gottes und Sein Lobpreis, die Herrlichkeit Gottes und Sein Glanz ruhen auf Dir, o Du, der Du Seine Schönheit bist! Ich bezeuge, daß der Schöpfung Auge niemals einen Unterdrückten Deinesgleichen sah. Alle Tage Deines Lebens warst Du in einem Meer von Leiden versunken. Einmal lagst Du in Ketten und Banden, ein andermal bedrohte Dich Deiner Feinde Schwert. Und dennoch machtest Du allen Menschen zur Pflicht einzuhalten, was Dir von Ihm, dem Allwissenden, dem Allweisen, verordnet ward. Möge mein Geist ein Opfer sein für das Unrecht, das Du erlitten, und meine Seele ein Lösegeld für die Trübsal, die Du ertragen. Ich flehe zu Gott bei Dir und bei denen, deren Angesicht durch den Lichterglanz Deines Antlitzes erleuchtet wird und die aus Liebe zu Dir alles tun, was ihnen befohlen ist, beseitige die Schleier, die sich zwischen Dich und Deine Geschöpfe legen, und versorge mich mit dem Guten dieser Welt und der künftigen. Du bist wahrlich der Allmächtige, der Höchsterhabene, der Allherrliche, der Immervergebende, der Mitleidvolle. Segne, o Herr mein Gott, den göttlichen Lotosbaum, seine Blätter, seine Äste und Zweige, seine Stengel und Ableger, solange Deine höchsterhabenen Eigenschaften währen. Schütze ihn alsdann vor dem Unheil der Angreifer und den Scharen der Tyrannei. Du bist wahrlich der Allmächtige, der Allgewaltige. Segne, o Herr mein Gott, auch Deine Diener und Dienerinnen, die zu Dir gelangt sind. Du bist wahrlich der Allgütige, Dessen Gnade unendlich ist. Es gibt keinen Gott außer Dir, dem Immervergebenden, dem Allgroßmütigen.»110                                                                                                                                                            110 Gebete.

 

128 Zitate Buch 6  

„Lehre die Sache Gottes, O Volk Bahás,“ ist Sein Ruf, „denn Gott hat es jedem zur Pflicht gemacht, Seine Botschaft zu verkünden, und betrachtet dies als die verdienstvollste aller Taten.“01
01 Bahá’u’lláh, Ährenlese

„O Diener Gottes! Freue dich über die Frohen Botschaften Gottes, sei glücklich durch die Verbreitung der göttlichen Düfte, klammere dich an das Reich Gottes in solcher Weise, dass du dich dadurch von der Welt löst und in deinem Herzen das Feuer der Liebe Gottes in einem Maße entzündest, dass jeder, der sich dir nähert, seine Wärme spürt. Wenn du diese Stufe zu erreichen wünscht, dann solltest du dich ganz Gott zuwenden. Vielleicht wird dann ein Licht auf dich herabsteigen, durch das die göttlichen Düfte durch alle jene Regionen verbreitet werden und du zu einer Lampe der Führung wirst, aus der das Licht der Erkenntnis ausstrahlt und sich über jene weiten Länder und entfernten Regionen ausbreitet.“02
02 ‚Abhá’1-Bahá. Tablets of Άbdu’l-Bahá Abbas, vol. l, Chicago 1930*, p. 114

„Ich hoffe, dass diese Begegnung zu einem Docht in der Lampe wurde und dass das Feuer ihn entzündete, sobald es damit in Berührung kommt. Ich erwarte Ergebnisse dieser Begegnung, dass ich dich nämlich wie eine Kerze leuchten sehe, wie eine Motte, die sich im Feuer der Liebe Gottes verzehrt, weinen wie eine Wolke, weil die Liebe und Anziehung so groß sind, lachen wie eine Wiese und durch diese Fröhlichkeit aufgerüttelt, wie ein junger Baum durch die Winde aus dem Abhá Paradies.“03
03 ‚Abhá’1-Bahá, Tablets of Άbdu’l-Bahá Abbas, vol. l, Chicago 1930*, p. 473

„Gottes Dienerinnen müssen sich auf eine solche Stufe erheben, dass sie von selbst und ohne Hilfe diese inneren Bedeutungen begreifen und fähig werden, jedes Wort in allen Einzelheiten zu erläutern – eine Stufe, auf der aus der Wahrheit ihres tiefsten Herzens ein Quell der Weisheit sprudelt, wie sich ein Springbrunnen aus seinem eigenen Urgrund ergießt.“04
04 ‚Abhá’1-Bahá, Briefe und Botschaften, Hofheim-Langenhain 1992, Nr. 142:9

„Die Welt ist in großem Aufruhr und ihre Probleme werden täglich drängender. Daher sollten wir nicht träge herumsitzen, sonst würden wir unsere heilige Pflicht versäumen. Bahá’u’lláh hat uns Seine Lehren nicht gegeben, damit wir sie hüten und zu unserem persönlichen Vergnügen verstecken. Er gab sie uns, damit wir sie von Mund zu Mund weitertragen, bis die Welt mit ihnen vertraut wird und sich ihrer Segnungen und ihres erhebenden Einflusses erfreut.“05
05 Aus einem Brief vom 27. März 1933 geschrieben im Auftrag Shoghi Effendisan einen Örtlichen Geistigen Rat, in: Bahá’í News, no. 73 (May 1933)*, p. 2

„O du Lampe, die vom Feuer der Liebe Gottes entzündet ist! Wahrlich, ich habe deinen Brief gelesen, der für deine große Liebe zeugt, dafür dass du hell im Feuer der Liebe deines Herrn, des Machtvollen, des Gepriesenen, brennst, und dass deine Glieder, Nerven, Venen, Arterien, Knochen und dein Blut und Fleisch vom Geist der Wahrheit durchdrungen sind, dass er die Zügel der Macht aus deinen Händen genommen und dich nach seinem eigenen Willen bewegt hat, wobei er dich sprechen ließ, wie er wollte und dich angezogen hat, wie er wollte. Dies geschieht mit jedem Herzen, das mit dem Geist der Liebe Gottes erfüllt ist. Du wirst wahrlich wunderbare Spuren sehen und die Zeichen deines Mächtigen Herrn erkennen.“06
06 ‚Abhá’1-Bahá. Tablets of Άbdu’l-Bahá Abbas, vol .3, Chicago 1930*, pp.

„Sprich: Mir helfen heißt Meine Sache lehren. Dies ist ein Gegenstand, der ganze Sendbriefe ausfüllt. Dies ist der unverrückbare Befehl Gottes, ewig in der Vergangenheit, ewig in der Zukunft.“07
07 Bahá’u’lláh, Botschaften aus Akká,

„Seid nicht verzagt, o Völker der Welt, wenn die Sonne Meiner Schönheit untergegangen und der Himmel Meines Heiligtums vor eueren Augen verhüllt sein wird. Erhebt euch, um Meine Sache weiter zu tragen und Mein Wort unter den Menschen zu erhöhen. Wir sind immer mit euch und werden euch durch die Macht der Wahrheit stärken.“08
08 Bahá’u’lláh, Kitdb-i-Aqdas.

„Die Feder des Höchsten hat jedem die Pflicht auferlegt und vorgeschrieben, diese Sache zu lehren. … Gott wird zweifellos jeden begeistern, der sich von allem außer Ihm loslöst, und Er wird die klaren Wasser der Weisheit und des Ausdrucks aus seinem Herzen quellen und überreich strömen lassen.“09
09 Bahá’u’lláh, Ährenlese.

„Gott hat jedem zur Pflicht gemacht. Seine Sache zu lehren. Wer sich erhebt, diese Pflicht zu erfüllen, muss, ehe er Seine Botschaft verkündet, unbedingt den Schmuck eines aufrechten, lobenswerten Charakters anlegen, damit seine Worte die Herzen derer anziehen, die für seinen Ruf empfänglich sind.“10
10 Bahá’u’lláh, Ährenlese.

„O ihr Geliebten Gottes! Legt euch nicht auf eurem Lager zur Ruhe, nein, erhebt euch, sobald ihr euren Herrn, den Schöpfer, erkennt und von den Dingen hört, die ihn befallen haben, und eilt Ihm beizustehen. Löst eure Zungen und verkündet unaufhörlich Seine Sache. Dies wird besser für euch sein als alle Schätze der Vergangenheit und der Zukunft, gehörtet doch zu denen, die diese Wahrheit begreifen.“11
11 Bahá’u’lláh, Ährenlese.

„Wenn es Uns gut dünkte, werden Wir die Sache Gottes durch die Macht eines einzigen Wortes aus Unserer Gegenwart zum Siege führen. Er ist wahrlich der Allmächtige, der Allbezwingende. So es Gottes Absicht ist, wird aus den Wäldern himmlischer Macht der Löwe unüberwindlicher Kraft hervortreten, und sein Gebrüll ist wie des Donners Grollen, das in den Bergen widerhallt. Da Unsere liebevolle Vorsehung jedoch alle Dinge überragt, haben Wir verordnet, dass der Endsieg durch Wort und Rede erreicht werde, damit Unsere Diener auf der ganzen Erde dergestalt zu Empfängern göttlichen Segens werden. Das ist ein Zeichen für die Gottesgaben, die ihnen gewährt sind.“12
12 Bahá’u’lláh, Botschaften aus Akká.

„Wenn man jemanden lehrt, weil man ihn liebt, wird man jemanden, den man nicht liebt, nicht lehren, und das ist nicht von Gott. Wenn man lehrt, um die versprochenen Segnungen für sich zu erhalten, so ist das auch nicht von Gott. Wenn man lehrt, weil es Gottes Wille ist, dass Gott erkannt werden möge — und aus diesem Grunde allein — so wird man Wissen und Weisheit erhalten, und die Worte werden Wirkung zeigen. Sie erlangen ihre Macht durch den heiligen Geist, dann werden sie in den Seelen jener Wurzeln schlagen, die auf ihren Empfang vorbereitet sind. In einem solchen Falle ist der Gewinn an geistigem Wachstum für den Lehrer 90% verglichen mit 10% für den Hörer, denn er wird zu einem Baum, der durch die Macht Gottes Frucht trägt.“13
13 Άbdu’l-Bahá , in: Starofthe West, vol. III. no. 19 (2 March 1913)*, p. l

„Was Er sich vorbehalten hat, sind die Städte der Menschenherzen, und die Geliebten Wahrheit ist, sind an diesem Tage wie die Dessen, Der die höchste Schlüssel zu ihnen. Gebe Gott, dass sie alle befähigt werden, durch die Macht des Größten Namens die Tore dieser Städte aufzuschließen.“14
14 Bahá’u’lláh, Ährenlese.

„Was Er sich vorbehielt, sind die Städte der Menschenherzen, damit Er sie von aller irdischen Befleckung rein mache und sie befähige, dem geheiligten Orte zu nahen, den die Hände der Ungläubigen niemals entweihen können. Öffne, O Volk, die Stadt des Menschenherzens mit dem Schlüssel deiner Rede. So haben Wir dir in vorbestimmtem Maße deine Pflicht verordnet.“15
15 Bahá’u’lláh, Ährenlese.

„Sprich: Dies ist die versiegelte, mystische Schriftrolle, die Schatztruhe für Gottes unabänderlichen Ratschluss. Sie birgt die Worte, welche der Finger der Heiligkeit aufgezeichnet hat. Sie lag im Schleier unergründlichen Geheimnisses verhüllt und ist jetzt zum Zeichen der Gnade des Allmächtigen, des Altehrwürdigen der Tage, herabgesandt. In ihr haben Wir das Schicksal aller Menschen auf Erden und aller Himmelsbewohner bestimmt, das Wissen um alle Dinge, vom ersten bis zum letzten, niedergeschrieben.“16
16 Bahá’u’lláh, Ährenlese.

„Die Lebenskraft des Glaubens der Menschen an Gott stirbt aus in allen Landen. Nur Seine heilende Arznei kann sie jemals wiederherstellen. Der Rost der Gottlosigkeit frisst sich in das Triebwerk der menschlichen Gesellschaft. Was außer dem Heiltrank Seiner machtvollen Offenbarung kann sie reinigen und neu beleben? Liegt es in menschlicher Macht, O Hakim, in den Bestandteilen irgendeines der winzigen, unteilbaren Teilchen der Materie eine so völlige Umwandlung zu bewirken, dass sie in lauteres Gold verwandelt wird? So verwirrend und schwierig dies erscheinen mag, Wir wurden bevollmächtigt, die noch größere Aufgabe zu erfüllen, teuflische Stärke in himmlische Kraft zu verwandeln. Die Kraft zu einer solchen Umwandlung übertrifft die Wirksamkeit des Lebenselixiers. Das Wort Gottes allein kann für sich in Anspruch nehmen, die Fähigkeit zu einer so großen, so weit reichenden Wandlung zu besitzen.“17
17 Bahá’u’lláh, Ährenlese.

„Wisse ferner, dass das Wort Gottes – gepriesen sei Seine Herrlichkeit – hoch und weit überlegen über allem steht, was die Sinne wahrnehmen können; denn es ist geheiligt über Natur oder Substanz. Es übersteigt die Grenzen der bekannten Elemente und ist erhaben über alle wesentlichen, anerkannten Substanzen. Es wurde offenbar ohne eine Silbe oder einen Laut und ist nichts anderes als der Befehl Gottes, der alles Erschaffene durchdringt. Niemals war es der Welt des Seins vorenthalten. Es ist Gottes alldurchdringende Gnade, von der jedwede Gnade ausgeht, eine Wesenheit, die hoch über allem steht, was war und sein wird.“18
18 Bahá’u’lláh, Botschaften aus Akká

„Wie könnte es da einem solchen Menschen gelingen. Den gebührend zu preisen, Der durch eine Bewegung Seines Fingers alle Namen und ihr Reich ins Dasein rief, alle Eigenschaften und ihr Reich erschuf und Der durch eine weitere Bewegung dieses Fingers die Buchstaben des Wortes »Sei« vereinte und miteinander verknüpfte, wodurch Er offenbarte, was die höchsten Gedanken Deine Auserwählten, die sich nahen Zugangs zu Dir erfreuen, nicht fassen können und was die tiefste Weisheit Deiner Geliebten, die Dir ganz ergeben sind, nicht auszuloten vermag.“19
19 Bahá’u’lláh, Gebete und Meditationen.

„Jedes Wort, das aus dem Munde Gottes hervorgeht, ist mit solcher Kraft versehen, dass es jeder menschlichen Gestalt neues Leben einflößen kann – gehörtet ihr doch zu denen, die diese Wahrheit begreifen!“20
20 Bahá’u’lláh, Ährenlese.

„O mein Freund! Das Wort Gottes ist der König der Worte; sein durchdringender Einfluss ist unermesslich. Es hat allzeit das Reich des Seins beherrscht und wird es immerdar beherrschen. Das Erhabenste Wesen spricht: Das Wort ist der Hauptschlüssel für die ganze Welt; denn durch seine Gewalt werden die Tore der Menschenherzen, die in Wirklichkeit die Himmelstore sind, erschlossen.“21
21 Bahá’u’lláh, Botschaften aus Akká.

„Dies ist der Tag, an dem gesprochen werden muss. Es ist die Aufgabe des Volkes Bahás, mit äußerster Geduld und Nachsicht danach zu streben, die Völker der Welt zum Größten Horizont zu führen. Jeder Körper ruft laut nach einer Seele. Durch den Atem des Wortes Gottes müssen himmlische Seelen die toten Körper mit frischem Geist beleben.“22
22 Bahá’u’lláh, in: Shoghi Effendi:Das Kommen göttlicher Gerechtigkeit.

„Die geheiligten Seelen sollten in ihren Herzen über die Lehrmethoden nachdenken und nachsinnen. Aus den Texten dieser wundersamen, himmlischen Schriften sollten sie Sätze und Abschnitte auswendig lernen, die sich auf verschiedene Gegebenheiten beziehen, damit sie im Verlauf ihrer Ansprachen göttliche Verse wiedergeben können, sooft es die Gelegenheit erfordert, da diese heiligen Verse ja das kraftvollste Elixier, der größte, mächtigste Talisman sind. So machtvoll ist ihr Einfluss, dass de Hörer kein Grund zum Wankelmut bleibt.“23
23 Bahá’u’lláh, Botschaften aus Akká.

„Sicherlich ist die ideale Art zu lehren, dass wir unsere Aussagen belegen, indem wir ständig auf die genauen Worte Bahá’u’lláhs und des Meisters hinweisen. Dies wird die Sache davor bewahren, durch Einzelpersonen falsch ausgelegt zu werden. Was diese göttlichen Leuchten sagen, ist die Wahrheit, und deshalb sollten sie die Autoritäten sein, auf die wir unsere Erklärungen stützen. Das bedeutet jedoch nicht, dass unsere Ausdrucksfreiheit eingeschränkt ist. Wir können immer neue Zugänge zu dieser Wahrheit finden; wir können verdeutlichen, wie sie unser Leben und unser Befinden beeinflusst. Je gründlicher unsere Studien sind, desto besser können wir den tieferen Sinn der Lehren verstehen.“24
24 Shoghi Effendi, in: The Importance of Deepening OurKnowledge and Vnderstanding of the Faith, Wilmettel983*,p.32

„Sich in die Sache Gottes vertiefen bedeutet, die Schriften Bahá’u’lláhs und des Meisters so sorgfältig zu lesen, dass man sie anderen in ihrer reinen Form weitergeben kann. Es gibt viele, die eine oberflächliche Vorstellung davon haben, was die Sache Gottes will. Das bringen sie dann mit allerhand eigenen Ideen vor. Da die Sache noch in ihren Anfängen steckt, müssen wir sehr vorsichtig sein, damit wir nicht diesem Irrtum erliegen und der Bewegung, die wir so sehr verehren, Schaden zufügen. Das Studium der Sache ist unbegrenzt. Je mehr wir in den Schriften lesen, umso mehr Wahrheiten können wir darin finden, und umso mehr werden wir erkennen, dass unsere früheren Meinungen irrig waren.“25
25 Shoghi Effendi, in: Den Glauben vertiefen.

„Wenn ich euch liebe, muss ich nicht fortgesetzt von meiner Liebe sprechen – ihr werdet es auch ohne irgendwelche Worte wissen. Liebte ich euch hingegen nicht, so würdet ihr es gleichfalls wissen – und ihr würdet mir nicht glauben, selbst wenn ich mit tausend Worten erzählte, dass ich euch liebe.“26
26 Άbdu’l-Bahá , Ansprachen in Paris.

„Wenn ihr ein Glied eurer Familie oder einen Landsmann liebt, so tut es mit einem Strahl der unendlichen Liebe! Tut es mit Gott und für Gott! Wo immer ihr die Eigenschaften Gottes findet, liebt jenen Menschen, gleichviel, ob er zu eurer Familie oder zu einer anderen zählt. Ergießt das Licht der grenzenlosen Liebe über jedes menschliche Wesen, das ihr antrefft ..,“27
27 Άbdu’l-Bahá , Ansprachen in Paris.

„O du Sohn des Königreiches! Alles mit der Liebe Gottes Verbundene ist nützlich; ohne Seine Liebe sind alle Dinge schädlich und treten als Schleier zwischen den Menschen und den Herrn des Königreiches. Wo Seine Liebe ist, wird jede Bitternis süß und jede Gnadengabe bringt wohltuende Freude. So bringt zum Beispiel eine dem Ohr süße Melodie dem in Gott verliebten Herzen den wahren Geist des Lebens, die in sinnlichem Verlangen versunkene Seele jedoch besudelt sie mit Begierde. Jedes Wissensgebiet wird gebilligt und ist rühmenswert, wenn es mit der Liebe Gottes verbunden ist; Seiner Liebe beraubt, ist Wissen jedoch unfruchtbar – es führt fürwahr zum Wahnsinn. Jede Art von Erkenntnis, jede Wissenschaft ist wie ein Baum: Ist seine Frucht die Liebe zu Gott, so ist es ein gesegneter Baum; wo nicht, ist dieser Baum vertrocknetes Holz und nährt nur das Feuer.“28
28 Άbdu’l-Bahá : Briefe und Botschaften.

„Bei der Gerechtigkeit Gottes! Wer an diesem Tage seine Lippen öffnet und den Namen seines Herrn erwähnt, auf den werden die Scharen göttlicher Eingebung aus dem Himmel Meines Namens, der Allwissende, der Allweise, herabkommen. Zu ihm wird auch die Versammlung der Höhe herabsteigen, und jeder aus ihr wird einen Kelch reinen Lichtes vorantragen. So wurde es vorherbestimmt im Reiche der Offenbarung Gottes, auf Befehl des Allherrlichen, des Machtvollsten.“29
29 Bahá’u’lláh, Ährenlese.

„Die ihr Land verlassen haben, um Unsere Sache zu lehren, wird der Geist des Glaubens durch seine Macht stärken. Eine Schar Unserer erwählten Engel wird mit ihnen gehen, wie Er, der Allmächtige, der Allweise, es gebietet. Wie groß ist der Segen, der den erwartet, der die Ehre erringt, dem Allmächtigen zu dienen!“30
30 Bahá’u’lláh, Ährenlese.

„Er wird wahrlich jedem helfen, der Ihm hilft, und wird an jeden denken, der Seiner gedenkt. Dafür legt dieses Tablet Zeugnis ab, das den Glanz der liebenden Güte eures Herrn, des Allherrlichen, des Allbezwingenden, ausgegossen hat.“31
31 Bahá’u’lláh, in: Shoghi Effendi: Kommen göttlicher Gerechtigkeit.

„Sprich: Hütet euch, o Volk Bahás, damit nicht die Starken der Erde euch eurer Stärke berauben oder die, welche die Welt regieren, euch mit Furcht erfüllen. Setzt euer Vertrauen auf Gott und übergebt eure Angelegenheiten Seiner Obhut. Er wird euch wahrlich durch die Kraft der Wahrheit siegreich machen. Er wahrlich ist mächtig zu tun, was Er will, und in Seinem Griff liegen die Zügel der allgewaltigen Macht.“32
32 Bahá’u’lláh, in: Shoghi Effendi: Kommen göttlicher Gerechtigkeit.

„Bei Gott, neben dem es keinen anderen Gott gibt! Sollte jemand für den Triumph Unserer Sache aufstehen, so wird ihm Gott zum Sieg verhelfen, auch wenn Zehntausende von Feinden sich gegen ihn zusammenschlössen. Und wenn seine Liebe zu Mir noch weiter wächst, wird Gott seine Erhebung über alle Mächte des Himmels und der Erde bewirken. So ergossen Wir den Geist der Kraft in alle Bereiche.“33
33 Bahá’u’lláh, in: Shoghi Effendi: Die Weltordnung Bahá’u’lláhs.

„Mit unsichtbaren Heerscharen wird Er euch zu Hilfe kommen und euch mit der himmlischen Streitmacht göttlicher Eingebung unterstützen; Er wird süße Düfte aus dem höchsten Paradies auf euch herab senden und den reinen Hauch aus dem Rosengarten der höchsten Versammlung über euch wehen lassen. Ins Herz wird Er euch den Geist des Lebens hauchen, euch einlassen in die Arche des Heils und euch Seine klaren Zeichen und Beweise offenbaren. Wahrlich, dies ist überreiche Gnade. Wahrlich, dies ist der unleugbare Sieg.“34
34 ‚Abhá’1-Bahá, Briefe und Botschaften.

„O ihr Diener an der heiligen Schwelle! Die siegreichen Scharen der himmlischen Heere stehen in den Reichen der Höhe bereit zum Streite. Sie warten darauf, dem tapferen Ritter, der sein Streitross voll Vertrauen auf das Feld des Dienens drängt, zum sicheren Sieg zu verhelfen. Wohl dem furchtlosen Kämpen, der, gerüstet mit der Macht wahrer Erkenntnis, auf das Schlachtfeld stürmt, die Heerhaufen der Unwissenheit zerstreut und die Truppen des Irrtums auseinander jagt, das Banner göttlicher Führung empor hält und den Fanfarenstoß des Sieges erschallen lässt. Bei der Gerechtigkeit des Herrn! Er erringt einen herrlichen Triumph und den wahren Sieg.“35
35 ‚Abhá’1-Bahá, Briefe und Botschaften.

„Das Ziel ist folgendes: Die Absicht des Lehrers muss rein, sein Herz unabhängig, sein Geist hingezogen, sein Denken befriedet, sein Entschluss fest, sein Mut erhaben und eine strahlende Fackel der Liebe Gottes sein.“36
36 ‚Abhá’1-Bahá, Sendschreiben göttlichen Plan.

„(…) werdet geheiligt und gereinigt von dieser Welt und ihren Bewohnern, lasst euer Vorhaben allen zunutze sein, löst euch aus der Bindung an das Irdische und werdet so licht und fein wie Geistwesen. Mit festem Entschluss, reinem Herzen, frohem Mut und beredter Zunge widmet sodann eure Zeit der Verbreitung der göttlichen Lehrsätze (…)“37
37 ‚Abhá’1-Bahá, Sendschreiben Göttlichen Plan.

„Der Meister versicherte uns, dass wir göttlichen Beistand empfangen werden, wenn wir uns selbst vergessen und uns mit all unseren Kräften bemühen, dem Glauben zu dienen und ihn zu lehren. Nicht wir verrichten die Arbeit, wir sind nur die Werkzeuge, die zu dieser Zeit zu dem Zweck benutzt werden. Seine Sache zu lehren.“38
38 Shoghi Effendi, in: Über das‘ Lehren.

„Selbst eine einzige reife Seele mit geistigem Verständnis und tiefgründiger Kenntnis des Glaubens kann ein ganzes Land entflammen – so groß ist die Kraft der Sache, dass sie durch einen reinen und selbstlosen Kanal wirken kann.“39
39 Shoghi Effendi, in: Über das Lehren.

„Hebt eure Herzen über die Gegenwart hinaus und blickt mit gläubigen Augen in die Zukunft. Jetzt ist die Zeit der Saat, der Same fallt zu Boden, aber siehe, der Tag wird kommen, da aus ihm ein herrlicher Baum ersteht, und seine Zweige werden reiche Früchte tragen. Jubelt und seid froh, dass dieser Tag heraufstieg. Trachtet, seine Macht zu erkennen, denn er ist wahrhaft wunderbar. Gott hat euch eine Krone aufs Haupt gesetzt und einen strahlenden Stern ins Herz gegeben. Wahrlich, ihr Leuchten wird die ganze Welt erhellen.“40
40 Άbdu’l-Bahá , Ansprachen in Paris.

„Sie sollten daher Ihr Bestes versuchen, die Fackel des Glaubens lodernd in sich zu tragen, denn durch sie werden Sie sicherlich Führung, Stärkung und endlichen Erfolg finden.“41
41 Shoghi Effendi, in: Über das Lehren.

„(…) rede in jeder Versammlung frei und voller Mut! Wenn du dich anschickst, deine Ansprache zu halten, dann wende dich zuerst Bahá’u’lláh zu und bitte um die Bestätigungen des Heiligen Geistes; sodann öffne deine Lippen, sprich aus, was deinem Herzen eingegeben wird, und zwar mit höchstem Mut, voll Würde und Überzeugung. “42
42 Άbdu’l-Bahá , Briefe und Botschaften.

„Der Bahá’í-Lehrer muss voller Zuversicht sein. Hierin liegt seine Stärke und das Geheimnis des Erfolges. Obwohl Sie ganz allein stehen, sollten Sie, wie groß die Gleichgültigkeit der Menschen Ihrer Umgebung auch sein mag, daran glauben, dass Ihnen die Heerscharen des Königreiches zur Seite stehen und dass Sie durch deren Hilfe die Mächte der Finsternis, die der Gottessache trotzen, bestimmt überwinden werden. Halten Sie daher aus und seien Sie glücklich und zuversichtlich.“43
43 Shoghi Effendi, in: Über das Lehren.

„Unter allen Umständen sollten die Gläubigen die Lehrarbeit aktiv vorantreiben, weil die göttlichen Bestätigungen davon abhängen. Wenn sich ein Bahá’í nicht gänzlich, nachhaltig und aus vollem Herzen der Lehrarbeit widmet, bleibt er zweifelsohne des Segens aus dem Reich Abhá beraubt. Allerdings sollte diese Tätigkeit durch Weisheit gezügelt werden – nicht durch jene Weisheit, die verstummen und die hohe Pflicht vergessen lässt, vielmehr durch die Weisheit, welche göttliche Toleranz, Liebe, Güte, Geduld, guten Charakter, und geheiligte Taten darzutun gebietet.“44
44 Άbdu’l-Bahá , Briefe und Botschaften.

„Nicht alles, was ein Mensch weiß, kann enthüllt werden, noch kann alles, was er enthüllen kann, als zeitgemäß angesehen werden, noch kann jede zeitgemäße Äußerung als tauglich für die Fassungskraft der Hörer erachtet werden.«‘ Diese höchste Weisheit solltest du in deinem Streben beachten. Lasse sie nicht außer acht, wenn du unter allen Umständen ein Mensch der Tat sein willst. Stelle zuerst das Leiden fest und bestimme die Krankheit, dann verschreibe das Heilmittel, denn dies ist die vollkommene Methode des fähigen Arztes.“45
45 Άbdu’l-Bahá , Briefe und Botschaften.

„So jemand unter euch eine bestimmte Wahrheit nicht zu erfassen vermag oder sich um ihr Verständnis bemüht, so sprecht mit ihm voller Güte und in bester Absicht. Helft ihm, die Wahrheit zu sehen und zu erkennen, ohne euch im Geringsten über ihn erhaben zu fühlen oder im Besitz größerer Gaben zu wähnen.“46
46 Bahá’u’lláh, Ährenlese.

„O Volk Bahá! Verkehrt mit allen Menschen im Geiste der Freundlichkeit und Verbundenheit. Wenn ihr um eine bestimmte Wahrheit wisst, wenn ihr ein Juwel besitzt, das anderen versagt ist, so teilt es ihnen mit in einer Sprache höchster Liebenswürdigkeit und besten Willens. Wenn es angenommen wird und seinen Zweck erfüllt, ist euer Ziel erreicht. Wenn jemand es zurückweist, überlasst ihn sich selbst und bittet Gott, ihn zu führen. Hütet euch, dass ihr ihn nicht unfreundlich behandelt. Eine freundliche Zunge ist ein Magnet für die Menschenherzen. Sie ist das Brot des Geistes, sie kleidet die Worte in Bedeutung, sie ist der Lichtquell der Weisheit und des Verstehens.“47
47 Bahá’u’lláh, Ährenlese.

„Wenn sie sich aufmachen. Meine Sache zu lehren, müssen sie sich vom Odem dessen, der der Unbezwungene ist, beleben lassen. Sie müssen Meine Sache mit fester Entschlossenheit über die ganze Erde verbreiten, mit einem Geist, der ganz auf Ihn gerichtet ist, mit Herzen, die von allen Dingen völlig gelöst und unabhängig sind und mit Seelen, die über die Welt und ihre Nichtigkeiten geheiligt sind. Es geziemt ihnen, das Gottvertrauen als beste Wegzehrung für die Reise zu wählen und sich mit der Liebe ihres Herrn, des Erhabensten, des Allherrlichen, zu umgeben. Wenn sie so verfahren, werden ihre Worte die Hörer beeinflussen.“48
48 Bahá’u’lláh, Ährenlese.

„Unablässig werden sie Tag und Nacht tätig sein, weder Prüfung noch Schmerz achten, keinen Aufschub in ihren Anstrengungen dulden, keine Ruhe suchen, Wohlstand und Behagen verschmähen und losgelöst und unbefleckt jeden flüchtigen Augenblick ihres Lebens der Verbreitung der Düfte Gottes, der Verherrlichung Seines heiligen Wortes weihen.“49
49 Άbdu’l-Bahá , Briefe und Botschaften.

„Rufe laut und lade die Menschen zu Ihm, dem höchsten Herrn aller Welten, mit solchem Eifer und solcher Inbrunst, dass alle Menschen durch dich entflammt werden.“50
50 Bahá’u’lláh, Ährenlese.

„… so lasst uns nun erheben, um Seine Sache mit Rechtschaffenheit, Überzeugungskraft, Verständnis und Kraft zu lehren. Dies ist die wichtigste und dringendste Pflicht eines jeden Bahá’í. Lasst sie uns zur beherrschenden Leidenschaft unseres Lebens machen!“51
51 Shoghi Effendi, in: Über das’Lehren.

„Beim Lehren muss der Lehrer selbst in Flammen stehen, damit seine Rede wie ein loderndes Feuer wirkt und den Schleier selbstsüchtiger Leidenschaft verbrennt. Er muss aber auch völlig ergeben und demütig sein, damit andere erbaut werden; völlig ausgelöscht und dahingeschwunden, damit er mit dem Lied der himmlischen Heerscharen lehrt – sonst bleibt sein Lehren ohne Wirkung.“52
52 Άbdu’l-Bahá , Briefe und Botschaften.

„Nach den göttlichen Lehren in dieser ruhmreichen Sendung sollten wir keinen herabsetzen oder unwissend nennen mit den Worten: »Du weißt es nicht, ich aber weiß es.« Vielmehr sollten wir anderen mit Achtung begegnen, und wenn wir etwas erklären und zeigen möchten, sollten wir wie Wahrheitssucher sagen: »Hier liegen uns diese Dinge vor. Lasst uns forschen, damit wir entscheiden können, wo und in welcher Gestalt die Wahrheit zu finden ist.« Der Lehrer darf nicht sich selbst als wissend und die anderen als unwissend betrachten. Solche Gedanken erzeugen nur Stolz, und der Stolz trägt nicht dazu bei, andere zu beeinflussen. Der Lehrer darf sich in keiner Weise als überlegen ansehen. Er muss äußerst freundlich, bescheiden und demütig sprechen; denn diese Sprechweise übt Einfluss aus und erzieht die Seelen.“53
53 Άbdu’l-Bahá , Briefe und Botschaften.

„Vielleicht ist der Grund, warum Sie nicht so viel auf dem Lehrfeld erreicht haben, der, dass Sie zu viel auf Ihre eigene Schwäche und Unfähigkeit geschaut haben. Bahá’u’lláh und der Meister haben uns beide wiederholt eingeschärft, uns über unsere Hemmnisse hinwegzusetzen und uns völlig auf Gott zu verlassen. Er wird uns zu Hilfe kommen, wenn wir uns nur erheben und lebendige Kanäle für die Gnade Gottes werden. Glauben Sie, dass es die Lehrer sind, die Neuerklärte einbringen und die Herzen der Menschen verwandeln? Nein, bestimmt nicht! Sie sind nur reine Seelen, die den ersten Schritt tun und es dann dem Geiste Bahá’u’lláhs überlassen, sie zu leiten und sich ihrer zu bedienen. Würde einer von ihnen auch nur für eine Sekunde seine Erfolge seinen eigenen Fähigkeiten zuschreiben, so wäre sein Werk am Ende und sein Abstieg würde beginnen. Dies ist tatsächlich der Grund, warum so viele befähigte Seelen nach wundervollen Diensten sich plötzlich absolut unfähig gefühlt haben und vielleicht vom Geist der Sache als unnütze Werkzeuge beiseite geworfen wurden. Der Maßstab ist das Ausmaß, in dem wir bereit sind, den Willen Gottes durch uns wirksam werden zu lassen. Hören Sie daher auf, sich Ihrer eigenen Schwächen bewusst zu sein. Vertrauen Sie völlig auf Gott. Lassen Sie Ihr Herz entflammt sein vom Verlangen, Seiner Sendung zu dienen und Seinen Ruf zu verkünden. Dann werden Sie feststellen, wie Beredsamkeit und die Macht, die Menschenherzen zu verwandeln, sich als natürliche Folge einstellen.Shoghi Effendi wird bestimmt für Ihren Erfolg beten, wenn Sie sich erheben und anfangen zu lehren. Tatsächlich werden Sie schon durch den bloßen Akt des Sich Erhebens die Hilfe und Segnungen Gottes gewinnen.“54
54 Shoghi Effendi, in: Über das lehren.

„die Zwillingsprozesse [sind], die Hand in Hand gehen müssen.“55
55 Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Lehrarbeit in die Breite, Brief vom 13. Juli 1964

„Erfolg bei diesem einen Ziel das Bahá’í-Leben wesentlich verbessern und bereichern“ und „die Fähigkeit des Glaubens erhöhen [wird], dem Eintritt in Scharen gerecht zu werden „56
56 Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Naw-Ruz-Botschaft, 21. März 1974

„Bei der Darstellung der grundlegenden und herausragenden Strukturen ihres Glaubens dürfen sie weder provozierend noch gleichgültig, weder fanatisch noch übertrieben liberal sein. Sie müssen behutsam oder kühn sein, schnell handeln oder abwarten; sie müssen die direkte oder indirekte Methode anwenden, herausfordernd oder konziliant sein in völligem Einklang mit der geistigen Aufnahmefähigkeit der Seele, mit der sie zusammenkommen, ob Adeliger oder Bürgerlicher, aus dem Norden oder Süden, Laie oder Priester, Kapitalist oder Sozialist, Politiker oder Fürst, Handwerker oder Bettler. Bei der Verkündigung der Botschaft Bahá’u’lláhs dürfen sie weder zögern noch zaudern. Sie dürfen weder die Armen gering schätzen noch ängstlich vor den Großen sein. Bei der Darstellung der Glaubenswahrheiten dürfen sie die Wahrheit, die sie vertreten, weder überbetonen noch sie verkleinern, mag ihr Zuhörer zum Königshaus gehören. Kirchenfürst, Politiker, Geschäftsmann oder ein Mann von der Straße sein. Allen, ob hoch oder niedrig, reich oder arm, müssen sie in einer so kritischen Stunde in gleichem Maße mit offenen Händen, strahlenden Herzen, beredter Zunge, unendlicher Geduld, unnachgiebiger Treue, mit großer Weisheit und unerschütterlichem Mut den Kelch der Erlösung reichen …“57
57 Shoghi Effendi, in: Über das Lehren, Hofheim-Langenhain 1979, S. 29/30

„Lasst uns auch des Beispiels gedenken, das unser geliebter Meister uns gegeben hat: Weise und taktvoll in Seiner Methode, wachsam und aufmerksam in der ersten Begegnung, weit und aufgeschlossen in all Seinen öffentlichen Äußerungen, behutsam in der schrittweisen Darlegung der wesentlichen Wahrheiten der Sache, leidenschaftlich in Seinem Aufruf, jedoch nüchtern in der Beweisführung, zuversichtlich im Ausdruck, unerschütterlich in Seiner Überzeugung, würdevoll in Seinem Auftreten – dies waren die hervorragenden Merkmale, welche unser Geliebter bei Seiner vornehmen Darlegung der Sache Bahá’u’lláhs an den Tag legte.“58
58 Shoghi Effendi, in: Über das Lehren

„Und ihr, o ihr Geliebten Gottes, macht eure Schritte sicher in Seiner Sache mit so festen Entschluss, dass ihr nicht erschüttert werdet, selbst wenn die schrecklichsten Trübsale die Welt bestürmen. Lasst euch unter keinen Umständen und durch nichts verwirren. Seid fest verankert wie die hohen Berge, seid Sterne, die am Horizont des Lebens aufleuchten, strahlende Lichter in den Versammlungen der Einheit, bescheidene, demütige Seelen in der Gegenwart der Freunde, unschuldig in eurem Herzen. Seid Sinnbilder der Führung und Leuchten der Frömmigkeit, losgelöst von der Welt, fest an den sicheren, starken Griff geklammert, den Geist des Lebens verbreitend, geborgen in der Arche der Erlösung. Seid Morgenstrahlen der Freigebigkeit, Dämmerorte der Geheimnisse des Seins, Stätten, aus denen die Erleuchtung steigt, Aufgangsorte des Strahlenglanzes; seid Seelen, denen der Heilige Geist Kraft verleiht, den Herrn innig liebend, gelöst von allem außer Ihm, geheiligt über die Wesenszüge des Menschlichen, geschmückt mit den Eigenschaften der Engel im Himmel, so dass ihr in dieser neuen Zeit, diesem wundervollen Jahrhundert, den höchsten Segen erlanget.“59
59 Άbdu’l-Bahá , Briefe u. Botschaften.

„Wer immer sich unter euch erhebt, die Sache seines Herrn zu lehren, der lehre vor allem sein eigenes Ich, damit seine Rede die Herzen seiner Hörer anziehe. Ehe er sich nicht selbst lehrt, werden die Worte seines Mundes das Herz des Suchers nicht berühren.“60
60 Bahá’u’lláh, Ährenlese.

„Eines, und nur eines wird unfehlbar und mit Gewissheit den unzweifelhaften Sieg dieser Heiligen Sache sichern, nämlich das Ausmaß, in dem unser persönliches, inneres Leben und unsere privaten Neigungen vielfältig die Herrlichkeit der von Bahá’u’lláh verkündeten ewigen Prinzipien widerspiegeln.“61
61 Άbdu’l-Bahá , in: Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Der Neunjahresplan 1964

„Wer sich an diesem Tage erhebt, um Unserer Sache zu helfen, und die Heerscharen einer rühmlichen Wesensart und eines aufrechten Verhaltens zu seiner Hilfe herbeiruft, wird mit dieser Tat sicherlich die ganze Welt beeinflussen.“62
62 Bahá’u’lláh, Ährenlese.

„Lasst eure Taten laut in die Welt hinaus rufen, dass ihr wirkliche Bahá’í seid, denn es sind ‚die Taten‘, die zur Welt sprechen und die Ursache des Fortschritts für die Menschheit sind. Wenn wir wirkliche Bahá’í sind, bedarf es keines Redens. Unsere Taten werden die Welt weiterbringen, Zivilisation verbreiten, der Wissenschaft zum Fortschritt helfen und Künste sich entwickeln lassen. Ohne Taten lässt sich in der Welt des Stoffes nichts vollbringen, noch können Worte, die nicht durch Taten unterstützt sind, Menschen im Reich des Geistes fördern. Nicht durch bloßen Lippendienst sind die Erwählten Gottes zur Heiligkeit gekommen, sondern durch ein geduldiges Leben des tätigen Dienstes haben sie Licht in die Welt getragen.“63
63 Άbdu’l-Bahá , Ansprachen in Paris.

„Bei solchen Gelegenheiten nutzen die Freunde Gottes die Gunst der Stunde, sie erfassen ihre Chance, stürmen vorwärts und gewinnen den Siegespreis. Wird ihre Aufgabe auf gutes Benehmen und Ratschläge beschränkt, so kommt nichts zustande. Sie müssen frei heraus reden, die Beweise darlegen, klare Argumente vorbringen, unwiderlegbare Schlüsse ziehen und damit die Wahrheit untermauern, dass die Sonne der Wirklichkeit sich offenbart hat.“64
64 Άbdu’l-Bahá , Briefe und Botschaften.

„Schaue daher nicht auf den Grad deiner Fähigkeit, sondern schaue auf die grenzenlose Gunst Bahá’u’lláhs. Allumfassend ist Seine Gnade, vollkommen Seine Güte.“65
65 Άbdu’l-Bahá , Briefe und Botschaften.

„Wende dein Angesicht dem Reich Gottes zu, bitte um die Gaben des Heiligen Geistes, rede, und die Bestätigungen des Geistes werden sich zeigen.“66
66 Άbdu’l-Bahá , Briefe und Botschaften.

„O ihr Geliebten Gottes! Legt euch nicht auf eurem Lager zur Ruhe, nein, erhebt euch, sobald ihr euren Herrn, den Schöpfer, erkennt und von den Dingen hört, die ihn befallen haben, und eilt Ihm beizustehen. Löst eure Zungen und verkündet unaufhörlich Seine Sache. Dies wird besser für euch sein als alle Schätze der Vergangenheit und der Zukunft, gehörtet ihr doch zu denen, die diese Wahrheit begreifen.“67
67 Bahá’u’lláh, Ährenlese.

„Wenn die Freunde immer warteten, bis sie völlig geeignet wären, eine bestimmte Aufgabe zu erfüllen, so käme die Arbeit an der Sache fast zum Stillstand. Schon der bloße Akt, dass man bestrebt ist, zu dienen, wie unwürdig man sich auch fühlen mag, zieht die Segnungen Gottes an und befähigt einen, für die Aufgabe geeigneter zu werden.
Heute ist das Bedürfnis der Menschheit so groß, die göttliche Botschaft zu hören, dass die Gläubigen sich auf die Arbeit stürzen müssen, wo und wie auch immer sie können, ihrer eigenen Unzulänglichkeiten nicht achtend, sondern immer eingedenk der schreienden Not ihrer Mitmenschen, in der dunkelsten Stunde ihrer Wehen von den Lehren zu hören.“68
68 Shoghi Effendi, in: Über das Lehren.

„Und wenn dann unter dem Einfluss Seines ermutigenden Mitgefühls der Gesprächspartner sich seiner eigenen Worte entledigt hatte, folgte ein Augenblick des Schweigens. Niemals wurde er sofort mit allumfassenden Erklärungen und Ratschlägen überschüttet. ‚Abdu’1-Baha. schloss manchmal für einen Augenblick die Augen, als ob Er Selbst Hilfe von oben suchte. Manchmal saß Er da und erforschte die Seele des Fragenden mit einem liebevollen, verständigen Lächeln, das jedes Herz schmelzen ließ.“69
69 Howard Colby Ives, Portals to Freedom, Oxford 1983. p. 195

„Natürlich ließ Er Sich nie auf Wortstreit ein oder bestand auf Seiner Ansicht. Er ließ jedem seine Freiheit. Niemals maßte Er sich Autorität an, Er war im Gegenteil immer das Musterbeispiel der Demut. Er lehrte, als ob Er „einem König ein Geschenk überreichte“. Er sagte mir auch nie, was ich tun sollte, außer dass er andeutete, dass ich recht täte. Auch sagte Er mir nie, was ich glauben sollte. Er stellte die Wahrheit und die Liebe als so schön und königlich dar, dass das Herz sie notgedrungen verehren musste. Er zeigte mir durch Seine Stimme, Sein Verhalten, Seine Haltung, Sein Lächeln wie ich sein sollte, denn Er wusste, dass aus der reinen Erde des Seins die guten Früchte der Taten und Worte gewisslich entspringen würden.“„Eine ungewöhnliche, Ehrfurcht einflößende Mischung aus Demut und Majestät, von Entspannung und Macht war selbst in Seinen geringsten Worten und Gesten, was in mir eine Sehnsucht erweckte, ihren Ursprung zu verstehen. Was machte Ihn so anders, so unermesslich erhaben über jeden Menschen, den ich kannte?“70
70 Howard Colby Ives. Portals to Freedom, Oxford 1983, p. 39-40

„Ich habe schon mehrfach über den Eindruck allumfassender Liebe gesprochen, den Er immer auf mich machte. Wie selten gewinnen wir diesen Eindruck von den Menschen um uns, selbst unseren Liebsten, das wissen wir alle. All unsere menschliche Liebe gründet sich scheinbar auf das Selbst, und selbst ihr erhabenster Ausdruck ist auf einige wenige begrenzt. Ganz anders die Liebe, die von ‚Abdu’1-Bahä ausstrahlte. Wie die Sonne strömte sie über alle in gleicher Weise, und wie die Sonne wärmte und belebte sie alle, die sie berührte.“71
71 Howard Colby Ives, Portals to Freedom, Oxford 1983, p. 45

„Welches Thema auch behandelt wurde, Er war damit stets voll vertraut, aber immer mit einer zugrunde liegenden Bescheidenheit und liebevollen Rücksichtnahme auf die Meinungen anderer. Über Seine nie versagende Höflichkeit habe ich bereits gesprochen, die aber eigentlich viel mehr war, als was dieser Begriff für einen westlichen Verstand bedeutet. Im Persischen verwendet man das gleiche Wort für Ehrerbietung und Höflichkeit. Er sah „das Antlitz Seines Himmlischen Vaters in jedem Antlitz“ und verehrte die Seele dahinter. Wie konnte jemand unhöflich sein, wenn er diese Einstellung jedem gegenüber hatte!“72
72 Howard Colby Ives, Portals to Freedom, Oxford 1983, p. 116

„Bei den vielen Gelegenheiten, da ich ‚Abdu’1-Bahä begegnete, Ihm zuhörte und mit Ihm sprach, war ich beeindruckt und jedes Mal tiefer beeindruckt von Seiner Art, Seelen zu lehren. Genau das war es. Er wollte nicht nur den Verstand ansprechen. Er suchte die Seele, die Wesenheit eines jeden Menschen, den Er traf. Er konnte sehr wohl logisch und bei Seiner Argumentation sogar wissenschaftlich sein, wie Er es in den vielen Ansprachen zeigte, die ich gehört und den vielen anderen, die ich gelesen habe. Es war aber nicht die Logik des Schulmannes oder die Wissenschaft des Hörsaales. Das Geringste Seiner Worte, die flüchtigste Begegnung mit einer Seele war durchwirkt von einem erleuchtenden Glanz, der den Hörer auf eine höhere Ebene des Bewusstseins hob. Unser Herz brannte, wenn Er sprach.“73
73 Howard Colby Ives, Portals to Freedom, Oxford 1983, p. 39

„Die Verkündigung des Glaubens aufgrund von festgesetzten Plänen und mit dem Ziel, in verstärktem Maße die Massenkommunikationsmittel einzusetzen, muss tatkräftig verfolgt werden. Dabei sollte man sich daran erinnern, dass es die Absicht der Verkündigung ist, die Tatsache und das allgemeine Ziel der neuen Offenbarung der ganzen Menschheit zur Kenntnis zu bringen, während gleichzeitig Lehrprogramme geplant werden sollen, um Menschen aus jeder Gesellschaftsschicht zu festigen.“74
74 Das Universale Haus der Gerechtigkeit: Botschaft zu Naw-Rúz 1974

„Die Gelegenheiten, die der Aufruhr des jetzigen Zeitalters bietet, mit all den Sorgen, die er hervorruft, den Ängsten, die er erzeugt, den Enttäuschungen, die er mit sich bringt, den Verwirrungen, die er anstiftet, der Empörung, die er erregt, dem Aufruhr, den er schafft, den Leiden, die er verursacht, und dem Geist ruhelosen Suchens, den er erweckt, müssen in gleicher Weise ausgenützt werden, um das Wissen um die erlösende Macht des Glaubens Bahá’u’lláhs nah und fern zu verbreiten und frische Streitkräfte für das ständig wachsende Heer Seiner Gefolgschaft zu gewinnen. Eine so kostbare Gelegenheit, ein so seltenes Zusammentreffen günstiger Umstände mag sich nie mehr wieder bieten.“75
75 Shoghi Effendi, Das Kommen Göttlicher Gerechtigkeit.

„die Lampen Meiner liebevollen Vorsehung unter Meinen Dienern und die Schlüssel Meiner Gnade für Meine Geschöpfe“76
76 Bahá’u’lláh, Kitab-i-Aqdas.

„Wer sich als Bahá’í erklärt, sollte von der Schönheit der Lehren ergriffen und von de Liebe Bahá’u’lláhs berührt sein. Die Neu erklärten brauchen nicht die ganze Geschichte und alle Beweise, Gebote und Prinzipien des Glaubens zu kennen; aber in der Zeit, in der ihre Erklärung reift, muss nicht nur der Funke des Glaubens zu ihnen überspringen, sondern sie müssen einige Grundinformationen über die Zentralgestalten des Glaubens erhalten sowie über das Bestehen von Geboten, denen sie folgen, und einer Administration, der sie gehorchen müssen.“77
77 Das Universale Haus der Gerechtigkeit: Botschaft vom 13. Juli 1964

„Was der Herr als höchstes Mittel und mächtigstes Werkzeug für die Heilung der ganzen Welt verordnet hat, ist die Vereinigung aller ihrer Völker in einer allumfassenden Sache, einem gemeinsamen Glauben.“78
78 Bahá’u’lláh, Ährenlese.

„O Sohn des Menschen! Von Herzen wünschte Ich, dich zu erschaffen, also erschuf Ich dich. Liebe du Mich nun, auf dass Ich dich bei deinem Namen nenne und deine Seele mit dem Geist des Lebens erfülle.“79
79 Bahá’u’lláh, Die verborgenen Worte.

„Dies ist der Tag, da Gottes erhabenste Segnungen den Menschen zugeströmt ’sind, der Tag, da alles Erschaffene mit Seiner mächtigsten Gnade erfüllt wurde. Alle Völker der Welt haben die Pflicht, ihre Gegensätze auszugleichen und in vollkommener Einigkeit und in Frieden im Schatten des Baumes Seiner Obhut und Gnade zu wohnen.“80
80 Bahá’u’lláh, Ährenlese.

„Ich bezeuge, O mein Gott, dass Du mich erschaffen hast, Dich zu erkennen und anzubeten. Ich b„Wann immer die Menschen von der Rechtschaffenheit ablassen, O Bharat, und die Gottlosigkeit um sich greift, schicke Ich Meinen Geist aus. Um die Guten zu erretten, die Übeltäter zu zerstören und die Rechtschaffenheit fest zu begründen, manifestiere Ich Mich von Zeitalter zu Zeitalter.“81
81 Bhagavad Gita, 4:7-8, *

„Bahá’u’lláh hat den Kreis der Einigkeit geschlagen. Er hat einen Plan geschaffen, um alle Völker zu vereinen und sie alle unter dem schützenden Zelt der allumfassenden Einheit zu versammeln. Dies ist das Werk der göttlichen Freigebigkeit, und wir alle müssen uns mit Herz und Seele mühen, bis wir die Einheit tatsächlich in unserer Mitte haben, und in dem Maß, in dem wir arbeiten, werden wir Kraft empfangen.“82
82 Άbdu’l-Bahá , Ansprachen in Paris.

„Gedenke Meiner Tage in deinen Tagen und Meiner Not und Verbannung in diesem entlegenen Kerker. Und sei so standhaft in Meiner Liebe, dass dein Herz nimmer wanke, selbst wenn der Schwerterregen der Feinde auf dich niederprasselt und die Himmel alle und die Erde wider dich aufstehen.“83
83 Bahá’u’lláh, in: Gebete.

„Die Altehrwürdige Schönheit hat eingewilligt, in Ketten gelegt zu werden, damit die Menschheit aus ihrer Knechtschaft erlöst werde, und hat es hingenommen, zum Gefangenen in dieser mächtigen Festung zu werden, damit die ganze Welt wahre Freiheit gewinne. Er hat den Kelch des Leidens bis zur Neige geleert, damit alle Völker der Welt immerwährende Freude gewinnen und von Fröhlichkeit erfüllt werden. Dies gehört zur Barmherzigkeit eures Herrn, des Mitleidvollen, des Barmherzigsten. Wir nehmen es hin, erniedrigt zu werden, o ihr, die ihr an die Einheit Gottes glaubt, damit ihr erhoben werdet, und dulden mannigfache Leiden, damit ihr blühet und gedeihet. Seht, wie jene, die Gott Gefährten zugesellt haben. Ihn, Der gekommen ist, die ganze Welt neu zu bauen, gezwungen haben, in der trostlosesten aller Städte zu wohnen!“84
84 Bahá’u’lláh, Ährenlese.

„Gibt es einen Befreier von Schwierigkeiten außer Gott? Sprich: Gelobt sei Gott! Er ist Gott! Alle sind Seine Diener und alle unterstehen Seinem Befehl!“85
85 Báb , in: Gebete.

„Sprich: Gott genügt allen Dingen und über alle Dinge hinaus, und nichts in den Himmeln, auf Erden oder dazwischen kann genügen außer Gott, deinem Herrn. Wahrlich Er ist der Wissende, der Erhalter, der Allmächtige.“86
86 Báb , in: Gebete.

„die Lampen Meiner liebenden Vorsehung unter Meinen Dienern und die Schlüssel Meiner Gnade für Meine Geschöpfe“87
87 Bahá’u’lláh, Kitab-i-Aqdas

„Haltet Meine Gebote aus Liebe zu Meiner Schönheit“88
88 Bahá’u’lláh, Kitab-i-Aqdas-

ezeuge in diesem Augenblick meine Ohnmacht und Deine Macht, meine Armut und Deinen Reichtum. Es ist kein Gott außer Dir, dem Helfer in Gefahr, dem Selbst bestehenden.“89
89 Bahá’u’lláh. in: Gebete.

„O Gefährte Meines Thrones! Höre nichts Schlechtes und sieh nichts Schlechtes, erniedrige dich nicht und klage nicht. Sprich nichts Schlechtes, damit du nicht Schlechtes hören musst, und vergrößere die Fehler der anderen nicht, damit deine eigenen Fehler nicht groß erscheinen. Wünsche nicht die Erniedrigung eines anderen damit deine eigene Niedrigkeit nicht offenkundig werde. Verbringe alsdann die Tage deines Lebens, die weniger sind als ein flüchtiger Augenblick mit makellosem Gemüt, unbeflecktem Herzen, reinen Gedanken und geheiligtem Wesen, damit du diese irdische Hülle frei und zufrieden ablegen, dich zum geheimnisvollen Paradiese begeben und immerdar in dem ewigen Königreich wohnen mögest.“90
90 Bahá’u’lláh, Die verborgenen Worte.

„O Sohn des Geistes! Ich habe dich reich erschaffen, warum machst du dich selbst arm? Edel erschuf Ich dich, warum erniedrigst du dich selbst? Aus den Tiefen des Wissens gab Ich dir Leben, warum suchst du nach Erleuchtung bei einem anderen als Mir? Aus dem Ton der Liebe formte Ich dich, warum trachtest du nach einem anderen außer Mir? Schaue in dich selbst, damit du Mich in dir fandest, mächtig, stark und selbst bestehend.“91
91 Bahá’u’lláh, Die verborgenen Worte.

„Darum müssen die Geliebten Gottes und die Dienerinnen des Gnadenreichen ihre Kinder mit ihrem Herz und Leben erziehen und sie in der Schule der Tugend und Vollkommenheit lehren. Sie dürfen hierin nicht nachlässig sein; sie müssen erfolgreich sein. Wahrlich, es wäre besser, ein Kind lebte gar nicht, als dass es unwissend aufwachsen würde, denn jenes unschuldige Kind wird im nächsten Leben mit zahllosen Mängeln behaftet sein, vor Gott verantwortlich und von Ihm befragt, und von den Menschen beschuldigt und abgewiesen. Welch eine Sünde wäre das und welch eine Nachlässigkeit! Dieses ist die erste Pflicht der Geliebten Gottes und der Dienerinnen des Gnadenreichen: sie müssen mit allen möglichen Mitteln danach streben, beide Geschlechter zu erziehen, männlich und weiblich; Mädchen wie Jungen; es gibt keinerlei Unterschied zwischen ihnen. Die Unwissenheit beider ist tadelnswert und m keinem der beiden Fälle ist Nachlässigkeit gestattet. ‚Sind jene die wissen und jene die nicht wissen gleich? „92
92 Άbdu’l-Bahá , Tablets ofÄbdu’l-BahdAbbas, Chicago, 1930, vol. 3*, p. 579 f

„O Gott! Erquicke und erfreue meinen Geist. Läutere mein Herz. Entflamme meine Kraft. Alles lege ich in Deine Hand. Du bist mein Geleit und meine Zuflucht. Ich will nicht mehr traurig und bekümmert, sondern glücklich und fröhlich sein. O Gott, Angst soll mich nicht länger plagen und Sorge mich nicht quälen. Ich will nicht bei den Widrigkeiten dieses Lebens verharren. O Gott! Du meinst es besser mit mir als ich selbst. Ich weihe mich Dir, o Herr.“93
93 Άbdu’l-Bahá , in: Gebete

„O Wanderer auf dem Pfade Gottes! Nimm dir deinen Anteil aus dem Meer Seiner Gnade, und beraube dich nicht selbst der Dinge, die in dessen Tiefen verborgen liegen. Gehöre zu denen, die an seinen Schätzen teilhaben. Ein Tropfen aus diesem Meer, über alle in den Himmeln und auf Erden vergossen, würde genügen, sie reich zu machen an der Großmut Gottes, des Allmächtigen, des Allwissenden, des Allweisen. Schöpfe mit den Händen des Verzichts aus Seinen lebenspendenden Wassern und besprenge damit alles Erschaffene, damit es von allen menschlichen Begrenzungen reingewaschen werde und dem mächtigen Throne Gottes, diesem geheiligten, strahlenden Orte, nahe komme. Sei nicht bekümmert, wenn du dies allein vollbringst. Lasse dir Gott allgenügend sein. Halte innige Zwiesprache mit Seinem Geiste und gehöre zu den Dankbaren. Verkünde die Sache deines Herrn allen, die in den Himmeln und auf Erden sind. Antwortet jemand deinem Ruf, so breite die Perlen der Weisheit des Herrn, deines Gottes, die Sein Geist auf dich herabgesandt hat, offen vor ihm aus und gehöre zu denen, die wahrhaft glauben. Und sollte jemand deine Gabe zurückweisen, so wende dich von ihm ab und setze dein Vertrauen und deine Zuversicht auf den Herrn, deinen Gott, den Herrn aller Welten. „94
94 Bahá’u’lláh, Ährenlese

„Wenn er sich aus eigenem Antrieb entschlossen hat, dem Lehraufruf zu folgen, unverzagt vor allen Hindernissen, mit denen Freund oder Feind, wissentlich oder unwissentlich, den Pfad versperren wollen, dann soll er sorgfältig jeden Weg der Annäherung überdenken, den er bei seinen persönlichen Versuchen beschreiten möchte, um bei jenen, die er in die Schar seines Glaubens einreihen möchte, Aufmerksamkeit zu erwecken, das Interesse wach zu halten und ihren Glauben zu vertiefen. Er soll die Möglichkeiten überprüfen, welche ihm die besonderen Umstände bieten, in denen er lebt, ihre Vorteile auswerten und klug und systematisch vorgehen, um sie für das Erreichen des Zieles, das er im Auge hat, einzusetzen? „95
95 Shoghi Effendi, Das Kommen Göttlicher Gerechtigkeit.

„Lasst ihn auch solche Methoden verfolgen, wie die Verbindung mit Klubs, Ausstellungen und Vereinen, Vorträge über Themen, die mit den Lehren und Idealen seiner Sache verwandt sind, z.B. Enthaltsamkeit, Sittlichkeit, soziale Fürsorge, religiöse und rassische Duldsamkeit, wirtschaftliche Zusammenarbeit, Islam und Vergleichende Religionswissenschaft oder Teilnahme an sozialen, kulturellen, humanitären, fürsorgerischen und erzieherischen Organisationen und Vorhaben, die ihm, während er sich seinen Glauben unangetastet bewahrt, eine Vielzahl von Wegen und Mitteln eröffnen, durch die er nacheinander die Sympathie, die Unterstützung und zuletzt die Zugehörigkeit derer gewinnen kann, mit denen er in Berührung kommt.“96
96 Shoghi Effendi, Das Kommen Göttlicher Gerechtigkeit.

„Während er solche Verbindungen knüpft, soll er stets die Forderungen seines Glaubens im Auge behalten, nämlich, seine Würde und seinen Rang zu bewahren, die Unverletzlichkeit seiner Gesetze und Prinzipien zu sichern, seine umfassende Natur und Welt weitheit darzustellen und seine vielfältigen und lebensnotwendigen Interessen furchtlos zu verteidigen. Er möge das Maß der Aufnahmefähigkeit seiner Zuhörer beachten und für sich entscheiden, ob die direkte oder die indirekte Lehrmethode vorzuziehen ist, durch die er dem Sucher die lebenswichtige Bedeutung der Göttlichen Botschaft ein-prägen und ihn dafür gewinnen kann, sein Schicksal mit denjenigen zu verbinden, die sie bereits angenommen haben.“97
97 Shoghi Effendi, Das Kommen Göttlicher Gerechtigkeit.

„Er soll sich an das von ‚Abdu’I-Bahá gegebene Beispiel erinnern und an Seine beständige Ermahnung, dem Sucher mit solcher Freundlichkeit entgegenzukommen und den Geist der Lehren, die er ihm vermitteln möchte, in solch einem Maße vorzuleben, dass der Empfänger aus eigenem Antrieb veranlasst wird, sich der Sache anzuschließen, die solche Lehren verkörpert. Anfangs möge er davon absehen, auf solchen Gesetzen und Anordnungen zu bestehen, die eine zu starke Belastung für des Suchers neu erwachten Glauben bedeuten würden, sondern sich bemühen, ihn geduldig, taktvoll und doch entschieden der Reife zuzuführen und ihm helfen, seine unbeschränkte Annahme dessen, was immer von Bahá’u’lláh verordnet wurde, zu erklären? „98
98 Shoghi Effendi, Das Kommen Göttlicher Gerechtigkeit.

„Sobald er diese Stufe erreicht hat, soll er ihn in die Gemeinschaft seiner Mitgläubigen einführen; er möge ihn ständig betreuen und ihn tätig an den Gemeindeangelegenheiten teilhaben lassen, um ihn zu befähigen, seinen Teil zur Bereicherung ihres Lebens, der Förderung ihrer Aufgaben, der Festigung ihrer Interessen und der Abstimmung ihrer Tätigkeiten mit denen ihrer Schwestergemeinden beizutragen?“99
99 Shoghi Effendi, Das Kommen Göttlicher Gerechtigkeit.

„Lasst ihn nicht zufrieden sein, ehe er seinem geistigen Kinde eine so tiefe Sehnsucht eingepflanzt hat, dass sie dieses zwingt, sich seinerseits selbständig zu erheben und seine Tatkraft der Belebung anderer Seelen zu widmen, sowie sich zu den Gesetzen und Prinzipien zu bekennen, wie sie in seinem neu erwählten Glauben niedergelegt sind.“100
100 Shoghi Effendi, Das Kommen Göttlicher Gerechtigkeit.

„Eine neue Stunde hat geschlagen in der Geschichte unserer geliebten Sache. Diese verlangt nach landesweiten, systematischen, anhaltenden Anstrengungen auf dem Feld des Lehrens, durch die diese Kräfte so kanalisiert werden können, dass es unserem Glauben zum Ruhm und seinen Institutionen zur Ehre gereicht.“101
101 Shoghi Effendi, Messages to America: Selected Leiters an Cablegrams addressed to the Bahá’is of North America, 1932-1946, Wilmette, 1947*, pp. 5-6

„Ein systematischer, sorgfältig entwickelter und gut organisierter Plan sollte entworfen, energisch verfolgt und ständig erweitert werden. „102
102 Shoghi Effendi, Messages to America: Selected Leiters an Cablegrams addressed to the Bahá’is of North America, 1932-1946, Wilmette. 1947*, p. 7

„Das wichtigste in diesen ersten Jahren des zweiten Jahrhunderts der Bahá’i¬Geschichte ist, die Aufmerksamkeit der Massen zur Stunde ihres Kummers, ihres Elends und ihrer Verwirrung mit allem Nachdruck und systematisch auf die heilende Botschaft Bahá’u’lláhs zu richten mittels einer schon gut funktionierenden Gemeindeordnung, deren Verästelungen sich in alle vier Himmelsrichtungen der westlichen Hemisphäre erstrecken.“103
103 Shoghi Effendi,Messages to America: Selected Leiters an Cablegrams addressed to the Bahá’ís of North America,1932-1946, Wilmette, 1947*, p. 79

„Die Lehrarbeit — sowohl die durch die Institutionen des Glaubens organisierte als auch die Lehrarbeit als Frucht persönlicher Bemühungen — muss tatkräftig fortgesetzt werden, so dass die Zahl der Gläubigen ansteigt und weitere Länder das Stadium des Eintritts in Scharen und schließlich der Massengewinnung erreichen.“104                                                                                                                                                                104 Das Universale Hauses der Gerechtigkeit, Naw-Ráz Botschaft, 21. März 1979

„Die wirksame Antwort auf die unmittelbare Herausforderung, vor denen die Gemeinde steht, hat einige wesentliche Voraussetzungen, die vor allem von jedem Einzelnen und von den örtlichen Geistigen Räten erfüllt werden müssen: auf der einen Seite bedarf es der Initiative für das Lehren des Glaubens und den Erwerb eines vertieften Verständnisses für Sinn und Zweck des Glaubens. Es ist die Pflicht und das Vorrecht jedes Einzelnen, diese Initiative zu ergreifen. Zugleich besteht die Notwendigkeit, dass der Einzelne an gemeinsamen Unternehmungen der Gemeinden, an Projekten und Veranstaltungen mitwirkt. Andererseits ist es die Aufgabe des örtlichen Geistigen Rates, die Initiative des einzelnen Gläubigen zu begrüßen, ihn dazu zu ermutigen und ihnen Raum zu geben, soweit das nur möglich ist. Der Rat hat außerdem die Verantwortung, Pläne zu entwickeln und zu fördern, die die Talente und Fähigkeiten der Mitglieder der Gemeinde nutzen und die Einzelnen in gemeinsame Aktionen einbinden, wie etwa Lehr- und Entwicklungsprojekte, Institute und andere Gruppenaktivitäten.“105
105 Das Universale Hauses der Gerechtigkeit, Ridván-Botschaft von 1995

„Systematische Ansätze zu gemeinsamen Lehraktivitäten und gezielt konzipierten langfristigen Lehrprojekten zeitigten Früchte und ließen sich deutlicher als je zuvor in einer Anzahl von Ländern erkennen.“106
106 Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Ridvän-Botschaft von 1996

„Wenn die Mehrzahl der Menschen erweckt wird und den Glauben Gottes annimmt, wird ein neuer Prozess in Gang gesetzt, und es beginnt das Wachstum einer neuen Kultur. Betrachten wir nur die Entstehung des Christentums und des Islam. Diese Massen sind die einfachen Menschen, die zwar in ihren eigenen Traditionen wurzeln, aber doch für das neue Wort Gottes empfänglich sind; wenn sie sich ihm erschließen, übt es einen solchen Einfluss auf sie aus, dass sie alle verwandeln können, die mit ihnen in Berührung kommen. Gottes Maßstäbe sind nicht die der Menschen. Nach menschlichen Maßstäben ermisst sich der Wert und die Größe einer Sache daraus, dass sie von ausgezeichneten, bekannten und hochgestellten Persönlichkeiten angenommen wird. Aber Bahá’u’lláh sagt: »Der Anruf und die Botschaft, die Wir brachten, hatten nie die Absicht, nur ein Land oder ein Volk zu erreichen oder nur ihm zugute zu kommen. Die Menschheit muss in ihrer Gesamtheit an dem festhalten, was ihr offenbart und verliehen wurde.« Oder wiederum: »Er hat jede Seele mit der Fähigkeit ausgestattet, die Zeichen Gottes zu erkennen. Wie hätte Er sonst Sein Zeugnis für die Menschen erfüllen können, so ihr zu jenen gehörtet …, die Seine Sache in ihrem Herzen bewegen.« In Ländern, wo die Lehrarbeit in der Breite erfolgreich war, haben die Bahá’í Zeit und Bemühungen im gleichen Maße auf ländliche Gegenden verwandt, wie sie es vorher in Städten und Großstädten getan hatten. Die Ergebnisse zeigen, wie unklug es ist, sich nur auf einen Teil der Bevölkerung zu konzentrieren. Deshalb sollte jeder Nationale Rat seine Ressourcen so auswägen und seine Bemühungen so abstimmen, dass der Glaube Gottes nicht nur denjenigen gebracht wird, die leicht erreichbar sind, sondern allen Teilen der Bevölkerung, wie weit entfernt sie auch wohnen. Die einfachen Menschen der Welt – und sie bilden die große Mehrheit der Bevölkerung — haben das gleiche Recht wie die anderen, die Sache Gottes kennen zu lernen. Wenn die Freunde das Wort Gottes lehren, müssen sie darauf achten, die Botschaft in derselben Schlichtheit weiterzugeben, wie sie in unseren Lehren verkündet wird. Sie müssen allen, mit denen sie zusammenkommen, echte und göttliche Liebe erweisen. Das Herz einer ungebildeten Seele ist äußerst empfindsam; jede Spur von Vorurteil von Seiten des Pioniers oder Lehrers wird sofort erfüllt. Wenn die Freunde in der Breite lehren, sollten sie Vorsicht walten lassen und nicht die sozialen und humanitären Seiten des Glaubens herausstreichen, um auf diese Weise neue Bahá’í zu gewinnen. Erfahrungsgemäß stellen sich viele Schwierigkeiten ein, wenn Menschen, denen wir die Lehre bringen, gleichzeitig soziale Einrichtungen wie Schulen, Krankenstationen, Hospitäler oder auch nur Kleidung und Nahrung von uns angeboten bekommen. Das Hauptmotiv sollte immer die Antwort des Menschen auf Gottes Botschaft und die Anerkennung Seines Boten sein. Wer sich als Bahá’í erklärt, sollte von der Schönheit der Lehren ergriffen und von der Liebe Bahá’u’lláhs angerührt sein. Die Neuerklärten brauchen nicht die ganze Geschichte und alle Beweise, Gebote und Prinzipien des Glaubens zu kennen; aber in der Zeit, in der ihre Erklärung reift, muss nicht nur der Funke des Glaubens zu ihnen überspringen, sondern sie müssen einige Grundinformationen über die Zentralgestalten des Glaubens erhalten sowie über das Bestehen von Geboten, denen sie folgen, und einer Administration, der sie gehorchen müssen. Nach der Erklärung dürfen die neuen Gläubigen nicht sich selbst überlassen bleiben. Durch Korrespondenz und Besuche, durch Treffen und Vertiefungsklassen müssen die Freunde geduldige Stärkung und liebevolle Hilfe erfahren, um sich zur vollen Bahá’í-Reife zu entwickeln. Der geliebte Hüter hat über die Aufgaben von Bahá’í-Räten bei der Hilfe für neuerklärte Gläubige folgendes geschrieben: »… sollten sich die Mitglieder jedes Rates bemühen, den Neuerklärten nach seiner Aufnahme in die Bahá’í-Gemeinde mit Geduld, Liebe, Takt und Weisheit zur Bahá’í-Reife zu entwickeln und ihn nach und nach dahin zu bringen, dass er alles, was in den Lehren verordnet ist, rückhaltlos akzeptiert.«“107
107 Das Universale Haus, 13. Juli 1964 – Lehrarbeit in der Breite

„Jetzt ist die Zeit für eifriges Bemühen, o ihr Geliebten des Herrn! Ringt und strebt! Und weil die Urewige Schönheit Tag und Nacht auf dem Felde des Martyriums allen Angriffen ausgesetzt war, lasst auch uns hart arbeiten, auf den Rat Gottes hören und darüber nachdenken; lasst uns das Leben hingeben und unserer kurzen, abgezählten Tage entsagen. Lasst uns den Blick wenden vom leeren Trug der bunten Formen dieser Welt, lasst uns stattdessen diesem überragenden Ziel, diesem großen Plan dienen. Lasst uns nicht unseres eigenen Wahnes wegen den Baum fällen, den die Hand himmlischer Gnade gepflanzt hat. Lasst uns nicht mit den dunklen Wolken unserer Trugbilder, unsren selbstischen Interessen, die Herrlichkeit löschen, die aus dem Reiche Abhá strömt. Lasst uns nicht Hindernisse sein, welche die brandende See des allmächtigen Gottes aufhalten. Lasst uns nicht die reinen, süßen Düfte aus dem Garten der allherrlichen Schönheit hindern, überallhin zu verströmen. Lasst uns nicht an diesem Tag der Wiedervereinigung den Frühlingsregen himmlischer Segnungen fernhalten. Lassen wir es nicht zu, dass der Sonnenglanz der Wahrheit jemals abnehme und verschwinde. So lauten die Ermahnungen Gottes, wie Er sie in Seinen Heiligen Büchern, Schriften und Sendschreiben niedergelegt hat, um Seine Ratschläge den Aufrichtigen bekannt zu geben. Die Herrlichkeit, die Barmherzigkeit Gottes und Sein Segen seien mit euch. „108
108 Άbdu’l-Bahá , Briefe und Botschaften, Hofheim-Langenhain 1992, 207:9,10

„Richten Sie Ihren Blick auf die gewaltigen Möglichkeiten, die unermesslichen Segnungen, den unbezwingbaren Geist dieses wachsenden, aufstrebenden Glaubens Gottes, und lassen Sie die gegenwärtigen unbedeutenden Meinungsverschiedenheiten und unvermeidbaren Auseinandersetzungen nicht ihren Blick auf die strahlende Herrlichkeit trüben, die die Zukunft der Sache für ihre standfesten und tapferen Anhänger bereithält.“109
109 Shoghi Effendi, handschriftlicher Anhang eines Brief vom 9. Mai 1933 geschrieben im Seinem an einen einzelnen Gläubigen*

„Wenn es unter euch zu Meinungsverschiedenheiten kommt, seht Mich vor eurem Angesicht stehen und überseht gegenseitig eure Fehler um Meines Namens willen und als ein Zeichen eurer Liebe zu Meiner offenbaren, strahlenden Sache. Wir wünschen, euch allezeit in Freundschaft und Eintracht im Paradiese Meines Wohlgefallens miteinander verkehren zu sehen und aus euren Taten den Duft der Freundlichkeit und Einigkeit, der Güte und Gemeinschaft zu verspüren. So rät euch der Allwissende, der Getreue. Wir werden immer mit euch sein. Wenn Wir den Duft eurer Gemeinschaft verspüren, wird sich Unser Herz gewiss freuen, denn nichts anderes kann Uns genügen. Dies bezeugt jeder wahrhaft Verstehende.“110
110 Bahá’u’lláh. Ährenlese.

„Folgt den Fußstapfen ‚Abdu’I-Bahás auf dem Pfade der Schönheit Abhá und sehnt euch jeden Augenblick danach, euer Leben hinzugeben. Strahlt wie die Sonne, seid ruhelos wie das Meer, vergießt wie die Wolken des Himmels Leben über Feld und Flur, und den Aprilwinden gleich blast Frische durch den Menschenwald und bringt ihn zum Blühen. „111
111 Άbdu’l-Bahá , Briefe und Botschaften.

„Das heißt, der Mensch muss in Gott vergehen. Er muss den Zustand des Selbstes vergessen, damit er sich zur Stufe des Opfers erheben möge. So völlig selbstvergessen sollte er sein, dass er nicht zum Vergnügen schläft, sondern um den Körper auszuruhen, damit er besser handeln kann, eindringlicher sprechen, anmutiger erklären, damit er den Dienern Gottes dient und die Wahrheit beweist. Im Wachen sollte er sich um Aufmerksamkeit bemühen, der Sache Gottes dienen und seine eigene Stufe für die Stufen Gottes opfern. Wenn er diese Stufe erlangt, werden die Bestätigungen des Heiligen
Geistes ihn gewiss erreichen, und wer diese Kraft besitzt, kann allen auf Erden widerstehen.“112
112 Άbdu’l-Bahá . Tablets of Άbdu’l-Bahá Abbas, Chicago. 1930. vol. 2*, p. 460

„Ich hoffe bei den Segnungen des Erhabenen, des Belebers der Seelen, dass du nicht einen Augenblick ausruhst, sondern ständig pulsierst gleich dem Pulsschlag einer Arterie im Körper der Welt, damit du den Seelen den Geist des Lebens einhauchst und die Menschen sich zum Zenith des Königreiches erheben lässt.“113
113 Άbdu’l-Bahá . Tablets of Abdu’1-Bahá Abbas, Chicago, 1930, vol. 3*, p. 727

„Unablässig werden sie Tag und Nacht tätig sein, weder Prüfung noch Schmerz achten, keinen Aufschub in ihren Anstrengungen dulden, keine Ruhe suchen, Wohlstand und Behagen verschmähen und losgelöst und unbefleckt jeden flüchtigen Augenblick ihres Lebens der Verbreitung der Düfte Gottes, der Verherrlichung Seines heiligen Wortes weihen. Himmlische Freude wird ihr Angesicht ausstrahlen, und ihr Herz wird von Frohlocken erfüllt sein. Ihre Seelen werden erleuchtet sein, ihre Grundlagen fest verankert. In alle Welt hin werden sie sich zerstreuen, durch alle Regionen werden sie reisen. Ihre Stimme werden sie in jeder Versammlung erheben, jede Zusammenkunft werden sie schmücken und beleben. In jeder Sprache werden sie reden und alle verborgenen Bedeutungen erklären. Die Geheimnisse des Reiches Gottes werden sie offenbaren und jedem Menschen die Zeichen Gottes enthüllen. Wie helle Kerzen werden sie im Herzen jeder Versammlung brennen, wie Sterne von allen Horizonten strahlen. Die linden Lüfte aus den Gärten ihrer Herzen werden die Seelen der Menschen erwecken und durchduften, und die Enthüllungen ihres Geistes werden wie Regenschauer die Völker und Nationen der Welt neu beleben“ 114                             114 Άbdu’l-Bahá , Briefe und Botschaften.

„O Herr! Ich bin ein Vogel mit gebrochenen Schwingen, voll Sehnsucht, in Deine grenzenlosen Sphären emporzuschweben. Wie bin ich anders dazu fähig, als durch Deine Vorsehung und Gnade, Deine Bestätigung und Hilfe!“115
115 Άbdu’l-Bahá . in: Gebete.

„Ich flehe Dich an bei Ihm, dem Urquell Deiner Offenbarung und der Morgenröte Deiner Zeichen, mache mein Herz zu einem Gefäß Deiner Liebe und Deines Gedenkens. Vereinige es alsdann mit Deinem größten Meer, so dass ihm die Lebenswasser Deiner Weisheit und die kristallklaren Fluten Deiner Verherrlichung und Deines Lobpreises entströmen.“116
116 Άbdu’l-Bahá . in: Gebete.

„Ich bitte Dich, Du König des Seins, Du Beschützer des Sichtbaren wie des Unsichtbaren, lass jeden, der sich erhebt, Deiner Sache zu dienen, zu einem Meere werden, das nach Deinem Wunsche wogt, und entflamme ihn mit dem Feuer Deines heiligen Baumes, das vom Horizont Deines Willens strahlt.“117
117 Άbdu’l-Bahá . in: Gebete.

„O mein Gott, hilf Deinen Dienern, Dein Wort zu erhöhen, alles zu verwerfen, was falsch und nichtig ist, der Wahrheit Geltung zu verschaffen, Deine heiligen Verse überall zu verbreiten und Deinen Glanz zu enthüllen. Lass das Morgenlicht dämmern in den Herzen der Gerechten.“118
118 Άbdu’l-Bahá . in: Gebete.

O Gott! O Gott! Du siehst mich schwach, niedrig und bescheiden unter Deinen Geschöpfen; dennoch habe ich auf Dich vertraut und mich erhoben, Deine Lehren unter Deinen standhaften Dienern zu fördern, ganz im Vertrauen auf Deine Kraft und Macht!“119
119 Άbdu’l-Bahá . in: Gebete.

„O mein Gott! O mein Gott! Du siehst, wie ich mich, niedrig und schwach, um das größte Werk mühe, entschlossen, Dein Wort unter den Massen zu künden und Deine Lehren unter Deinen Völkern zu verbreiten. Wie kann dies nur gelingen, es sei denn, Du stehst mir bei mit dem Odem des Heiligen Geistes, hilfst mir zum Triumph durch die Heerscharen Deines herrlichen Reiches, und lässest auf mich Deine Bestätigungen herabregnen, die allein eine Mücke in einen Adler, einen Wassertropfen in Ströme und Meere und ein Atom in Lichter und Sonnen zu verwandeln vermögen. „120
120 Άbdu’l-Bahá . in: Gebete.

„O Herr! Ich bin schwach, stärke mich mit Deiner Kraft und Macht. Lass meine stammelnde Zunge Deiner gedenken und Deinen Lobpreis künden. Ich bin niedrig, zeichne mich aus durch den Eintritt in Dein Reich. Ich bin fern, lass mich der Schwelle Deines Erbarmens näher kommen.“121
121 Άbdu’l-Bahá . in: Gebete.

„O Herr! Wenn der Odem des Heiligen Geistes das schwächste aller Geschöpfe bestätigt, dann wird es die höchste Stufe erreichen und alles besitzen, was es begehrt. „122
122 Άbdu’l-Bahá . in: Gebete.

„O Herr! Sende durch Deine Lande demütige, ergebene Seelen, das Antlitz erleuchtet von den Strahlen der Führung, gelöst von der Welt, Deinen Namen preisend, Dein Lob kündend. Lass sie Deiner Heiligkeit Düfte unter den Menschen verbreiten!“123
123 Άbdu’l-Bahá . in: Gebete.

„O Gott, mein Gott! Stehe Deinen vertrauten Dienern bei, dass sie liebevolle, empfindsame Herzen haben. Hilf ihnen, der Führung Licht, das von den himmlischen Heerscharen ausgeht, unter allen Erdenvölkern zu verbreiten.“124
124 Άbdu’l-Bahá . in: Gebete.

„Wahrlich, Deine Liebenden dürsten, o mein Herr, führe sie zum Brunnquell der Güte und Gnade. Wahrlich, sie hungern; sende Deine himmlische Tafel zu ihnen hernieder. Wahrlich, sie sind nackt, kleide sie in das Gewand der Gelehrsamkeit und Erkenntnis.“125
125 Άbdu’l-Bahá , Briefe und Botschaften.

„O Du unvergleichlicher Gott! O Du Herr des Königreiches! Diese Seelen sind Dein himmlisches Heer. Hilf ihnen, führe sie mit der Macht der himmlischen Heerscharen zum Sieg, so dass eine jede von ihnen einem Regimente gleichkomme und diese Länder durch die Liebe Gottes und die Erleuchtung göttlicher Lehren erobere.“126
126 Άbdu’l-Bahá . in: Gebete.

„Mit der Zunahme der Neuerklärungen ist deutlich geworden, dass solche gelegentlichen Unterrichtskurse und die informellen Aktivitäten im Gemeindeleben, so wichtig sie sind, nicht ausreichen, um die Gläubigen zu schulen, denn ihr Ergebnis war nur eine verhältnismäßig geringe Zahl von aktiven Mitarbeitern der Sache. Unabhängig davon, wie willig und ergeben diese Gläubigen sind, sie können nicht den Bedürfnissen von Hunderten und viel weniger von Tausenden eben flügge gewordenen örtlichen Gemeinden gerecht werden. Bahá’í-Institutionen müssen daher systematisch eine bedeutende Anzahl von Gläubigen schulen und ihnen helfen, dem Glauben gemäß den ihnen von Gott verliehenen Begabungen und Fähigkeiten zu dienen. Die Schulung von Gläubigen in großem Maßstab erfordert es, dass die Errichtung von Instituten in einem neuen Licht betrachtet wird. In vielen Gegenden ist es wichtig geworden, Institute als Organisationsstrukturen zu schaffen, die sich der systematischen Ausbildung widmen. Es ist der Zweck einer solchen Ausbildung, ein ständig wachsendes Kontingent an Gläubigen mit der geistigen Einsicht, mit Kenntnissen und Fähigkeiten zu begaben, die für die vielen Aufgaben bei beschleunigter Ausbreitung und Vertiefung erforderlich sind. Dazu gehört auch das Lehren und Vertiefen einer großen Zahl von Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern. Dieses Ziel kann am besten durch ein gut organisiertes, formelles Programm von zu diesem Zweck entworfenen Lehrplänen erreicht werden. „127
127 Das Universale Haus der Gerechtigkeit, 26. Dezember 1995,An die Konferenz der Kontinentalen Beraterämter

„Pläne, die sich auf solche Gegenden mit weiter und schneller Ausbreitung konzentrieren, müssen unbedingt darauf abzielen, eine beachtliche Anzahl von Gläubigen aus der Bevölkerung selbst zu mobilisieren, nicht nur damit diese eifrig in ihrer eigenen örtlichen Gemeinde arbeiten, sondern auch, damit sie als Lang- oder Kurzzeitpioniere und Reiselehrer an anderen Orten dienen. Trainingsprogramme, mit denen viele Ihrer Gemeinden schon beträchtliche Erfahrungen haben, sind ein sehr wirksames Mittel, diese groß angelegte Mobilisierung zu erreichen. Wir rufen Sie daher auf, die Arbeit dieser Trainingsinstitute in Ihren Ländern zu unterstützen, wobei die Erfahreneren unter Ihnen großzügig ihre Zeit als Lehrer zur Verfügung stellen müssen, damit man weit gestreut und anhaltend Kurse anbieten kann. Wenn Sie durch diese Programme neue Kenntnisse und Fähigkeiten erwerben, werden Sie das Gelernte mit Begeisterung und Eifer in die Praxis umsetzen können und sich erheben, die vielfältige Verantwortung zu übernehmen, die eine beschleunigte Ausbreitung und Festigung erfordert.“128

128 Das Universale Haus der Gerechtigkeit, Ridvän-Botschaft 1996 to thefollowers of Bahá’u’lláh to Laotin America and the Caribbean.
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